Archive for the 'standards' Category

September 25th, 2007 by Tim Bruysten in standards

Auf die Frage, wozu ein Computernutzer ein Betriebssystem braucht, gibt es eigentlich nur die Antwort: Er braucht es nicht. Diese Frage habe ich schön häufiger erörtert [1,2,3]. Nun schlägt das “Globalisation Institute” vor, zu verbieteten, daß Betriebssysteme zusammen mit Hardware “gebundelt” verkauft werden.

Leider sind wir technisch, wie konzeptionell bei Betriebssystemen noch nicht so weit, daß wir sagen könnten, laßt doch das Betriebssystem im Computer die Rolle spielen, die der Anlasser im Auto spielt (auch wenn ich das gern schon hätte), und den Blick auf Methoden, Integrierbarkeit, Interoperabilität, Benutzbarkeit und Spaß lenken; doch ist dies in meinem Sinn der einzig vernünftige Weg.

Das bedeutet, daß das Konzept, den Computer als ein Ganzes, als eine Supporteinheit, als ein Medium zu begreifen, in dem Hard- und (die basale) Software auf einander abgestimmt sind, die Zukunft gehören sollte. Ich kaufe ja auch nicht Motor und Karosserie von meinem Auto einzeln und sehe auch nicht ein, daß ich mich tiefer damit auskennen muß, um das Auto fahren zu können.

Anwendungsprogramme können aus dem Netz kommen, alte Idee, mit aktuell etwas Wind drin, der ich aber für die Zukunft größere Bedeutung beimesse (siehe auch: heise.de: Adobe kündigt Online Version von Photoshop an.)

Es sind also Konzepte gefragt, die die drängensten Probleme lösen. Und dies sind primär keine technischen mehr, sondern politische, moralische, wirtschaftliche und soziale. Das betrifft offene Standards, Datenschutz (rechtlich wie auch physikalisch), Privatsphäre, Usability, …

December 19th, 2004 by Tim Bruysten in FUN, standards

“Die Firma Meteomedia des Wetterapostels Jörg Kachelmann offeriert ein umfangreiches kostenloses Angebot an Wetterprognosen im Streaming-Format als Video on Demand.”

Leider empfängt mich dort die Meldung: “Leider haben Sie keinen Microsoft Internet Explorer verwendet.” Heise meldet, dass Firefox-Unterstützung bereits angekündigt sei… aber wo leben wir denn? Zu falscher Usability habe ich doch gerade erst geschrieben; da hat wieder einer mein Weblog nicht gelesen ;-).

July 25th, 2004 by Tim Bruysten in the social x, software, open source, patente, standards

die opengroup hat eine erklärung zur freiheit der (it) entwickler veröffentlicht. ein diskutables papier, welches hier nachgelesen werden kann. die sechs thesen der erklärung sind:

1. The ability for all to access and contribute information, ideas, and knowledge is essential in an inclusive IT industry.

2. Open architecture is central in achieving the goal of IT inclusion, enabling universal, sustainable, ubiquitous, and affordable IT access by all.

3. Open standards create more options to address IT needs, generate new computing models that bring improved integration across business processes and industries, and give rise to new development tools that emphasize collaboration and community.

4. All developers have the right to self-determination, and, by virtue of that right, they have a choice between many possible software solutions to best satisfy their IT needs

5. The subjection – or “lock-in” – of developers to single-vendor technology constitutes a denial of self-determination, is inherently monopolistic, limits choice, artificially raises prices, stifles innovation, and contradicts the underlying goals of an inclusive IT industry: freedom of choice and independence for all.

6. Cooperation among all developers is called for to increase awareness, adoption, and protection of open standards as an essential building block of a fair and competitive IT industry.

mehr informationen gibt es bei:
- heise

June 8th, 2004 by Tim Bruysten in standards

Browser-Krieg Version 2.0, Update 3 (Die Rache der Betroffenen). Das W3C bekommt zur Zeit eine Menge Gegenwind aus einer ganz unerwarteten Richtung. Viele Webentwickler und auch einige Browserhersteller, die sich in den letzten Jahren Webstandards auf die Fahnen geschrieben haben, sind unzufrieden mit der Richtung, in der die Weiterentwicklung ebendieser Standards zur Zeit läuft.

Dabei geht es nur vordergründig um .NET oder nicht – auch viele andere grundlegende Regeln eines offenen Netzes scheinen in Gefahr. Die Auf-, Ab- und Seitwärtskompatibilität, die bisher eines der wichtigsten Argumente für offene Standards war, scheint in Zukunft nicht mehr gegeben. Zudem steigt der Lernaufwand mit jeder Generation neuer W3C-Empfehlungen in ungeahnte Höhen und die Empfehlungen sind teilweise noch nicht einmal mehr zueinander kompatibel (XHTML2, XForms, CSS, SVG).

Um dieser Entwicklung gegenzuwirken, haben sich Vertreter einiger Browserhersteller und andere Entwickler zur “Web Hypertext Application Technology Working Group” (WHAT) zusammen geschlossen. Mit dabei Safari-Entwickler David Hyatt von Apple, der CSS-Miterfinder Håkon Wium Lie und Ian Hickson von Opera, Brendan Eich und David Baron von der Mozilla Foundation und viele andere.