Archive for the 'patente' Category

January 29th, 2005 by Tim Bruysten in open source, patente

Apple hat es vorgemacht. Es ist möglich, mit einem großzügigen Lizenzmodell und dem Onlineverkauf von Musik einen durchaus nennenswerten Umsatz zu erzielen. Ungeachtet dessen scheinen viele Musikkonzerne ihre potentiellen Kunden verprellen zu wollen. Ich hoffe auf den Moment, in dem mehr Musiker ohne Plattenvertrag, allein über die (eigene) Distribution über das Internet, ihre Produkte vertreiben werden.

Ein solches Konzept würde höchstwahrscheinlich einen höheren Gewinn für die tatsächlichen Urheber bei einem niedrigeren Preis für den Käufer bringen. Denn, dass Musiker für ihre Arbeit bezahlt werden sollen, steht wohl ausser Zweifel. Und warum sind noch gleich die Musikverlage wirtschaftlich so erfolgreich gewesen? Weil es damals keinen anderen anderen Weg gab, den Kunden zu erreichen, als über eine stationäre Distribution? Mmmhhhh…

Gleichzeitig wird es höchstezeit, dass (siehe Heise-Artikel) Links nicht als kriminelle Elemente, sondern Grundstruktur des Internet verstanden werden und zwar grundsätzlich. Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal einen solchen Satz formulieren müßte, doch das natürliche und selbstverständliche Recht von Meinungs- und Pressefreiheit drückt sich gerade durch die Möglichkeit der Setzung von Links aus, da dadurch nicht nur die Freiheit des Schreibenden, seine Meinung zum Ausdruck bringen zu können verstärkt wird, sondern auch der Lesende mehr Informationen an die Hand bekommt, sich seine Meinung erst bilden zu können.

Musikindustrie mahnt heise online wegen Bericht über Kopiersoftware ab
Im Auftrag diverser Großunternehmen der Musikindustrie (BMG, edel, EMI, Sony Music, Universal Music und Warner Music) hat die Münchener Anwaltskanzlei Waldorf am heutigen Freitag dem Heise Zeitschriften Verlag eine Abmahnung zugestellt. Darin wird dem Verlag unter anderem vorgeworfen, durch einen Artikel im Newsticker von heise online (AnyDVD überwindet Kopierschutz von “Un-DVDs”) gegen § 95a des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) zu verstoßen und illegal “Vorrichtungen zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen” zu verbreiten. Diese Vorschrift verbietet unter anderem Herstellung, Einfuhr, Verbreitung, Verkauf, Vermietung und Bewerbung derartiger Soft- und Hardware.”

dazu passt auch folgende Meldung:

Ein norwegischer Informatikstudent ist wegen Links zu Websites, die kostenlose MP3-Downloads anbieten, zu einer Strafe von über 12.000 Euro verurteilt worden.

siehe auch:
- US-Gericht: Musikindustrie hat keinen Anspruch auf Daten von Internet-Usern
- musik im web
- musik for free
- Informationsfreiheit ist kein Verbrechen

extern:
- spiegel.de: Musikindustrie mahnt “Heise.de” ab

January 28th, 2005 by Tim Bruysten in patente, kommunikation

Der EU-Streit um Software-Patente geht in eine weiter Runde. Hoffentlich nimmt das alles ein gutes Ende! Der Innovationskraft dieser Region wäre es zu wünschen!

“Drei Schritte vor, zwei zurück und einen zur Seite: Der Hickhack innerhalb der EU um die Patentierbarkeit “computerimplementierter Erfindungen” steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Die Befürworter eines kompletten Neustarts des mittlerweile fast drei Jahre dauernden Verfahrens schöpfen Hoffnung: Polnische Diplomaten haben trickreich den Weg dafür frei gemacht.”

Interessant ist aber auch:
Der obige Artikel auf heute.de verweist auf eine Website thankpoland.info, die in verschiedenen Sprachen, und eben auch auf ESPERANTO Polen für seine kritische und vielleicht rettende Rolle dankt.

siehe auch:
- Wildes Durcheinander rund um Softwarepatente in Brüssel
- IBM gibt 500 Patente für Software-Entwickler frei
- Software-Patente: EU-Kommission soll Gesetzgebung neu starten
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”
- Ein Grund [mehr], Software-Patente abzulehnen

“Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mahnt eine “neue Kultur der Wissenschaft” in Deutschland an. Auf einer Galaveranstaltung zur Eröffnung des Einstein-Jahres sagte Schröder am Mittwoch vor 800 nationalen und internationalen Gästen in Berlin, erforderlich sei es, die Sichtweise von Wissenschaft zu überprüfen.
[…]
Die Wissenschaft forderte Schröder auf, ihre Ergebnisse für die Gesellschaft nutzbar zu machen. Erkenntnisse müssten schneller als bisher in Innovationen umgesetzt werden. Gefragt seien aber nicht nur neue Verfahren und Produkte, sondern auch die Wissensvermittlung. Kinder und Jugendliche müssten sich “wieder mehr für die Faszination der Wissenschaft begeistern”, sagte Schröder.”

Warum diskutieren wir dann über “Das »neue« Urheberrecht…” und müssen uns solch absurde Vorschäge anhören: “Rürup für kostenlose Kindergärten statt Gratis-Studium”?

weiteres:
- Digital Rights Management: Wissenschaftsprivilegien noch umstritten
- als beführworter freien wissen
- Ein Bildungsnotstand jagt den nächsten
- wie die globalisierung die globalisierung überflüssig machen könnte
- Chancen der Globalisierung gemeinsam nutzen
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”

January 19th, 2005 by Tim Bruysten in open source, patente

“…ist ein »Entmachtungsprozeß zu Lasten der Urheber« (Günter Grass). Es gibt zuviele, die vom geistigen Eigentum der Autoren profitieren wollen. Nur der Urheber selber, der geht leer aus.”

Und nach wie vor gibt es keine adäquate Antwort auf die Frage, welchen Anteil die Gesellschaft an der Urheberschaft individueller Werke hat. Nicht falsch verstehen, eine kommunistische Enteignung halte ich für falsch; trotzdem ist diese Frage zu beantworten, da es ein Schutzbedürfnis der Vielen vor den Risiken globalisierter Strukturen gibt - ohne sich die Chancen, die durch die selbige erwachsen zu zerstören. Scheint, als wäre eine intelligente Lösung gefragt.

siehe auch:
- als beführworter freien wissen
- Digital Rights Management: Wissenschaftsprivilegien noch umstritten
- Bundestag debattiert über Informationsfreiheitsgesetz
- Grundlage für vernetztes Wissensmanagement wird geschaffen
- wie die globalisierung die globalisierung überflüssig machen könnte
- Chancen der Globalisierung gemeinsam nutzen

“Über die Privilegierung von Forschung und Lehre bei der Neufassung des Urheberrechts wird noch gerungen. Irene Pakuscher vom Bundesministerium für Justiz sagte in der Abschlussdiskussion bei der Dritten Digital Rights Management Konferenz in Berlin: “Die Bedürfnisse der Wissenschaft haben uns sehr beschäftigt. Das ist auch ein Thema, zu dem auch mit dem vorgelegten Entwurf vielleicht noch nicht das allerletzte Wort gesprochen worden ist”.”

In der “Göttinger Erklärung”, in der deutsche Wissenschaftler eine Verbesserung des Urheberrechtes zugunsten von Universitäten fordern, heißt es dazu:

“Es liegt aber im Interesse einer jeden Gesellschaft, dass für Wissenschaft und Ausbildung ein möglichst freizügiger Umgang mit Wissen und Information weiterhin gewährleistet wird.”

Und nicht nur in Wissenschaft und Forschung, auch kleinen Betrieben oder auch Schulen muß, wenn die Innovationskraft - und damit die Fortentwicklung - einer Gesellschaft erhalten bleiben soll, ein offener und freizügiger Zugang zu Informationen gesichert werden.

Die Göttinger Erklärung formuliert weiter:

“Wissenschaft und Forschung nutzen den Stand des Wissens und bauen darauf auf. Dies findet in ständigen kommunikativen Prozessen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in kleinen lokalen Teams sowie in einem weltweiten Informationsaustausch statt. Diese Informations- und Kommunikationsprozesse dürfen im Urheberrecht nicht durch restriktive Regelungen behindert werden. Der freie Zugang zur Information sowie ihre langfristige Sicherung, die Zugänglichkeit zum Wissen und zum kulturellen Erbe müssen gefördert und bewahrt werden. Denn die Leistungsfähigkeit der Wissenschaft ist direkt abhängig vom offenen Austausch der Erkenntnisse. Für die Wissenschaft und ihre Entwicklung sind dies Existenzfragen.”

Gleichzeitig wird aber auch eine Vergütung für den Zugriff auf (bestimte) Informationen erwogen. Diese Frage ist mit Sicherheit berechtigt, wenn diese Vergügutn so bemessen ist, dass auch Studenten und die angesprochenen kleinen Betriebe diese ohne Schmerzen entrichten können. Weitergehend muß dann aber auch die Frage nach dem Anteil der Gesellschaft an einer Entwicklung gestellt werden, da sie ja an vielen Stellen über Steuern Investitionen finanziert, Hochschulen ausstattet, Professoren bezahlt oder Studenten ein hoffentlich kostenloses Studium ermöglicht und damit erst die Grundlagen für Wissenschaft und Forschung jeder Art, auch der privatwirtschaftlichen, legt.

Daher muß Wissen generell frei sein und sollte nach Ablauf einer gewissen Zeit verpflichtend öffentlich und kostenfrei zugänglich sein, womit es zu allgemeinem Kulturgut werden kann.

siehe auch:
- IBM gibt 500 Patente für Software-Entwickler frei
- Software-Patente: EU-Kommission soll Gesetzgebung neu starten
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”

January 13th, 2005 by Tim Bruysten in patente

“Der von 61 EU-Abgeordneten unterschriebene Antrag auf einen kompletten Neustart des Gesetzgebungsverfahrens rund um die umstrittene Richtlinie über die Patentierbarkeit “computerimplementierter Erfindungen” hat in Brüssel einigen Wirbel ausgelöst. Das Augenmerk vieler Beobachter richtete vor allem auf die Grünen, da aus ihren Reihen kein Parlamentarier das Begehr der vor allem aus den neuen Beitrittsländern stammenden Kollegen mit unterzeichnet hatte. Zunächst waren aus der Fraktion in Brüssel zahlreiche Bedenken gegen eine Unterstützung eines Neuanfangs laut geworden. Inzwischen ist die Entscheidung gefallen: Auch die Grünen sprechen sich vorsichtig für einen Neustart aus.”

January 11th, 2005 by Tim Bruysten in patente

“Der weltgrößte Computerhersteller IBM hat angekündigt, 500 Patente für die ungehinderte Nutzung durch Software-Entwickler frei zu geben. Damit kehrt IBM von seiner bisherigen Strategie bei geistigem Eigentum ab. “Das ist mit Abstand die größte Freigabe von Patenten in der Geschichte der USA”, teilte IBM am Dienstag mit. Entwicklern stehe es nun frei, sie für die Schaffung von etwas Neuem zu verwenden.”

Ein guter erster Schritt in die richtige Richtung. Die Innovationskraft der Weltwirtschaft wird sich nur durch solche Maßnahmen im Sinne der Menschen entwickeln. Und was für einen anderen vernünftigen Sinn soll es geben?

siehe auch:
- Software-Patente: EU-Kommission soll Gesetzgebung neu starten
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”
- heise.de: IBM spendet 500 Patente für Open-Source-Nutzung

January 10th, 2005 by Tim Bruysten in patente

“61 EU-Parlamentarier aus 13 Ländern fordern unter der Führung des polnischen Ex-Premiers Jerzy Buzek einen kompletten Neuanfang bei der umstrittenen Richtlinie über die Patentierbarkeit “computerimplementierter Erfindungen”. Sie haben einen entsprechenden Entschließungsantrag gestellt, in dem sie die EU-Kommission auffordern, ihren Direktivenvorschlag noch einmal an das Europa-Parlament zu übersenden und so den Gesetzgebungsweg ganz von vorn zu beschreiten.”

December 22nd, 2004 by Tim Bruysten in patente

“Der polnische Regierungsvertreter bat um eine Verschiebung der Entscheidung - sein Land könne der Vorlage nicht zustimmen, hieß es. Jetzt ist offen, wie das Verfahren weitergeht. Es wird erwartet, dass der EU-Rat seine Positionen überdenkt - oder das Vorhaben in dieser Form gar zurückzieht.”

December 20th, 2004 by Tim Bruysten in patente

“Der Förderverein für eine Freie Informationelle Infrastruktur (FFII) will am heutigen Montag vor dem Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft protestieren, das die umstrittene Position der Regierungsvertreter zur Richtlinie über “computerimplementierte Erfindungen” in Brüssel am Dienstag im Agrar- und Fischereirat abnicken soll.”