“Die Wanderausstellung “Bilder, die lügen” hinterfragt die Objektivität von Bildern und zeigt, wie Manipulationen entstehen. Von “A wie Aktuelles” bis “Z wie Zukunft” kann der Besucher in ein Lügen-Alphabet eintauchen. Rund 300 Beispiele zeigt die Wanderausstellung der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist vom 13. März bis 3. Juli im ZDF-Sendezentrum in Mainz zu sehen.”
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Gerade habe ich einen Artikel von Oliver Wrede gefunden, der sich ebenfalls zur “Planetopia-Affaire” äußert. Auf seine berühmt-charmante Art; doch mit unfassender Analyse.
“Ich habe selten ein derartig dummes Stück Reportage gesehen, welches einen neun Minuten Beitrag an einem einzigen Gedanken aufzieht. In diesem Fall: die zweifelhafte journalistische Qualität von Weblogs.
Der Planetopia-Beitrag verkennt leider vollständig die Problematik, der er medienkritisch nachzuspüren versucht - und wird dadurch selbst zum Gegenstand einer Medienkritik. Dabei wäre es an der Zeit den sozio-politischen Subtext des Weblog-Trends einmal zu beleuchten und sich zu Fragen ob mehr dahinter steckt als nur eine Lustwandelei selbstverliebter Exhibitionisten, die sich als Meinungsmacher gefallen (was man zuweilen auch Fernsehredakteuren unterstellen darf).”
Im Grunde bleibt die Frage, ob eine C-Sendung wie Planetopia überhaupt verdient, so ernst genommen zu werden, wie einige Blogger es getan haben; was aber gleichzeitig beweist, dass viele dieser Blogger einen deutlich professionelleren Journalismus pflegen, wie eben jene Sendung… wie war der Name noch?
siehe auch:
- Weblogs im Fernsehen
““Der ganze kapitalistische Markt baut darauf auf, dass der Mensch unbewusst zu bestimmten Handlungen zu verführen ist und sich dabei noch frei fühlt”, meint etwa der Neurobiologe Gerhard Roth. Das Gefühl trügt: Man fühlt sich frei, aber man ist es nicht. In unzähligen Experimenten haben Forscher nachgewiesen, dass Erregungszustände im Gehirn schon eine Handlung ankündigen, noch bevor der Mensch sich bewusst ist, dass er überhaupt handeln will. Der Schuldvorwurf im Strafrecht beruht jedoch auf der Voraussetzung, dass ein Täter, statt rechtswidrig zu handeln, sich unter identischen Bedingungen auch normgemäß hätte verhalten können — wenn er nur gewollt hätte.
[…]
“Die Idee eines freien menschlichen Willens ist mit wissenschaftlichen Überlegungen prinzipiell nicht zu vereinbaren”, meint auch Wolfgang Prinz. Die Vorstellung der Willensfreiheit sei lediglich ein soziales Konstrukt; tatsächlich werde das individuelle Verhalten unbewusst determiniert: “Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun”. Was scheinbar als freie Willensentscheidung daherkommt, sei nichts anderes als das nachträgliche Ratifizieren einer Entscheidung, die das Gehirn in der gegebenen Situation schon längst getroffen hat.”
Zur Erholung erstmal Schiller:
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd’ er in Ketten geboren,
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Mißbrauch rasender Thoren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!
mehr davon? hier!
Aber, die Gehirnforschung wird wohl nicht irren. Bleibt die Frage, was mit diesem Wissen anzufangen ist. Falsch wäre, sich dem zu beugen; aber welche Herausforderung, welcher Triumpf, wenn es trotzdem eine freie und offene Weltgesellschaft gäbe, bestehend aus lauter selbstbestimmten Individuen?
Der Mensch ist nicht perfekt, doch er kann sich reflektieren und seine Höhle verlassen, die Schatten zu enttarnen, die wahre Welt zu betrachten. So kann er im Weg sein Ziel finden, in der Erkenntnis nichts zu Wissen, ausser dem.
externe Links:
- MPG: Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Neuro2004: Hirnforschung, Willensfreiheit und Strafrecht
- Hat der Mensch einen freien Willen?
- Gibt es Willensfreiheit?
Wie heise berichtet, kann man nun im Rülzheimer EDEKA-Markt via Fingerabdruck bezahlen. Weitere Märkte sollen folgen. Durch den Fingerabdruck verifziert sich die Person gegen das System, welches ein Lastschriftverfahren auslöst.
Solch ein System ist ganz sicher bequemer als Bar-Zahlung und geht wahrscheinlich auch schneller als Kreditkartenzahlung, die Frage ist jedoch, wer alles Begehrlichkeiten nach den Fingerabdrücken äußern könnte. Dürfen Staatsanwaltschaft/Polizei die Personendatenbank mit den Fingerabdrücken zur Aufklärung eines Verbrechens “beschlagnahmen”?
Und, ist sichergestellt, dass nicht jemand diese Fingerdruckdatenbank mißbraucht, Fingerabdrücke zu replizieren. Eine Anleitung, wie dies mit einfachen Mitteln zu bewerkstelligen ist, gibt es beim CCC.
Externe Links:
- Chaos Computer Club: Fingerabdruck im Pass erhöht Sicherheit nicht
Interne Links:
- Heute bauen wir einen Fingerabdruck
- Datenschützer: Überwachung ist eine “Gefahr für die Sicherheit”
- “Staat gefährdet Grundrechte der Bürger”
- Warnung vor totalem Überwachungsstaat
- Datenschützer rufen zur Diskussion über RFID sowie über geistiges Eigentum auf
- Big Brother is watching you
- Fußball mit dem großen Bruder?
“Aufgrund des rasanten technischen Fortschritts bei der Entwicklung von RFID-Chips und einem bevorstehenden großflächigen Einsatz dieser Technik hielt es die [EU-Datenschutz-]Arbeitsgruppe für erforderlich, auf mögliche datenschutzrechtliche Probleme insbesondere für Verbraucher hinzuweisen”
“Die freie Online-Enzyklopädie Wikipedia scheint nicht zu stoppen: Am heutigen Dienstag konnte mit Das Grüne Buch der zweihunderttausendste deutschsprachige Artikel gefeiert werden. Insgesamt zählt das freie Enzyklopädieprojekt mehr als 1,4 Millionen Artikel in über 50 Sprachen.
“
Hier wird er geliefert, der Beweis, dass die Globalisierung (und globale Konzerne) durch die von ihr hervorgebrachten Techniken und Medien, abgelöst werden kann.
siehe:
- wie die globalisierung die globalisierung überflüssig machen könnte
- Das Ende der Massenmedien
- Chancen der Globalisierung gemeinsam nutzen
- beim weltgipfel der informationsgesellschaft sorgt die menschenrechtsfrage für einen eklat
- Entwicklungsländer brauchen mehr Internet-Zugänge
aber, Wikipedia ist nicht frei von Kritik:
- Mißverstandenes Web
zum besseren Verständnis kollaborativer Arbeit und eines kollektiven Gedächtnisses:
- Evolution eines Wikipedia-Eintrags
- Blogs, Kollaboration und soziale Netzwerke
- discussion around social networks
und, in dem Zusammenhang auch noch interessant:
- wikipedia boomt
- Encarta für Arme: aktuell und korrekt
- auf dem web zum semantischen web…
- es ist eine Art, asynchron im Computernetz zu kommunizieren, die Spaß macht…
- Wikipedia wird Mainstream
“Die Erosion der Privatheit und Tendenzen zur Zensur im Internet gehören zu den größten Bedrohungen der Menschenrechte im Cyberspace. So zumindest sehen es Experten einer Arbeitsgruppe des Europarats mit dem länglichen Titel “Multidisciplinary Ad-Hoc Committee of Experts on the Information Society” CAHSI). Die CAHSI-Gruppe bereitet eine “Politische Erklärung über die Einhaltung der Menschenrechte in der Informationsgesellschaft” vor, die im Mai vom Ministerrat verabschiedet werden soll. Einen ersten Entwurf dazu diskutierten die Experten am Donnerstag und Freitag in Straßburg.”
siehe auch:
- UNESCO: Ohne Meinungsfreiheit keine Informationsgesellschaft
- 21C3: Hacker fürchten Orwellsche Zensurmöglichkeiten durch Trusted Computing
- T-Online sperrt Websites
- beim weltgipfel der informationsgesellschaft sorgt die menschenrechtsfrage für einen eklat
- Das »neue« Urheberrecht…
- Informationsfreiheit ist kein Verbrechen
- Weblogging ist für die Identitätsbildung und die Freiheit des Gedankens sehr wichtig
- als beführworter freien wissen
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”
“Rund 250 Journalisten, Aktivisten und Vertreter von Regierungen diskutieren bei der UNESCO in Paris über “Meinungsfreiheit im Cyberspace”. Organisator Mogens Schmidt vom Bereich Kommunikation und Information der UNESCO erwartet eine lebhafte Debatte zwischen den verschiedenen Parteien. Die Ergebnisse sollen in Form einer Erklärung oder eines Punkte-Katalogs in die anstehenden Verhandlungen bei der zweiten Vorbereitungskonferenz des Weltgipfels der Informationsgesellschaft (WSIS) eingehen. “Wir werden bei jeder Gelegenheit den Standpunkt vertreten, dass es sehr schwer ist, von einer Informationsgesellschaft zu reden, wenn es in dieser Gesellschaft keinen freien Informationsfluss gibt. Die Meinungsfreiheit ist das Sine Qua Non der Informationsgesellschaft”, sagte Schmidt.”
Bevor ich mich hier im großen Stil wiederhole, einige Links zu dem Thema:
intern:
- beim weltgipfel der informationsgesellschaft sorgt die menschenrechtsfrage für einen eklat
- Digital Rights Management: Wissenschaftsprivilegien noch umstritten
- IBM gibt 500 Patente für Software-Entwickler frei
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”
- ukraine_revolution
- IT-Vermittlung an Deutschlands Schulen mangelhaft
- Nachdenken über Open Source
- Was ist das tolle an Open Source Software?
extern:
- heise.de Musikindustrie mahnt heise online wegen Bericht über Kopiersoftware ab
Wieder einmal hat Mario Sixtus für heute.de einen interessanten Artikel zum Thema Weblogs verfasst. Darin spricht er auch die aktuelle Situation einer gewissen Sat1 Sendung an, deren Bericht über Weblogs von vielen Autoren selbiger eher als überzogener Populismus, denn Journalismus aufgefasst wurde:
Auszug: “Blogger und Journalisten: Die ungleichen Brüder Journalisten und Blogger belauern sich meist misstrauisch und sprechen sich gegenseitig die Glaubwürdigkeit ab. Dabei sind beide längst Teil eines einzigen - und einzigartigen - medialen Ökosystems innerhalb des Internets…”
Siehe auch:
- Der Schockwellenreiter: Planetopia lügt
- Planetopia: Die Blogger kommen
- intern: Weblogs im Fernsehen
- intern: Weblogs in der Diskussion
- Blogs, Kollaboration und soziale Netzwerke
- Mitarbeiter berichten per Blog
- Politik in Weblogs?
- Das Ende der Massenmedien
- … eine kultur des wissens
Die Sat1 Sendung “Planetopia” berichtete (gerade) über Weblogs mit einem emotional kritischen Unterton implizierend, dass selbige eine Gefahr für die Gesellschaft seien. Begründet wird diese populistische Haltung mit einem Beispiel, in dem der “hochgeschätze Bloggerkollege” Jörg Kantel, der Schockwellenreiter, eine “Falschmeldung” einer Nachrichten-Redaktion übernommen haben soll. Dabei ist diese Darstellung selbst eine stark verkürzte Sicht der Dinge und könnte als “schlecht recherchierte Falschmeldung” bezeichnet werden.
Da hilft es auch nichts, wenn in der Sendung anschließend Weblogs als Hilfe im Kampf gegen die Folgen des Tsunamis in Asien gelobt werden. Beides ist zu stark verkürzt, nicht in den Richtigen Zusammenhang gesetzt und die Kommentare der Sendung scheinen die Rezepienten von Weblogs, oder von Medien allgemein?, als dumme Masse zu degradieren, die selbst keine Verantwortung für ihre eigenen Informationsrezeption zu besitzen scheint.
Nicht erwähnt wird, welche großen Chancen Weblogs für die Mediendemokratie sind, dass eine humane Globalisierung der Medien durch sie, zumindest einfacher möglich ist. Das sie eine völlig neue Form eines kollektiven Gedächtnisses sind, welches eben von den Erinnernden selbst und nicht von selektierenden “Redakteuren” erzeugt wird…
Wer also im Glashaus sitzt, liebe Sat1 - Planetopia - Redaktion, sollte …
Im Spreeblick gibt es weitere Informationen zur Machart der Sendung.
- Weblogs in der Diskussion
- Blogs und RSS - Qualität und Quantität
- Blogs, Kollaboration und soziale Netzwerke
- Weblogs an Universitäten
- Politik in Weblogs?
- Demokratie-Hacks, Weblogs und freie Meinungsäußerung
- Mitarbeiter berichten per Blog
- Medienmanagement im Schulsystem (tut Not)
- E-Learning wird Alltag
- Möglicher Einsatz von Weblogs für Dozenten
- Das Ende der Massenmedien
- Das Internet bleibt ein Medium von unten

