August 1st, 2009 by Tim Bruysten in tekk

T-Online scheint einige Komplexitäten des Alltags noch nicht wirklich verstanden zu haben. Sonst wäre die Rechnung an mich auch bei mir gelandet. Ist sie aber nicht.

Das Szenario geht folgendermaßen:
Ein Freund hat sich bei mir über meinen T-Online Internetzugang via WLAN in sein E-Mail Postfach eingewählt. Ein E-Mail Postfach, welches irgendwo bei einer der T-Gesellschaften liegt.

T-Online scheint nun zu denken, dass derjenige, der über mein Netzwerk einwählt, ich ist. Router, Hubs, Switches und WLANs sind ja aber auch eine verdammt neue Erfindung.

Jedenfalls hat nun dieser Freund, obwohl er nix mit meiner Company zu tun hat und obwohl der auch keines unserer Mailpostfächer, sondern nur sein eigenes geleert hat, trotzdem meine Rechnung in seinem Postfach gefunden… und natürlich fast gelöscht, weil für SPAM gehalten.

Die T-Experten scheinen also beim Thema Datenschutz nun wirklich fit zu sein. Fit genug, um die Vorratsdatenspeicherung und andere Neuerungen auch wirklich sauber und sicher abwickeln zu können.

July 31st, 2009 by Tim Bruysten in tekk

Am kommenden Wochenende (01. und 02. August 2009) veranstalten wir einen Wave Hackathon in unserem Studio in Düsseldorf. Über Google Wave habe ich schon hier geschrieben.

Ein Hackathon ist ein Marathon für Hacker. Also ohne Sport. Dafür mit Pizza, Grillen, Bier und einer Menge Spaß. Es werden also 10 - 15 Konzepter, Coder, Visionäre und sogar ein Grimmepreisträger ;-)) zusammensitzen und Wave auseinandernehmen. Gucken was unter der Haube ist… was man damit anstellen kann.

Das Ziel ist es, die Tauglichkeit festzustellen. Tauglichkeit für Freelancer oder Konzerne, für Vereine oder Parteien, für alleine oder zusammen. Für Spaß oder Ernst. Wie auch immer. Das Programm wird in Echtzeit kompiliert, der Kompiler ist die Sphäre zwischen den Teilnehmern.

Angestoßen haben das Projekt Alex Benker, Dr. J., Siggi Becker und ich. Stattfinden wird es in unserem kleinen Loft im Hinterhof der Weißenburgstraße 52 in Düsseldorf.

June 5th, 2009 by Tim Bruysten in Uncategorized, [geschichte der zukunft]

Manchmal geht es ruckartig. Ein Ereignis teilt die Geschichte in ein Vorher und ein Nachher. Zuletzt geschehen vor rund einer Woche. Zumindest wenn man den Blick auf die Evolution sozialer Systeme richtet. Geht man von dem Axiom aus, dass das realisierbare wie das realisierte Kommunikationspotential grundlegende Qualitäten von Gesellschaften jeder Größe sind, so ist die Vernetzung von Individuen innerhalb der Gesellschaften, wie auch die Vernetzung zwischen Gesellschaften eine der Kennzahlen für ihren Entwicklungsstand.

Solange Vernetzung jedoch ein rein technischer, infrastruktureller Begriff ist, liegt der Schwerpunkt eher auf der abstrakten Idee des realisierbaren Kommunikationspotentials. Dieses hat im letzten Jahrhundert ausgereicht, um einige Visionäre (Beispielsweise: Ted Neslon [Xanadu], Douglas Engelbart [NLS], Apples Knowledge Navigator und viele mehr…) zu wirklich atemberaubenden Ideen zu verhelfen.

Google Wave
Google hat es nun mit Wave geschafft, diese Visionen in die Gegenwart zu transformieren und in einem konkreten Produkt zu verankern. Wave steht auf den geistigen Schultern der Pioniere der digitalen Kommunikation aus dem letzten Jahrhundert. Es ist die logische Konvergenz von Wikis, Blogs, Mikroblogs, Chat, Instant-Messaging, E-Mail, Dokument-Management, Versions-Management, Knowledge-Management, kollaborativem asynchronen und synchronen Arbeiten und viel mehr. Eine erste Vision, wie dieses Potential in Unternehmen integriert werden kann, habe ich hier gepostet.

Doch wie jede Erfindung, ist auch Google Wave nur ein Anfang. Wie das iPhone vor zwei Jahren das mobile Web revolutionierte und den Milliardenmarkt der mobile Applications erfand, so war es im Endeffekt vor Allem eins: Ein Beschleuniger für die Anderen.

Prä-Wave
Vor einigen Wochen interviewte mich das Handelsblatt. Hätte ich in der Post-Wave Zeit dort was anderes erzählt? Teilweise schon. Wie schon erwähnt, ist Google Wave zwar in seiner Dichte, nicht jedoch in seinem Ideenspektrum neu. Doch die Manifestierung dieser Ideen, verändert die konkreten Bedürfnisswelten, vor Allem die meinen. Brauchen wir das semantische Web im Post-Wave-Zeitalter? Ja! Eher mehr als vorher. Aber: Es wird zudem was es sein soll: Ein unsichtbarer Helfer.

Schöpfungshöhen von Wellen
Der wichtige Moment jetzt ist: Eine Wave ist viel mehr als eine E-Mail, die eher eine Infrastruktur darstellt. Wenn das Web geronnene Soziologie ist, dann kann eine Wave das Wissen eine Gruppe manifestieren. Was im Endwurf von Google noch fehlt, ist eine Anzeige für die Schöpfungshöhe einer Wave. Ab wann kann man eine Wave als Patent anmelden? Ab wann ist die Gruppe, die via Wave kollaboriert eine GbR? Diese Fragen und viele weitere Fragen haben wir (Siggi Becker, Alexander Benker, Peer Lambertz und ich [richtwert, XING]) vor ein paar Tagen in meinem Office diskutiert…

… what’s next?
Thema: Beschleunigung von Kollaboration und Kooperation. Was genau, verrate ich noch nicht :-)

February 9th, 2009 by Tim Bruysten in Uncategorized

am 09. März ist es wieder soweit. Der 08. Düsseldorfer Webmontag findet am gewohnten Ort im barco an der Charlottenstraße 51 statt. Weitere Informationen gibt es, wie immer, im Wiki.

Willkommen ist jeder, der sich für die Themen Web2.0, mobile Web, Internet, sozial Networking, Knowledge-Management usw. usf. interessiert.

Ab 19:00 Uhr geht es los. Pünktlichkeit ist nicht erforderlich.

January 23rd, 2009 by Tim Bruysten in event

mbc09 - microblogging conference hamburg 2009

Microblogging ist ein Zungenbrecher, der den Einzug digitaler Kommunikation in die alltägliche Lebenssituation kennzeichnet. Nein, nicht nur digitaler Kommunikation, sondern auch die Sichtbarmachung eines Teiles der Informationswolke um Individuen herum oder zwischen ihnen.

Das Streben nach Aufmerksamkeit, nach kontinuierlicher Autodistribution oder fast masochistischer Aggregation einer schier unendlichen Menge von ebenso unendlich klein scheinenden Informationsfetzen schafft einen neuen Markt.

War das negativ gemeint? Nein. Es spiegelt nur urmenschliche Bedürfnisse wider. Es zeigt uns, was wir wirklich sind: neugieriege, soziale Mustermaschinen. Wir sind das Netzwerk. Und das Liquidum aus dem das Netzwerk gewoben ist, das sind Informationen. Das ist Wissenswertes. Oder Sagenswertes. Oder beides. Da wo diese Sphären sich überlappen kann Kommunikation, kann Beziehung entstehen. Außerhalb der Welt des Microbloggings ist dies ein alter Hut.

Microblogging ist ein Buzzword um Werkzeuge und Methoden, die diese kongruenten Bereiche in der schier unendlichen Welt an Informationen zwischen Menschen sichtbar machen können. Wohl gemerkt können, nicht müssen. Denn was bei allen Medien gilt, gilt auch hier: Solange keine Nutzungskultur besteht, die zumindest vom Großteil der Teilnehmer verstanden und auch gelebt wird, ist der Erfolg eher zweifelhaft.

Doch Twitter & Co. sind gerade so erfolgreich, weil sie schon vorhandene Motivationen bedienen, weil sie sich auf unseren neuen coolen Kommunikationsgeräten wohlfühlen, ja förmlich einschmiegen. Motivationen wie das Jagen und Sammeln von Informationen, das Kontrollieren oder Überwachen von Anderen, das Selbstrepräsentieren, das Kommunizieren, das Pflegen und Ausbauen von sozialen Netzwerken usw…

Cem hat nun die MBC09 organisiert. Ein lebendige uns angenehmes Barcamp. Sogar die Tagesschau fands gut. Impressionen gibt es hier. Gedankenfetzen hier. Die Vorträge am ersten Tag waren “ganz ok”, die Gespräche mit einzelnen anderen Teilnehmern aber hervoragend. Deswegen fährt man ja zu solchen Konferenzen. Weil Menschen nun eben doch Menschen sind – je mehr Sinnesreize eine Bekanntschaft begleiten, desto emotionaler kann sie werden. Und auch fester, langfristiger, intensiver.

Trotzdem, oder gerade deshalb; gut, daß es zahlreiche neue Medien gibt, die es uns erlauben, uns sehr fein abgestimmt, sehr gut zu vernetzen. Und gut, daß es solche Konferenzen gibt, wo man über die Pros und Kons dieser Medien diskutieren kann…

Ist all das wichtig? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es trägt jedenfalls zu einem weiteren Beschleunigungspotential von Kommunikation bei, was einen beschleunigten Ideenaustausch impliziert. Somit sind wir einfach nur weiter auf dem Weg…

January 21st, 2009 by Tim Bruysten in Uncategorized



meet.able ist eine Multi-Touch-Vision von Dominic Kennedy. Einer meiner Studenten an der FH-Aachen im Fachbereich “Communication and Multimediadesign“. Dies ist nun seine Bachelor-Arbeit. Da ich der Zweitprüfer bin, werde ich mich hier vorläufig nur neutral äußern und empfehle einfach jedem, sich seine eigene Meinung zu bilden ;-)

December 25th, 2008 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Über “2008″ wird zur Zeit viel geschrieben. Dabei wurden Tode und Wiederauferstehungen gleichermaßen verkündet. Und so wie es vor einige Jahren hieß, “das Web ist tot, es lebe das Web” durchläuft auch die Zweinulligkeit gerade eine Reifeprüfung. Eine Reifeprüfung, die schlicht dazu führen wird, daß es sich selbst nicht mehr gar so ernst nimmt, dieses Web2.0.

Aber mal ernsthaft. Es liegt wohl auf der Hand, daß keiner die Innovationen und den Ideenschub der 2.0 Ära missen will. [1, 2, 3] Keiner will mehr öde formularbasierte, unfreundliche, pseudodynamische, unkommunikative und anti-kollaborative Websites akzeptieren. Und das ist gut so. Doch wollten wir unseren Fortentwicklungsdrang, unsere weitere kommunikative Evolution als Menschheit darauf beschränken? Mancherorts scheint es so. “Hey schaut her… nun gibt es uns. Wozu noch Evolution?”. So klingt es häufig zwischen den Zeilen verbaler Stammtische.

Die sozialen Netze als neue Dynamik von sozialer, politischer und wirtschaftlicher Realität… [4, 5, 6] das wurde immer als DIE Innovation des Web2.0 gefeiert. Und ja, ich stehe dazu und voll da drauf. Ich mag sie fast alle und finde einige für mich, fürs Business wie auch für eine moderne Gesellschaft, unverzichtbar. Nicht zwangsläufig als sie selbst, aber den Dienst, den sie anbieten. Diese sozialen Plattformen. Und mobil werden sie auch gerade.

Doch eigentlich war dies, was von vielen als das größte Wunder des Webs gepriesen wird, das am ehesten auf der Hand liegende. Was würde wohl ein extraterrestrischer Beobachter annehmen, was eine Lebensform auf dem Planeten Erde mit neuen Technologien macht? Eine Lebensform, die ihren evolutionären Erfolg vorallem drei Dingen verdankt: Ihrem “Herdentrieb” (neudeutsch “social collaboration”) und ihrer Musterlernfähigkeit und ihrer Neugierde.

Nun, wahrscheinlich würde dieser Beobachter vermuten, daß jene Lebensform versuchen wird, eine neue Technologie zur Vereinfachung, Konsolidierung und Erweiterung dieser erfolgreichen Verhaltensweisen zu nutzen.

Next.

Was für Technologien werden als nächstes gemeinsam mit der aktuellen Gesellschaft zu einer neuen konvergieren [7]? Eine nicht unbedingt in dieser Form, aber trotzdem häufig gestellte Frage. Viel zu häufig auf dem Level von Trendforschung. Für das aktuelle Business in einigen Teilbereichen sicherlich interessant, spannend und manchmal sogar notwendig. Doch Trends sind Symptome. Viel ergiebiger ist es, nach dem übergeordneten Prozess, der Meta-Ebene zu suchen. Warum machen Menschen *etwas*? Als einzelne Individuen, als vertraute Gruppe oder als Gesellschaft?

Und mehr… Was sind die Brüche in der Meta-Ebene? Was sind die Triebfedern hinter den beschleunigenden Momenten der Geschichte? Kann man diese selbst nutzbar – urbar machen? Bedarf es der *gegebenen* Langeweile als Nährboden für Revolutionen? Wie kann man “disruptive Beschleunigungen” oder gar Sprünge heraufbeschwören? Wird Evolution gestaltbar / inszenierbar? [21, 22, 23, 24, …]

Was das mit Design zu tun hat… oder umgekehrt… warum Design hier eine wesentliche Rolle spielen muß, darüber habe ich in diesem Jahr an verschiedenen Stellen nachgedacht [8, 9, 10, 11, …]. Solange Zukunft aber etwas nicht zwangsläufig kausales, sondern etwas gestaltbares bleibt - oder zumindest so verstanden wird, ist die Antwort in der Frage implizit enthalten. Obwohl eigentlich trivial, die Differenzierung zur “Realpolitik” soll hier nicht unerwähnt bleiben. Es ist schlicht ein methodischer Unterschied. Während die Realpolitik nach dem zwangsläufig sinnvollen nächsten Schritt fragt, ein Spielball von als Naturgesetzen verstandenen Kausalitäten ist, darf – nein muß ein designerischer Ansatz diese Ebene verlassen.

Ein designerischer Ansatz fragt nicht nach dem wie. Wie man aus einem gegeben Zustand in einem gegebenen System den nächsten [sinnvollen] Zustand erreichen kann. Ein designerischer Ansatz fragt eben nicht danach, die nächste Mehrheit aus dem Kaffesatz des aktuellen Zustandes herauszuorakeln. Ein designerischer Ansatz sucht nach einem globalen Wozu. Danach steht die Frage nach einem sinnvollen System, mit dem man dieses Wozu erreichbar machen kann. Und schließlich die Detailassemblierung… der Prozess… das Change Management, die Ausgestaltung, die Integration [12, 13, 14, …].

Mehr Utopie wagen also. Was für eine Gesellschaft, was für eine Umwelt, was für ein Leben möchten wir denn haben? Oder zumindest: In welche Richtung soll die Reise gehen? Im Individuellen, im Medizinischen, im Technologischen, im Intellektuellen, im Ökonomischen, im Politischen, im Sozialen, […]? Und mehr Dystopie. Alpträume können ein guter Antrieb sein, Beschleunigung zu beschleunigen. Und Beschleunigung eine Richtung zu geben.

Was möchten wir also für 2009 haben? Mehr Web2.0? Ja. Auf jeden Fall. Ein ubiquitäres, multimediales, konvergentes, mobiles, kontext-erkennendes, adaptives, intelligent gemachtes, inspirierendes, freies, unzensiertes und unzensierendes, offenes, transparentes, atemberaubendes und vor allem schönes Web [15, 16, …]. Ein Web, was die Kontainergeräte mit beeinflußt [17, 18, …], ein Web, sich neue Kontainer sucht [19, 20, …], was die Kontainer verlassen kann. Welches immer neue und weitere Medien und Technologien zum konvergieren, assimilieren, … findet. Welches uns die Arbeit abnimmt, die Menschen vielleicht nicht mehr zu machen brauchen. Etwas, daß Sinn und Spaß macht :-)

Und noch so viel mehr…

September 19th, 2008 by Tim Bruysten in wissensmanagement

…hier ein kleines Demo-Video, wie wir uns Wissensmanagement vorstellen. Das Video zeigt eines von mehreren Testszenarien einer Pre-Alpha-Testversion unseres Konzeptes an dem wir gemeinsam mit Dieter Josten arbeiten. Intimere Informationen gibt es gern.

Einfach bei uns anrufen oder eine eMail schreiben.


Was für Fragen/Probleme sollte ein Corporate-Wissensmanagement lösen? Hier ein kleiner Ausblick auf die Dinge, die unser Werkzeug kann:

- Wo finde ich welche Information (für meine aktuellen Aufgaben)?
- Wie soll ich mich in welcher Situation verhalten?
- Wer ist ein Experte eines Themas?
- Wer kennt diesen Experten und macht mir einen Kontakt?
- Wer hat schon wann ähnliche Aufgaben gelöst?
- Welche Kompetenzen benötige ich für meine Rollen / Aufgaben im Unternehmen?
- Wie sind Prozessänderungen durchzuführen?
- Wer hat ein ähnliches Profil wie ich?
- Wer hat vergleichbar Aufgaben?
- Wer hat ähnliche Interessen wie ich?
- Wer ergänzt meine Kompetenzen im Kontext eines aktuellen Auftrages am besten?
- Wer hat schon mal für einen Kunden gearbeitet?
- Wie können neue Mitarbeiter schnellstmöglich integriert werden?
- usw….

aber vorallem:
- wie kann man dies alles gestalten, daß es gerne und effizient genutzt wird?
- wie kann man dies nahtlos in vorhandene Systeme integrieren?

September 10th, 2008 by Tim Bruysten in Uncategorized

Der siebte Düsseldorfer Webmontag wird am 13. Oktober 2008 ab 19:00 Uhr wieder im barco in der Charlottenstraße 51. Was ist Webmontag?

Ein Webmontag ist zunächst mal immer ein Montag. Und es ist einfach ein Grund sich zu treffen. Wenn man sich für Web2.0, Internet, Medientechnologie, social networking, Interfacedesign, Web-Entwicklung, Zukunftstechnologien, konvergente Medien oder nette Leute interessiert.

Es kommen Designer, Ingenieure, BWLer, Programmierer, 3D’ler, … Nerds, Visionäre und einfach Interessierte.

Eingeladen ist jeder :-)

Mehr Informationen hier.

September 6th, 2008 by Tim Bruysten in Uncategorized

Beschleunigung ist heutzutage in aller Munde. “Die Welt geht immer schneller”, so eine unscharfe und im Wortsinn natürlich falsche Analogie. Gespräche in den letzten Wochen haben mir deutlich gezeigt, daß viele Menschen mit dem Begriff der Beschleunigung große Schwierigkeiten haben, wenn er sich nicht auf direkte makrophysikalische Fortbewegungsphänomene oder latente Gefühle bezogen auf die Umweltrezeption des Individuums, sondern auf den Genotyp unserer symbiotisch-evolutionären Fortentwicklung bezieht.

Zwar gibt es eine berechtigte Ebene, auf der Menschen ihre latente und durchaus zurecht unscharfe Angst (oder Hoffnung?) vor der Beschleunigung gesellschaftlicher Prozesse äußern, doch in einem designerischen Kontext, der sich auf verschiedene mögliche (unmittelbare) Zukünfte vorbereiten möchte, sollten andere Sprungmarken erreicht werden.

Wer für die Welt von morgen relevante Bilder zeichnen möchte, der muß selbige mit all ihren Verwebungen antizipieren. Diese Forderung ist unmöglich zu realisieren, wenn man hierbei eine detailabbildende Glaskugel vor Augen hat. Denkt man jedoch in verallgemeinernden, höherschichtigen Metaphern, so wird die Suche nach einer dauerhafteren Semiotik für beschleunigende evolutionäre Prozesse ins Reich der Möglichkeiten gerückt.

Im Falle von exponentiell beschleunigten Prozessen müssen wir demzufolge die “zweite linguistische Ableitung” suchen, um in ruhige Gewässer zu gelangen. Aber: Welchen Faden aufnehmen?

siehe auch:
- Designtheorie?
- Konvergente Technologien
- Technologische Wahrnehmungslücke?
- Peak Web
- Beschleunigung der Unschärfe
- Gentechnik goes Web2.0
- Symbiotic Web

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