Archive for the 'polis' Category

October 5th, 2004 by Tim Bruysten in polis, weblog[s]

“Inspiriert von Russel Beattie’s Aussagen plädiert Nico für mehr politische Themen in deutschen Weblogs.
Abgesehen von den Aufregern der Woche wird kaum etwas auf den Weblogs thematisiert, obwohl ich mal vielen Bloggern unterstelle, dass sie durchaus eine Meinung haben. Versteckt Euch nicht hinter Zitate, sagt Eure Meinungen zu den Themen der Zeit! Für Cut&Paste braucht man kein Weblog und der Ruhm, als allererstes auf SpOn verlinkt zu haben, verblasst doch recht schnell und ist kaum einen popeligen Trackback wert.”

es gibt zwei seiten. auf der einen seite ist es schon eine politische aussage, dass es weblogs überhaupt gibt; ein nachweis der freiheit. besonders die ganz allgemeinen möglichkeiten des world-wide-web (jedermann zugänglich, hoffentlich unzensiert, fast beliebig verknüftbar) tragen dazu bei, eine wirkliche demokratie lebendig zu halten. auf der anderen seite ist es halt auch eben diese freiheit, die dem blogger seine themen freistellt… aber trotzdem - insgesamt könnte der gesellschaft eine gewisse politisierung nicht schaden…

June 8th, 2004 by Tim Bruysten in polis

“Der Denker auf der Bühne”, so lautet der Titel eines seiner zahlreichen früheren Bücher. Damit war zwar sein schnauzbärtiger Philosophen-Kollege Friedrich Nietzsche gemeint, doch auch er selbst wäre damit nicht minder gut beschrieben. Peter Sloterdijk eroberte die Bühne der intellektuellen Öffentlichkeit im Sturm: Sein Erstling, die zweibändige “Kritik der zynischen Vernunft” (1983), wurde zum Kultbuch einer Generation. Für besonders heftige Debatten sorgte der mediengewandte Formulierungskünstler vor wenigen Jahren mit seiner Rede “Regeln für den Menschenpark”, in der er nicht ganz unmissverständliche Vorschläge im Umgang mit der Gentechnik machte. Daneben hat der originelle Vielschreiber in den letzten Jahren an seiner “Sphärologie” gearbeitet, einem ambitionierten Theorieprojekt, mit dem er die uralte philosophische Frage “Was ist der Mensch?” neu zu stellen verspricht.

January 27th, 2004 by Tim Bruysten in polis, weblog[s]

Nick Lüthi schreibt in der Aaragauer Zeitung über Weblogs als mögliche Bedrohung für die traditionellen Medien… [full article at DIENSTRAUM]

January 26th, 2004 by Tim Bruysten in the social x, polis, web, weblog[s], information architecture

in der letzten zeit hat die (öffentliche) diskussion über weblogs stetig zugenommen und in diesem zusammenhang wird immer wieder der begriff der sozialen software verwendet [siehe prof. oliver wredes social software seminar zu dem thema]. die öffentliche aufmerksamkeit mag daher rühren, dass sich einige größere medienhäuser (blogg.zeit.de, heise/c’t, spiegel) in letzter zeit zu diesem thema geäußert haben, bedingt durch das stetige numerische wachstum der weblogs.

bemerkenswert finde ich jedoch, dass sie die diskussion über die “soziale software” an den meisten stellen darum dreht “was soziale software überhaupt ist”; anstelle von “endlich denkt jemand darüber nach, soziale software zu produzieren”. sollte es doch der generelle anspruch von software sein, sozial zu sein. denn was bedeutet es denn für eine software, dieses attribut tragen zu dürfen? was sind die vorraussetzungen?

die software, respektive der durch sie zur verfügung gestellte dienst, soll den benutzern einen sozialen nutzen bieten. sozialer nutzen kann sein: kommunikation, wissensbeschaffung / lernen, informationsaggregation, darstellung/präsentation, spiel und spass, speichern von informationen, … im zusammenhang mit dem internet, oder anderen netzwerken, steht natürlich kommunikation, informationsaggregation oder -distribuierung an der ersten stelle, woraus, bei entsprechender speicherung und einem allgemeinen, öffentlichen zugang, ein kollektives wissen, ein informationspool entstehen kann.

das internet ist 50 jahre alt, das world-wide-web derer zehn, homecomputer verbreiten sich seit gut 20 jahren und in firmen wird ebenfalls seit gut 15 - 20 jahren an / mit ihnen gearbeitet; zu genau den oben beschriebenen zwecken: informationsorganisation, recherche, kommunikation, präsentation, … und erst in den letzten jahren wird ernsthaft die diskussion auf den sozialen nutzen von software gelenkt?

nun, nicht ganz. die pioniere des internet’ und des www haben selbige erfunden und weiterentwickelt um genau die beschriebenen (sozialen) aufgaben mit hilfe digitaler und vernetzter technik einfacher lösen zu können. doch wurde dies in der nachrückenden benutzermasse nicht angenommen, da die technik zu sehr mit sich selbst beschäftigt war und vielerorts zum selbstzweck entwickelt worden ist. diese alte diskussion öffnet sich aber eben durch weblogs einer breiten masse, da nun nicht nur nerds und techies, sondern durch grafische, benutzerorientierte interfaces auch anderen spezies zugang zu dem medium bekommen und diesen als werkzeug in ihr eigenes arbeitsfeld integrieren können.

produkte wie radio userland, movabletyp, blogger, netnewswire, usw. ermöglichen das desktop-basierte, “one-click-publizieren”. hinzukommen entwicklungen wie xml-rpc, soap, rss, opml, usw., die im hintergrund wertvolle arbeit beim informationsaustausch leisten, dem benutzer aber nur ein minimum an eigener aktion, abgesehen vom verstehen der aggregierten oder publizierten informationen, abverlangen.

doch all dies war mit bisheriger technik auch möglich. war und ist doch das usenet einer der größten bereiche des internet’. trotzdem ist es der breiten internetöffentlichkeit nie richtig zugänglich geworden und wenn, dann hauptsächlich durch die wiedergabe im www, bei google-groups z.b.

besonders die überlegungen von oliver wrede über weblogs und wikis [1] zeigen das potential das technologie hat, wenn sie so gestaltet wird, dass ihre benutzung sich (größtenteils) aus ihrem interface erschließt, ohne dass technisches wissen erforderlich ist. weblogs sind die toaster des www. 2 - 3 knöpfe genügen, eine mahlzeit zu bereiten… [siehe prof. klaus gasteiers datensicht seminar].

leider scheint sich das bewußtsein, dass technologie der freund, evtl. sogar der unsichtbare freund des menschen sein kann, bisher wenig in der gesellschaft durchgesetzt zu haben. der leidensdruck auf die industrie schein noch nicht groß genug, allgemein, produkte zu entwickeln, die diesen ansprüchen genügen und eben trotzdem von einer breiten masse gekauft werden können. im internet scheint dieser leidensdruck durch den crash der neue-medien-blase um das jahr 2000 herum [siehe auch multi-mania-weblog] erreicht worden zu sein, immer mehr dienstleister machen sich ernstzunehmende gedanken über usability.

soziale software ist also software, die einen nutzen für menschen zur verfügung stellt, ohne selbst eine anforderung an den oder die benutzer zu stellen, die über einen den nutzen erzeugenden workflow hinausgeht. zudem kann software in dem sinn sozial sein, als dass sie einem aspekt zwischenmenschlichen austauschs (im privaten wie beruflichen umfeld) über ein netzwerk zur verfügung stellt und z.b. archivierungsfunktionen anbietet.

im gegensatz zu papier und gesprächen bieten digitale daten darüberhinaus die möglichkeit, durchsuchbar zu sein und direkt verlinkt werden zu können. doch sind dies ebenfalls alles keine neuen überlegungen.

daher noch einmal die frage, warum der verbraucher seinen leidensdruck nicht schon lange in dem maß an die industrie weitergibt, dass diese genötigt wird, software in eben diesem sinne zu produzieren.

intranets, extranets und das internet bieten exorbitante möglichkeiten wissen zu aggregieren, bzw. informationen zu distribuieren. suchmaschinen stellen nur einen kleinen teil der möglichkeiten dar, wissen erlangen zu können, weil sie zufallsfunde fast gänzlich ausschließen und viel zeit erforderlich ist, sich ein wirklich rundes bild von einem suchthema zu machen. tim bernes-lees ontology web language könnte zumindest bei dem problem abhilfe schaffen, wenn nur der falsche suchbegriff zwischen benutzer und information liegt.

soziale software im zusammenhang mit netzwerken muß also auch heißen, diese schwierigkeiten auszugleichen, ohne die informationstiefe und -dichte des internets oder anderer netzwerke zu elemienieren; soziale software heißt auch, kommunikation im sinne eines gesellschaftlichen konsenz’ betreiben zu können, aber eben im sinne dieser gesellschaft.

weblogs anarchisieren [… eine kultur des wissens | Weblog-Vorhersage] das www in diesem kontext insoweit, als dass ihre betreiber (größtenteils) sehr freien informationsaustausch pflegen. sich gegenseitig verlinken und zitieren und gerade damit ängsten aus der industrie den gar aus machen, dass eine vernetzte gesellschaft, nicht ökonomisch mit informationen handeln kann, wenn nicht dem informationsaustausch eine starke kontrolle und reglimentierung zu grunde liegt. opensource vs. copyright. der kollektive nutzen von weblogs ist gerade durch die verlinkung und durch die zitate wesentlich größer und erst dadurch erhalten sie einen echten stellenwert als “soziale applikation”.

January 11th, 2004 by Tim Bruysten in telekratie, the social x, eGovernment, polis, weblog[s]

“… “Zurzeit kann man nicht auf die wichtigsten politischen Websites oder bekanntesten Weblogs zugreifen”, meldet “Iranian girl” am 5. Dezember 2003. Nach den Zeitungen hat die Zensur in Iran auch das Internet erreicht. Die zunehmende Zahl der Blogs wird von der iranischen Regierung nur ungern gesehen. …”
[full article at tagesschau.de]

January 7th, 2004 by Tim Bruysten in telekratie, polis

zur diskussion ist mal wieder ein weiterer beitrag in den (un)tiefen des webs aufgetaucht…

“Die örtliche Tageszeitung gehört für viele von Ihnen schon morgens beim Frühstück einfach dazu – genau so wie die vielen beliebten Lokalsender. Die Medien berichten, kommentieren, informieren. Und sie sind einflussreich. Nicht umsonst heißen sie die „vierte Gewalt“ in der modernen Demokratie.”
[full artivle at cdu.de]

December 30th, 2003 by Tim Bruysten in tekk, eGovernment, polis

zdnet schreibt:

“Der Berliner Unternehmer Jan Holtermann baut mit seiner Firma KCC Europe GmbH für Nordkorea einen Zugang zum Internet auf. Wie der Berliner “Tagesspiegel” schreibt, soll Nordkorea nach dreijährigen Verhandlungen mit dem Exbankier Holtermann nun ab Januar einen Internetzugang bekommen.”