Archive for the 'weblog[s]' Category

August 24th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s]

“Immer mehr Internet-User tauchen zumindest gelegentlich in die Blogosphäre, die Welt der Blogs, ein. Das hat einen rasant steigenden Traffic zur Folge, wie aus einer aktuellen Studie des US-Marktforschers Comscore hervorgeht. Demnach haben im ersten Quartal 2005 rund 30 Prozent aller US-User einen Blog besucht. Die 50 meistbesuchten Blog-Websites, inklusive so genannter Blog Hosts wie Blogs.com und Blogspot.com, erreichen ein Fünftel der aktiven Internetuser in den USA. Auch in Deutschland freuen sich Anbieter wie Blog.de und 20six über ein rasantes Wachstum der Blogosphäre.”

Aber immer Vorsicht mit dem Ausrufen von Hypes - wer hoch fliegt, kann tief fallen. Viel interessanter finde ich eher folgendes: Wahlblogs, Wahlblog, Zahlen und Daten.

August 22nd, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s], social software, [geschichte der zukunft], collaboration

Diverse Wahlblogs schießen wie Pilze aus dem Boden, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen und Autorenkreisen. Man könnte munkeln, es wäre ein Hype, eine bald wieder platzende Blase - doch legt die vertikale wie horizontale Verteilung innerhalb der Medienlandschaft zwischen Privatpersonen, Interessengruppen, Parteien und Sendeanstalten einen anderen Schluß nah.

Kulturelle Akzeptanz
Die Philosophie, die einem Weblog zu Grunde liegt, entspricht zur Zeit am ehesten einem Kulturverständnis, welches aus der Nutzung des Internet erwächst. Der Möglichkeit zur Beteiligung von Jedermann erfolgt der demokratische Anspruch, daß diese auch zur Verfügung gestellt wird.

Gleichzeitig eint das Label “Weblog” die sich damit benennenden institutionalisierten Websites mit auch dem kleinsten privaten Ansatz und schafft so nicht nur eine vertikale Marktverteilung, sondern auch die Grundlage für gegenseitige Akzeptanz.

Technische Akzeptanz
Doch nicht nur der emotionale, mit dem Label “Weblog” versehene Aspekt könnte Weblogs langfristig erfolgreich machen… Die ihnen zugrunde liegende Technik einer klaren Gliederung, XML-Austauschformaten, Kommentaren, Trackbacks, Pingbacks usw. verhelfen ihnen ebenfalls zu einer hohen Akzeptanz. Die Möglichkeiten zur Rezeption aber auch zur Interaktion sind weit gestreut, nicht an eine bestimmte Software eines bestimmten Herstellers gebunden und offen zugänglich.

Sie sind nicht so unstrukturiert wie Foren und Personen, die nicht selbst publizieren möchten können trotzdem leicht einen roten Faden erkennen. Mittels Trackbacks und Pingbacks kann, wenn sie denn ausreichend genutzt würden, ein Netzerk zwischen einzelnen Weblogs entstehen und Kommentare erlauben einen öffentlichen Diskurs bis hin zur Diskussion.

Politik und Gesellschaft
Das emotionale Themen wie der aktuelle Wahlkampf die Aufmerksamkeit besonders auf sich ziehen und nun Weblogs aller Arten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Bundestagswahl erscheinen, dürfte kaum verwundern. Aber gerade hier offenbart sich ein neuer Ansatz, eine neue Möglichkeit.

  • “Klassische” Politiker können mittels dieser Technologie authentisch von sich berichten und für sich werben, gleichzeitig unter einem akzeptierten Label und auch einer quasi-standardisierten Technik.
  • “modernere” Politiker können hier den Diskurs und eine beidseitige Meinungsbildung suchen
  • “klassische” Wähler können sich auf einfache Art und Weise und (hoffentlich) fernab von der geschliffenen Zunge der Wahlprogramme ein Bild von den zur Wahl stehenden machen
  • “moderne” Wähler können selbst aktiv in den Prozess der öffentlichen Meinungsbildung eingreifen

Und, last but not least, könnte diese Form der “basisdemokratischen Medialisierungs- und Beteiligungskultur” eine neue Grundlage für einen neuen Legitimationsansatz von Politik in diesem Jahrhundert werden. Nicht als “Verdienst” von “Weblogs”, sondern allein aus der Tendenz, mit der auch ihnen zugrunde liegenden Technik eine “lean-information-society” zu etablieren…

Wahlblogs:
- Wahlblog
- ZDF - Blogtour

Intern:
- collective news
- Schlechte Stimmung?
- Social Software
- Die Poesie des Bloggens
- Weblogs und Journalismus
- Die ungleichen Brüder
- Weblogs in der Diskussion
- Blogs, Kollaboration und soziale Netzwerke
- Demokratie-Hacks, Weblogs und freie Meinungsäußerung

Extern:
- Wikipedia - Wahlblogs

August 6th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s], [geschichte der zukunft]

wahlblog logo

Im Wahlblog haben sich durch die Initiative von Nico Lumma einige Blogger, Politiker und politische Interessierte zusammen gefunden und schreiben über die eventuell anstehende Bundestagswahl im September diesen Jahres. Ich hatte hier schon darüber geschrieben.

Als Mitautor bin ich natürlich befangen, trotzdem möchte ich hier eine kleine Zwischenbilanz ziehen. Der Autorenkreis ist eine sehr interessante und bunte Mischung unterschiedlichster Vertreter und Interessen geworden. Die Beiträge sind nach einigen ganz anfänglichen Unschärfen gut und repräsentieren einen breiten Querschnitt zwischen Kritik an den unterschiedlichen Protagonisten der anstehenden Wahl und Werbung für sie.

Warum ein Weblog und kein Wiki?
Im Gegensatz zur Wikipedia-Gemeinde geht es bei diesem Projekt nicht darum, möglichst “das gesamte Wissen der Welt”, oder in dem konkreten Fall “das gesamte Wissen zur Bundestagswahl” anzusammeln und vor den gleichen Problemen zu stehen, mit denen sich Wikipedia und andere konfrontiert sehen… Übersichtlichkeit, Transparenz, Konsistenz, Nachvollziehbarkeit und Verantwortlichkeit.

“Wahlblog.de ist der Versuch, den Wahlkampf für die Bundestagswahl kritisch zu begleiten und die Themen aufzugreifen, die uns wichtig sind. Es schreiben hier Blogger mit unterschiedlichsten politischen Meinungen, Themenschwerpunkten und Herangehensweisen.”

Ein Projekt mit Zukunft?
Das bisher latente und unorganisierte, nur durch wenige Protagonisten ans Tageslicht gekommene Potential des Internets zur Demokratisierung und “grasroot”-Globalisierung der Medienlandschaft wird durch Projekte wie das Wahlblog, aber auch ähnliche, zum Beispiel das Bildblog erstmals in einer professionalisierten Form sichtbar.

Gleichzeitig ist es der logische Schluß der vernetzten Welt und die massive Zunahme der Bedeutung von temporären Interessensgemeinschaften wird, wenn den der Umkehrschluß zulässig ist, daß sie zu Gunsten anderer sozialer Bande gewählt werden, das Abflauen des Humanismus in den westlichen Gesellschaften offenbaren. Es könnte, wenn denn diese Theorie zutrifft, zumindest als ein “Projekt der Zukunft” bezeichnet werden.

siehe auch:
- Scheibendenken
- Publikationsstrategien im Wandel
- Die Kondensation des Wissens

im Wahlblog:
- Die Reiter der Apokalypse
- Renaissance der Bürgerrechte?

July 27th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s]

“Was die Blogosphäre an Inhalten beschert, deckt so ziemlich alle Lebensbereiche ab. Es reicht von psychopatisch stammelnder Verbal-Diarrhoe über den Wortwitz des Alltäglichen bis zu themenzentrierten Fach- und Politikpublikationen teilweise höchster Qualität. Bisweilen findet sich Kunstträchtiges und Literaturverdächtiges. Doch was auch immer vermittelt werden soll, es musste bisher in möglichst treffende Worte gefasst werden. Das ändert sich derzeit: Nach den Podcasts machen nun die Vlogs, also Video-Blogs, von sich reden.”

Daß die Qualität durch ein Mehr an Technik steigt, ist unzweifelhaft widerlegt, trotzdem halte ich diesen Trend für interessant, weil er zu mehr Authentizität im Web führt. Die Unart, den Besucher einer Website über den Betreiber im Unklaren zu lassen oder maximal mit einigen wenigen kurzen und neutralen Hinweise im Impressum abzuspeisen scheint vorbei… Videoblogging ist da nur der nächste Schritt. Trotzdem kann auch Anonymität ein wichtiger Punkt sein…

Nun - wenn es zu einer Kultur führt, in der sich Institutionen und Unternehmen transparenter darstellen und trotzdem an wichtigen Stellen Anonymität akzeptiert bleibt - dann kann ich diesen Trend nur willkommen heißen. Ob er, wie oben erwähnt zu einem besseren Web im Sinne qualitativer Inhalte führt, halte ich jedoch für zweifelhaft.

July 27th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s]

Lisa Sonnabend bat mich, hier auf ihre Umfrage, die sie im Rahmen ihrer Abschlußarbeit am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Ludwigs-Maximilians-Universität München vornimmt, hinzuweisen. Was hiermit geschehen ist.

July 23rd, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s]

“Mit dem Blog “Greek Tragedy“, in dem Stephanie Klein seit gut anderthalb Jahren Details ihres Lebens veröffentlicht, schaffte sie es unter die meistbeachteten privaten Blogs weltweit. Laut Technorati, einem Web-Log-Tracker, steht Klein im Ranking der meistverlinkten Blogs auf Platz 2132. Gemessen an 13,8 Millionen Blogs weltweit und angesichts der Tatsache, dass die am häufigsten rezipierten Blogs meist politische und gesellschaftsrelevante Kommentare enthalten, ein beachtliches Ergebnis. Grund genug für die Medien, einen genaueren Blick auf das Werk zu werfen. Das Resultat erscheint im April 2006 bei ReganBooks: Der amerikanische Verlag veröffentlicht die Memoiren der jungen Frau unter dem Titel “Straight up and Dirty”. Der amerikanische Fernsehsender NBC verarbeitet den Stoff in einer Sitcom.”

July 8th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s], semantische netze, kollektives Gedächtnis

“Mit den Anschlägen von London haben es erstmals die Fotos und Videos von Mobiltelefonen in die Hauptnachrichten und auf die Titelseiten geschafft. Die “Live”-Bilder aus der Westentasche sowie Weblogs gelten als Beginn einer neuen Entwicklung. Handys machen Nachrichten.”

Technologie vermag soziale Netze zwischen Unbekannten zu spinnen: Überall finden sich Hinweise auf Blogs und Moblogs, Zeitungen titeln mit Bildern von Handykameras… Doch sind neue Ideen gefragt die vorhandene Datenmenge, solange sie freiwillig und im bewußten Einverständnis der Besitzer zur Verfügung gestellt wird, zu vernetzen und entsprechend aufbereitet mehrwertbringend wieder allen direkt zur Verfügung zu stellen.

siehe:
- buzztracker
- Location based services
- mates
- Urbane Datenräume
- Kind geortet, Mutter glücklich - Orwell grüßt!
- Uni Stanford will GPS-Daten mit Bild speichern
- Ubiquitous Computing
- I was thinking…

June 3rd, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s]

Nicht nur weil ich Mitautor bin, sondern weil es generell ein interessantes Experiment ist, hier der Verweis auf das Wahlblog. Mal sehen, wie erwachsen die Bloggerszene ist, ob eine sachliche und offene Diskussion stattfinden kann, oder ob Flames die Geschichte dominieren werden.

“Until now the topic of »location based services« has been more a theoretical discussion about geological references to online data. Now there are obvioulsy a number of developments (and some rumors) that try to create datasets with longitude/latitude metadata.”

Oliver referenziert in seinem Artikel auf “Plazes”:

“A Plaze is a physical location with a local network - private or public, wired or unwired. A Plaze constitutes of the information about the actual location like pictures, comments and mapping information, as well as the people currently online at that Plaze.”

Interessant wird dieser Ansatz dann, wenn User persönliche Daten, aktuelle Erfahrungsberichte und Fotos bereitstellen. Eine Erweiterung des Weblog/Wiki/Flickr-Gedankens; es geht nicht um die Abbildung von persönlichen Gedanken einer Person oder Gruppe, oder einer nackten Ortsbeschreibung, sondern um einen aktuellen Kontext, der an einem realen Ort “haftet”.

Tools, wie der Social-Explorer, könnten Standortinformationen um statistische/demographische Daten ergänzen:

socialexplorer

So wird eine unbekannte Umgebung schnell einzuschätzen. Daß solche Umgebungsdaten auch mißbraucht werden können, dürfte klar sein. Der oft geforderte Code mit den Möglichkeiten der Vernetzung, kann hier nur wieder in Erinnerung gebracht werden.

Projekte wie Loopcity zeigen dann noch einen weiteren Ansatz, verknüpft mit GPS-Systemen lassen sich erzählerische Ansätze in Lebensgeschichten, quasi automatisierte, den Kontext und die soziale Umgebung berücksichtigende Tagebücher…

loopcity

siehe auch:
- Kind geortet, Mutter glücklich - Orwell grüßt!
- Uni Stanford will GPS-Daten mit Bild speichern
- Ubiquitous Computing
- GeoLocal
- Sicherheitswahn untergräbt Freiheit

May 1st, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s]

Für April darf ich mich über 54.329 “eindeutige Besucher” freuen, bei denen ich mich natürlich direkt für ihr Interesse bedanke. Damit läuft der April dem vorhergehenden März den Rang als erfolgreichster Monat ab.

In diesem Monat waren folgende Artikel sehr begehrt:
- Demokratie-Hacks, Weblogs und freie Meinungsäußerung
- Medien und Demokratie
- Nabelschau Dezember
- last minute Weihnachtsgeschenke
- Weblogs im Fernsehen
- wag the dog?
- Star Trek Kommunikator von Siemens
- Weihnachtsgeschenke für Designer
- Zehn Jahre Bielefeld-Verschwörung
- wenn maschinen programmieren
- Rot-Grün macht Ernst mit dem Akteneinsichtsrecht
- Weblogs an Universitäten
- 1984
- Google will Millionen Bücher fürs Internet digitalisieren
- Ein Bildungsnotstand jagt den nächsten
- information visualization
- Designer’s Weihnachtsgeschenke
- Mitarbeiter berichten per Blog
- Drei, zwei, eins, retour
- Was macht eine Webseite glaubwürdig?
- Google startet Buch-Suchdienst