Im Wavetank habe ich mir ein paar Gedanken zum real existierenden Netzwerk-ismus gemacht. Mit dem vorläufigen Ergebnis, dass das Netzwerken selbst sein Machtpotential in einer durchvernetzten Gesellschaft verlieren wird und abstraktere Methoden an Bedeutung gewinnen werden.
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Inzwischen hat die Ästhetische Gesellschaft schon zwei weitere Male getagt. Hier der Kurzeinstieg:
Session 6: Die Kunst des Sehens
Wie lässt sich der Fortschritt bemessen? Die Gesellschaft denkt an meinem Artikel “Vom kulturellen Wirkungsquantum” im Wavetank herum. Exemplifiziert wird dies zum Beispiel anhand des iPads und der schon in Session 5 angedachten Beschleunigung durch Metaphernbildung.
Session 7: Epiphifzen und digitale Schwerkraft
Die 7. Session der Ästhetischen Gesellschaft mäandert durch die Themen: Wechselwirkung von Gesellschaft, Technologie mit kulturellen Artefakten wie Legislaturperioden, kurz wird Rorty gestreift, Facebooks globaler iLike IT Button bekommt ebenfalls etwas Aufmerksamkeit, von hinten schleicht sich die Robotik an und schließlich spielen wir mit einigen Gedanken zur Schwerewirkung zunehmender Digitalisierung. Das letzte Thema klingt, als bedürfe es noch einer Vertiefung.
Im Kontext der siebten Session sind lesenswert:
- Siggi: Maßstab Politik
- Die Kybernese der Gesellschaft
- Wavetank: Präzision und Unsichtbarkeit
Ich fühle mich sehr geehrt, denn die Akademie des dt. Buchhandels lädt zu einem Seminar zum Thema “Social Media für Corporate Publisher” – mit mir als Referenten.
Das Seminarziel
Das Seminar vermittelt einen Überblick über Social Media sowie Chancen und Risiken verschiedener Nutzungsszenarien im CP. Dabei werden Methoden und Techniken zur Nutzung von Social Media für die Unternehmenskommunikation vorgestellt. Die Teilnehmer erfahren, wie sie Kommunikations- und Wertschöpfungskonzepte für Social Media einschätzen und an ihre individuellen Anforderungen anpassen können.
Das Seminar wird stattfinden vom 29.07.2010 bis 30.07.2010 in München.
Der zur Zeit weit verbreitete Versuch, die bestehenden Monetarisierungsprozesse als die Einzigen darzustellen, erscheint unter aufgeklärten Personen immer mehr als eine Reminiszenz an vergangene Jahrzehnte – früher war alles besser. Das ist zwar weder konstruktiv noch hilft es irgendwie weiter ;-), aber es ist eine zeitlang entschuldbar.
Sobald die Argumentation jedoch von der anderen Seite ausgeht. Und jeder alternative Ansatz als antikapitalistisch oder unrealistisch dargestellt wird, muss man, um des Fortschritts Willen, die Propheten dieser Schule entlarven. Die Erhöhung der Ektropie gesellschaftlicher Strukturen ist ein natürlicher Prozess; Protagonisten, die hierin ebenfalls eine höhere Form der Unwahrscheinlichkeit annehmen können, werden selbstverständlich auch weiterhin im Wettbewerb bestehen…
Herzlich willkommen zur vierten Session der ästhetischen Gesellschaft, die mit einem Diskurs zu den Phänomenen einer OpenAccess-Gesellschaft beginnt.
[v.l.n.r. Siggi, Dr. J., Tim (ich)]
Mehr Infos gibt es im Wavetank
Manchmal geht es ruckartig. Ein Ereignis teilt die Geschichte in ein Vorher und ein Nachher. Zuletzt geschehen vor rund einer Woche. Zumindest wenn man den Blick auf die Evolution sozialer Systeme richtet. Geht man von dem Axiom aus, dass das realisierbare wie das realisierte Kommunikationspotential grundlegende Qualitäten von Gesellschaften jeder Größe sind, so ist die Vernetzung von Individuen innerhalb der Gesellschaften, wie auch die Vernetzung zwischen Gesellschaften eine der Kennzahlen für ihren Entwicklungsstand.
Solange Vernetzung jedoch ein rein technischer, infrastruktureller Begriff ist, liegt der Schwerpunkt eher auf der abstrakten Idee des realisierbaren Kommunikationspotentials. Dieses hat im letzten Jahrhundert ausgereicht, um einige Visionäre (Beispielsweise: Ted Neslon [Xanadu], Douglas Engelbart [NLS], Apples Knowledge Navigator und viele mehr…) zu wirklich atemberaubenden Ideen zu verhelfen.
Google Wave
Google hat es nun mit Wave geschafft, diese Visionen in die Gegenwart zu transformieren und in einem konkreten Produkt zu verankern. Wave steht auf den geistigen Schultern der Pioniere der digitalen Kommunikation aus dem letzten Jahrhundert. Es ist die logische Konvergenz von Wikis, Blogs, Mikroblogs, Chat, Instant-Messaging, E-Mail, Dokument-Management, Versions-Management, Knowledge-Management, kollaborativem asynchronen und synchronen Arbeiten und viel mehr. Eine erste Vision, wie dieses Potential in Unternehmen integriert werden kann, habe ich hier gepostet.
Doch wie jede Erfindung, ist auch Google Wave nur ein Anfang. Wie das iPhone vor zwei Jahren das mobile Web revolutionierte und den Milliardenmarkt der mobile Applications erfand, so war es im Endeffekt vor Allem eins: Ein Beschleuniger für die Anderen.
Prä-Wave
Vor einigen Wochen interviewte mich das Handelsblatt. Hätte ich in der Post-Wave Zeit dort was anderes erzählt? Teilweise schon. Wie schon erwähnt, ist Google Wave zwar in seiner Dichte, nicht jedoch in seinem Ideenspektrum neu. Doch die Manifestierung dieser Ideen, verändert die konkreten Bedürfnisswelten, vor Allem die meinen. Brauchen wir das semantische Web im Post-Wave-Zeitalter? Ja! Eher mehr als vorher. Aber: Es wird zudem was es sein soll: Ein unsichtbarer Helfer.
Schöpfungshöhen von Wellen
Der wichtige Moment jetzt ist: Eine Wave ist viel mehr als eine E-Mail, die eher eine Infrastruktur darstellt. Wenn das Web geronnene Soziologie ist, dann kann eine Wave das Wissen eine Gruppe manifestieren. Was im Endwurf von Google noch fehlt, ist eine Anzeige für die Schöpfungshöhe einer Wave. Ab wann kann man eine Wave als Patent anmelden? Ab wann ist die Gruppe, die via Wave kollaboriert eine GbR? Diese Fragen und viele weitere Fragen haben wir (Siggi Becker, Alexander Benker, Peer Lambertz und ich [richtwert, XING]) vor ein paar Tagen in meinem Office diskutiert…
… what’s next?
Thema: Beschleunigung von Kollaboration und Kooperation. Was genau, verrate ich noch nicht :-)
am 09. März ist es wieder soweit. Der 08. Düsseldorfer Webmontag findet am gewohnten Ort im barco an der Charlottenstraße 51 statt. Weitere Informationen gibt es, wie immer, im Wiki.
Willkommen ist jeder, der sich für die Themen Web2.0, mobile Web, Internet, sozial Networking, Knowledge-Management usw. usf. interessiert.
Ab 19:00 Uhr geht es los. Pünktlichkeit ist nicht erforderlich.
meet.able ist eine Multi-Touch-Vision von Dominic Kennedy. Einer meiner Studenten an der FH-Aachen im Fachbereich “Communication and Multimediadesign“. Dies ist nun seine Bachelor-Arbeit. Da ich der Zweitprüfer bin, werde ich mich hier vorläufig nur neutral äußern und empfehle einfach jedem, sich seine eigene Meinung zu bilden ;-)
Der siebte Düsseldorfer Webmontag wird am 13. Oktober 2008 ab 19:00 Uhr wieder im barco in der Charlottenstraße 51. Was ist Webmontag?
Ein Webmontag ist zunächst mal immer ein Montag. Und es ist einfach ein Grund sich zu treffen. Wenn man sich für Web2.0, Internet, Medientechnologie, social networking, Interfacedesign, Web-Entwicklung, Zukunftstechnologien, konvergente Medien oder nette Leute interessiert.
Es kommen Designer, Ingenieure, BWLer, Programmierer, 3D’ler, … Nerds, Visionäre und einfach Interessierte.
Eingeladen ist jeder :-)
Mehr Informationen hier.
Beschleunigung ist heutzutage in aller Munde. “Die Welt geht immer schneller”, so eine unscharfe und im Wortsinn natürlich falsche Analogie. Gespräche in den letzten Wochen haben mir deutlich gezeigt, daß viele Menschen mit dem Begriff der Beschleunigung große Schwierigkeiten haben, wenn er sich nicht auf direkte makrophysikalische Fortbewegungsphänomene oder latente Gefühle bezogen auf die Umweltrezeption des Individuums, sondern auf den Genotyp unserer symbiotisch-evolutionären Fortentwicklung bezieht.
Zwar gibt es eine berechtigte Ebene, auf der Menschen ihre latente und durchaus zurecht unscharfe Angst (oder Hoffnung?) vor der Beschleunigung gesellschaftlicher Prozesse äußern, doch in einem designerischen Kontext, der sich auf verschiedene mögliche (unmittelbare) Zukünfte vorbereiten möchte, sollten andere Sprungmarken erreicht werden.
Wer für die Welt von morgen relevante Bilder zeichnen möchte, der muß selbige mit all ihren Verwebungen antizipieren. Diese Forderung ist unmöglich zu realisieren, wenn man hierbei eine detailabbildende Glaskugel vor Augen hat. Denkt man jedoch in verallgemeinernden, höherschichtigen Metaphern, so wird die Suche nach einer dauerhafteren Semiotik für beschleunigende evolutionäre Prozesse ins Reich der Möglichkeiten gerückt.
Im Falle von exponentiell beschleunigten Prozessen müssen wir demzufolge die “zweite linguistische Ableitung” suchen, um in ruhige Gewässer zu gelangen. Aber: Welchen Faden aufnehmen?
siehe auch:
- Designtheorie?
- Konvergente Technologien
- Technologische Wahrnehmungslücke?
- Peak Web
- Beschleunigung der Unschärfe
- Gentechnik goes Web2.0
- Symbiotic Web
Wozu braucht es eine Designtheorie, eine Designwissenschaft? Als Designer, der die Fackel des theoretischen Designs versucht hoch zu halten, wird man erstaunlich oft mit solchen Fragen konfrontiert.
Nun sollte man denken, daß die Notwendigkeit einer Designtheorie auf der Hand liegt. Ein Designer muß sich mit Menschen auskennen, er muß wissen wie Lernen funktioniert, wenn er Objekte (reale oder virtuelle) gestalten möchte, die vom Benutzer verstanden werden können. Er muß wissen wie Aufmerksamkeit funktioniert, wenn er Botschaften senden möchte, die wahrgenommen werden (können). Er muß wissen, wie soziale Systeme funktionieren, wenn er neue Technologien in Gesellschaften integrieren soll. Er muß soziologische Prozesse verstehen, wenn er Marketing betreiben möchte. Und dies alles noch in verschiedenen Kreuzungen und Verpflechtungen.
Zudem ließe sich diese Liste lange fortsetzen und beginnt hier nur mit allgemeinen Grundlagen, die irgendwie jedem Designer egal welcher Disziplin nutzbringend sind. Sie beantwortet auch die Frage, warum Designer tiefe Kenntisse auf wissenschaftlichem Niveau über verschiedene Disziplinen anderer Geistes- und Sozialwissenschaften, ja auch Ingenieurswissenschaften verfügen sollten.
Es wird jedoch noch nicht die Frage, nach der Berechtigung einer eigenen wissenschaftlichen Designdisziplin beantwortet. Diese Antwort läßt sich in zwei Teilen gliedern.
Der erste liegt auf der Hand. Ein Designer braucht einen spezifischen Ausschnitt der oben angerissenen Disziplinen und muß sich in einen eigenen Sinnkontext bringen. Diese Theorie muß sinnvoll mit den praktischen Designfächern in einen logischen Zusammenhang gebracht werden und dem werdenden Designer erlauben, die notwendigen sinnlichen Erfahrungen zu sammeln, von denen die große Macht der designerischen Lösung technologischer Probleme ausgeht.
Die zweite ist etwas verborgener, ist indirekter aber ungleich mächtiger. Geht man von einer Designtheorie als Wissenschaft aus, so beantwortet sich die Frage nach ihrer Relevanz auch, in dem man ihre Möglichkeiten beschreibt; die Designtheorie wird qua ihrer Existenz zu einem wichtigen (und immer wichtiger werdenden) Faktor in der gesamten Forschungslandschaft hinsichtlich der Herausforderungen der Zukunft.
Wie das? Autosinnerzeugung? Ja! Denn die Herausforderungen die den Gesellschaften des Planeten Erde in den nächsten Jahren und Jahrzehnten gegenüberstehen sind vorallem eines: Heterogen. Und im besonderen ein zweites: Beschleunigt.
Neue Technologien sind immer tiefer in die Gesellschaft integriert, immer unsichtbarer, immer mächtigere Werkzeuge. Und immer komplexer werden die Kongruenzen, die Vernetzungen, die Konvergenzen von Technologien. Nano geht mit synthetischer Biologie, Gen-Forschung mit dem World-Wide-Web.
Keines dieser Produkte ist als einzelne Entität der realen Welt sichtbar. Für alle benötigen wir aber dringend Semiotik, für alle Umgangsregeln, für alle benötigen wir Interfaces, mit deren Hilfe wir mit diesem Produkten interagieren können.
Doch die zunehmende Beschleunigung selbst verlangt ebenfalls ein Regelwerk, um verstanden zu werden. Bezugnehmend auf die Artikel “Konvergente Technologien“, “Technologische Wahrnehmungslücke?” und “Peak Web” möchte ich fordern, daß wir nicht nur eine allgemein zugängliche Beschleunigungssemiotik entwickeln, sondern auch Modelle für die mehr und mehr beschleunigte Welt gestalten.
Von der Reaktion hin zur Aktion gegenüber der technologischen Entwicklung zu gelangen; Forderungen zu stellen, wie die Potentiale der Technologie sinnvoll genutzt werden können, die Frage zu stellen, ob das Design für die Zukunft tatsächlich eine mehr und mehr sinngebende Rolle übernehmen könnte und die daraus erwachsene Verantwortung zu verstehen.
Nun sollte jedem der ernsthaft und in einem heterogenen Umfeld Design studiert hat, ein Licht aufgehen. Zukunftsfähiges Design kann nicht in praktische Module verpackt werden, zukunfsfähiges Design muß erdacht werden. Es gilt hochdynamische Prozesse zu begreifen, zu verinnerlichen, auf die Metaebene zu transformieren um den Prozess der Veränderung greifbar zu machen.
Hier nun den Schluss zu ziehen, Science Fiction als Designdisziplin zu vereinnahmen, ist zu kurz gedacht. Aber auch hier kann das Design eine Rolle spielen und hat es in den vergangen Jahren auch immer wieder gespielt; Zukunft besteht aus Bildern. Doch allzu oft wirken aus der heutigen Perspektive die Visionen der Vergangenheit sehr kindlich und naiv. Daher gilt es, einen evolutionären Standpunkt einzunehmen und in der Designausbildung, wie der Praxis mit linearen Zukunftsprojektionen vorsichtig umzugehen.
Bei all dem sollte nicht vergessen werden, die Zukunft ist ein Bild der Gegenwart. Und sie wird es immer bleiben. Ein Bild, an dem extrem viele Maler in exorbitant unterschiedlichen Stilen gleichzeitig zeichnen. Nur der Raum in der Tiefe wird von Tag zu Tag größer.
Weitere Denkanregungen:
- Beschleunigung der Unschärfe
- Mensch und Maschine verschmelzen
- The Sky is the limit
- Öffentliches Wissen
- Neurologie und Design
