Archive for the 'usability' Category

January 30th, 2005 by Tim Bruysten in innovation, usability, leute, design + struktur, [geschichte der zukunft]

Berühmt wurde Douglas Engelbart als Erfinder der Computer-Maus. Doch gehen viele weitere, bahnbrechende Ideen auf seine Gedanken zurück. Heute Selbstverständliches wie das “Copy & Paste” an grafischen Benutzeroberflächen wurde von ihm entwickelt und auf der “Mutter aller Demos” von ihm vorgestellt; er promovierte über Gas-Plasma Bildschirme, für die er 13 Patente erlangen konnte.

Eine kleine Übersicht über weitere interessante Denk-Werke von ihm gibt es hier:
invisiblerevolution.net

Weitere Informationen:
- heise.de: “5,5 Millionen Minuten für die Menschheit” — zum 80. Geburtstag von Douglas Engelbart
- de.wikipedia.org: Douglas Engelbart
- Zeit.de Der Erfinder der Maus (von 1998)

ein Zitat von Douglas Engelbart aus letzterem Link:

Nehmen Sie ein Computerdokument. Die Leute glauben immer noch, es müßte wie ein Dokument aus Papier aussehen - und dabei übersehen sie, daß sie es mit einem neuen Medium zu tun haben. In Zukunft werden wir anders mit Wissen umgehen und es auch anders verpacken. Ein Dokument kann die unterschiedlichsten Formen haben. Ich habe viel Energie darauf verwandt, das den Leuten klarzumachen. Die elektronische Post, die wir 1970 entwickelt haben, hatte schon Links, das heißt, sie konnte mit allen möglichen Objekten verknüpft werden - und trotzdem: Wenn man heute von einem Dokument spricht, denken die Menschen immer noch an ein zweidimensionales, statisches Ding.

January 30th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, accessibility, usability

“In einer Serie schildert Eva Papst ihre ganz persönlichen Erfahrungen und gibt Tipps und Tricks zum Umgang mit dem Medium Internet, das sie sich nicht, wie die meisten Menschen über den Bildschirm, sondern mit einem Screenreader erschließt, denn Eva Papst ist blind. Das hält sie weder davon ab, im Web zu surfen, noch anderen Menschen Gutes zu tun, indem Sie eine Anleitung zum “einfachen Surfen” anbietet. Ihr selbst zeigt sich das Internet neben der Wiedergabe des Bildschirminhalts durch synthetische Sprache zusätzlich durch eine 40 Zeichen umfassenden Braillezeile. Aus der Anleitung wird offensichtlich, welche Probleme schon so einfach gestrickte Seiten wie Google machen können. Auch für “Nicht-Blinde” eine Lektion.”

siehe dazu auch:
- Videos über Hilfsmittel
- Apple stellt »Spoken Interface« vor
- Usability und Accessibility

January 26th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, accessibility, usability

abctastatur.jpg

“QWERTZ, beziehungsweise QWERTY (auf englischen Tasturen) ist eine Buchstabenfolge, die wir alle verinnerlicht haben - zumindest gilt das für den tippenden Teil der Bevölkerung. Irgendwann haben wir gelernt und akzeptiert, dass die Buchstaben auf einer Schreibmaschinen-, respektive Computertastatur in einer Art geordnetem Chaos vorliegen: völlig kreuz und quer, aber zumindest immer gleich.
[…]
Das amerikanische Unternehmen New Standard Keyboards pflegt die beliebte Legende, das habe mechanische Gründe: Als die ersten mechanischen Schreibmaschinen entwickelt wurden, habe man die Tastatur so auslegen müssen, dass ein zu schnelles Tippen verhindert würde. Denn ginge es zu schnell, verhakten sich angeblich die Buchstaben miteinander…”

Sowas! Leider habe ich keine Ahnung, ob ich mit einer ABC-Tastatur ebenso schnell schreiben können würde, wie mit der QWERTZ-Version, doch habe nicht nur ich, sondern Millionen von Benutzern das aktuelle System so sehr verinnerlicht…. Nein, ich wäre nicht bereit umzusteigen, das wäre schlimmer, als den Blinker im Auto nach rechts zu setzen, oder die Sonne Nachts scheinen zu lassen!

January 17th, 2005 by Tim Bruysten in information architecture, usability

“In dem aktuellen Artikel ”Navigation Blindness” fasst Henrik Olsen zusammen, was man über Navigationssysteme eigentlich gar nicht hören mag. Diese nämlich sind zu einem gewissen Grad schlichtweg überflüssig. Nicht etwa weil die Theorie das vorhersagt, sondern weil der Surfer sie partout nicht benutzen mag. Der nämlich klickt am liebsten auf Links, die ihn konkret zum Gesuchten führen - oder es zumindest versprechen - egal wo er sie findet.”

January 15th, 2005 by Tim Bruysten in mediengestalter, interFACE, navigation, usability

“Eine hübsche Idee in Sachne Suchbox hat man sich bei media|nrw einfallen lassen. Die “Suche” ist Bestandteil der Menüleiste und klappt erst bei Bedarf ein entsprechendes Suchfeld auf. Das ist nicht schwieriger als üblich zu benutzen und sorgt für ein aufgeräumtes Design mit Pfiff.”

January 6th, 2005 by Tim Bruysten in innovation, usability

“Immer schön die Hände am Steuer lassen, das empfehlen auch Rallye-Veteranen. Warum auch nicht, bald sind alle Bedienelemente im Cockpit am und ums Lenkrad herum versammelt: Schalthebel, Radio, Blinker und Navigation. Nun muss nur noch die Fingerkoordination verfeinert werden. “

Da sagt man doch immer, dem “Verbraucher” müßte ein mindestens 1000 prozentiger Vorteil entstehen, damit er eine Gewohnheit für eine Neuerung aufgibt. Ob die im Spiegel-Artikel in Aussicht gestellten, oder auch aktuellen Änderungen, an der Bedienung der Automobile jedoch Vorteil genug sind, dass sie von der Zielgruppe akzeptiert werden, bleibt abzuwarten. Ich habe jedoch den Verdacht, dass bei Prestige-Objekten eine andere Regel gilt.

Dass ein persönliches Alleinstellungsmerkmal des Benutzers technischen Ändergungen einen Hype mitgeben kann, dass sie schon allein dadurch die Hälfte der Hürde, im Markt akzeptiert zu werden, überspringen können…

Eine Änderung finde ich jedoch bedenklich. Ein kreisrundes Lenkrad hat den entscheidenden Vorteil, dass ich niemals darauf achten muß, wie es steht, um es sicher fassen und benutzen zu können. Gerade in stressigen Gefahrensituationen kann ein nicht-kreisförmiges Lenkrad daher zu einem Sicherheitsrisiko führen.

January 6th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, usability

Wie bereits angekündigt, hat heute.de ein Redesign bekommen.

“Heute.de hat ein neues Gesicht. Das Nachrichtenportal des ZDF geht mit modernem Design, mehr multimedialen Inhalten und weitgehender Barrierefreiheit ins Netz.”

Leider ist meine Wunschliste nicht erhört worden und im Safari stimmen einige Kleinigkeiten (noch) nicht:

heute.de_neu2005.jpg

Gut finde ich, wie die rechte Informationsleiste neu und übersichtlicher angeordnet ist, während mir die Hauptnavigation auf der linken Seite etwas mickrig wirkt. Insgesamt sind die Änderungen als Details zu bewerten, die leider keinen großen Wurf darstellen.

Trotzdem bleibt die heute - Website eine der besten Nachrichten - Websites. Besonders, da seit Anfang des Jahres der nervige T-Online-Zusatz im URL fehlt!

January 2nd, 2005 by Tim Bruysten in usability

“Vom Gurtpiepser zum Müdigkeitsdetektor: Die Autoindustrie bringt Innovationen, die den Menschen am Steuer entmachten - und nerven.”

Der Artikel bringt gute Beispiele für die Grenzen, die Ingenieure nicht überschreiten sollten, bei allem guten Willen ihrerseits. Doch der Fahrer trägt die Verantwortung für sich und sein Auto; also muß er auch die letzte Entscheidungsinstanz sein.

Doch stellen sich für einen Designer noch ganz andere Fragen, kann nicht die Fahrsicherheit vor allem auch durch bessere Interfaces gewährleistet werden? Können nicht neue Techniken, wie transparente und flexible Displays, dem Fahrer wesentlich bessere und umfangreichere Informationen zur Verfügung stellen und ihn gleichzeitig entlasten?

Eine Menge Ideen warten darauf, realisiert zu werden. Fragt sich, wann Ingenieure darauf kommen, Designer danach zu fragen und dann endlich wirklich gute Autos bauen werden…

December 19th, 2004 by Tim Bruysten in usability

“Vor Weihnachten sind Schaufenster und Regale mit den neuesten technischen Errungenschaften voll - aber für Senioren, die ein einfaches Handy oder einen unkomplizierten DVD-Player suchen, ist selten etwas dabei. Dabei ist kaum eine Bevölkerungsgruppe in den vergangenen Jahren so stark in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Kein Wunder: Bereits heute sind knapp ein Viertel aller Bundesbürger über 60 - Tendenz steigend.”

Typisches Phänomen, wenn Designern nicht genügend Kompetenzen in der Produkt-Entwicklung eingeräumt werden. Denn Geräte werden nicht für ihre Funktionsvielfalt, sondern für den Benutzer gemacht. Wer das vergißt, erntet solche Schlagzeilen; die durch ihre Existenz auf der anderen Seite zeigen, dass es ein langsam erwachendes, allgemeines öffentliches Verständnis der Problematik zu geben scheint.

November 25th, 2004 by Tim Bruysten in usability

Wollen wir mal hoffen, dass der Trend (s.u.) anhält, denn wenn mehr Benutzer Wert darauf legen, dass ihre Bedürfnisse und nicht (pseudo-)technische Aspekte Grundlage der Entwicklung sind, werden hoffentlich andere dem Vorbild Apples folgen.

“Die PC-Nutzer, die zu Apple wechseln wollen, sind laut Piper Jaffray keine “Techie”-Typen. Sie sind eher weniger daran interessiert, die Technik zu verstehen, als an der einfachen Handhabe und können sich einen Apple leisten.”

Eine Aussage des Artikels, die zwischen den Zeilen steht, muß jedoch korregiert werden, der Satz, Apple Benutzern läge nichts am technischen Verständnis, ist so nicht korrekt. Richtig ist vielmehr, dass es einem Mac-User freisteht, ob er einfach nur ein gutes, effizientes Interface nutzen will, oder ob er in die tiefe eines Unix-Systems einsteigen möchte, mit allen Möglichkeiten. Und es gibt viele Mac-User, die genau dies tun, ein effizientes Interface mit der Macht einer Unix-Maschine kombiniert zu nutzen.