August 10th, 2007 by Tim Bruysten in web

Wer immer noch glaubt, das Internet sei primär ein weiterer Vertriebskanal, eine informationelle Einbahnstraße, in die man getrost hinein husten kann, ohne dem Risiko ausgesetzt zu sein, selbst krank zu werden, irrt gewaltig: Das “Ding” lebt. Es reagiert, antwortet, beißt zurück.

Die Angst vor dieser Erkenntnis treibt mancherorts Unternehmer und Politiker zu merkwürdigen Stilblüten und gar aberwitzigen Experimenten. Eine solche Posse dokumentiert Mario Sixtus, seines Zeichens Elektrischer Reporter, in seinem Blog.

Worum geht es? Mario hat sich eine Software gekauft, aus Neugierde. Nicht zur Anwendung. Eine Software, die, wie Mario berichtet, verspricht, von gaaanz vielen Bloggern die Zustimmung zu haben, in deren Blogs in Form von Kommentaren Werbung schalten zu dürfen und dies wohl auch tun kann. Mario hat wohl diese Zustimmung nie erteilt, ist aber trotzdem in dieser Software “mit drin”.

Die vollständige Geschichte gibt es bei Mario.

Natürlich kann man im Internet, ja sogar im Web2.0 tolle Werbung machen. An einem Konzept, wie dies geschehen kann, basteln wir gerade hier. Aber Werbung sollte zum Medium passen, nicht umgekehrt. Hauswurfsendungen sind jedoch in der analogen Welt schon meißtens nervig.

June 19th, 2007 by Tim Bruysten in event

In Form des Elektrischen Reporters, im Jargon “ElRep”, ist Mario nun seit einem dreiviertel Jahr unterwegs und interviewt Menschen der Medienbranche, Vordenker des Internet’ und andere interessante Zeitgenossen. Und wir sind stolz darauf, daß er bei uns als erstes war :-))

Nun werden ihm seine Mühen anerkannt, er erhält den Grimme-Online-Award. Zurecht wie ich finde. Der Begründung der Grimme-Jury möchte ich hinzufügen: Mario operiert mit Leidenschaft, Fleiß und hohem persönlichen Engagement und stets am offenen Herzen. Er ist sich nicht zu schade sich auf offene Gespräche und Experimente ein zu lassen und ist auch persönlich ein sehr angenehmer Zeitgenosse.

Außerdem, nicht zu vergessen, die schon legendären letzten Worte von Siggi Becker, auch sie sind, so man sie den dekodieren kann, sicherlich nur lobend zu erwähnen und weit mehr als nur ein “Anhängsel” an jeder Folge.

siehe auch:
- Der Elektrische Reporter zu Gast bei mnemo

June 5th, 2007 by Tim Bruysten in leute

Jimmi Wales hat lehrreiche Worte zu den Themen Communitybuilding, Softwarepatente und Crowdsourcing zu sagen. Wo? Beim Elektrischen Reporter:


May 25th, 2007 by Tim Bruysten in leute

Wie beim Adolf Grimme Institut nachzulesen ist Mario in Form des Elektrischen Reporters für den Grimme Online Award 2007 nachnominiert worden. Glückwunsch und Daumen-Drücken und nochmal danke, hierfür.

February 11th, 2007 by Tim Bruysten in telekratie

Zwei interessante neue Beiträge, die sich mit der Bewertung der Strategie von Google auseinandersetzen sind:

1) Google Master Plan
The Google Master Plan
Eine Bachelor-Thesis an der Hochschule Ulm, die sich im Stil der berühmten “Trusted Computing“-Animation, kritisch mit Google auseinandersetzt. (Masterplanmovie downloaden)

2) Marissa Mayer über Google

Der elektrische Reporter hat Marissa Mayer, Vizepräsidentin von Google und zuständig für “Search Products & User Experience”, interviewt. Ein sehenswerter Beitrag, wie fast alle Beiträge des elektrischen Reporters, eine gute Ergänzung zum “Google Master Plan”, oder ein gutes Kontrastprogramm…

ein schon etwas älterer Beitrag rundet dieses Posting ab:
EPIC 2015

siehe auch:
- Öffentliches Wissen
- Ich hab doch nichts zu verbergen…
- Reputation Defender
- Datenschützer: Anonymität im Netz ein gesetzlich verbrieftes Recht
- von Wem ist was?

alternative Suchmaschinen
- mnemo - beyond searching (mnemo.org)
- Suchmaschine mit Vorschaufunktion
- Top 100 alternative search enginges

December 7th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Nach den traurigen Ereignissen der Gewalt der letzten Wochen in deutschen Schulen ist wieder eine Diskussion um Zensur der Medien und Medienkompetenz losgebrochen. heute.de schreibt darüber. Eine Diskussion, die dringend notwendig ist, leider aber häufig in die falsche Richtung läuft.

Dies aus einem einfachen Grund. Das Internet im Allgemeinen und (einige) Computerspiele im speziellen sind nicht (nur) Rezeptionsmedien, es sind Partizipations-, Kommunikations-, Distributionsmedien. Medienkompetenz wird somit zu einem entscheidenden Teil zu Sozialkompetenz und es entsteht ein Bedarf an journalistischen Fähigkeiten und Abstraktionsvermögen.

Sehenswert in diesem Kontext ist der Beitrag des elektrischen Reporter mit Peter Glaser:
- Peter Glaser über Datenschutz und Informationskubismus

Gleichzeitig wäre es fatal, dem Mangel an entsprechender Schulung und Ausbildung mit einer Zensurdebatte zu begegnen. Technologien verändern Gesellschaften. Dieser Prozess läßt sich nur mit Gewalt beeinflussen und wie China zeigt, auch dann nicht dauerhaft und niemals vollständig. Das die Anpassung allerdings oft als Schmerzhaft empfunden wird, sollte nicht allein auf die Konsumenten (der neuen Technologien) abgewälzt werden.

Technologie und Gesellschaft sind ein emergentes System und intelligente Ingenieure und Designer sollten Möglichkeiten finden, neue Technologie so anzubieten, daß sie leicht verstanden und einfach integriert werden kann. Wo dies nicht geschieht, entstehen Probleme, die sich in überlaufenden Hotlines oder mangelndem Know-How-Transfer innerhalb der Gesellschaft äußern können.

Doch sollten auch die richtigen Konsequenzen für (Aus)Bildung und Lehre gefunden werden. Faktenwissen wird unwichtiger. Methodenkompetenzen, soziale Fähigkeiten, eine philosophische Grundbildung sowie eine umfassende Allgemeinbildung werden Schlüsselkompetenzen sein, im angebrochenen Jahrhundert erfolgreich zu sein. Denn mit Hilfe dieser Eigenschaften wird die Reflexionsfähigkeit über neue Technologien und Medien steigen und damit auch die Kompetenz, diese zu seinem eigenen Zweck anzupassen.

Vielen scheint das Begreifen eines hochdynamischen, non-linearen Mediums, das sich sehr schnell entwickeln kann und dessen Grenzen per Definition kaum festzustellen sind, Angst zu machen. Das ist verständlich. Und so wie Kinder, denen aus biologischen Gründen die notwendige Reflexionsgabe noch nicht zur Verfügung steht, pädagogisch sinnvoll an das Medium herangeführt werden müssen, so ist es notwendig, ältere Menschen bei dem Anpassungsprozess zu unterstützen und über bekannte Werte eine angemessene Analysemöglichkeit zur Verfügung zu stellen.

siehe auch:
- Computerspiele als Lernsysteme
- Pädagoge stellt brutale PC-Games und Personen-Umfeld in Zusammenhang
- heute.de: SPD - Kompetenz statt ‘Killerspiel’-Verboten (extern)

September 19th, 2006 by Tim Bruysten in mnemo

Elektrischer Reporter

Mario Sixtus hat für das Handelsblatt ein neues Format geschaffen. Den Elektrischen Reporter. Und nicht nur das, für den Piloten hat er Simon und mich interviewt. Über mnemo. Siggi ist außerdem auch mit von der Partie. Also angucken!