Archive for the 'open source' Category

July 15th, 2006 by Tim Bruysten in open source

In einer aktuellen Entscheidung platziert sich das EU-Parlament gegen den Kurs der EU-Kommission und fordert zum Zweck der Erfüllung des Lissabon - Prozesses (siehe: Wikipedia - Lissabon Strategie), eine größere Aufmerksamkeit für die Prinzipien von OpenSource Software.

Die Kommission fordern die Parlamentarier auf, “eine wissensbasierte Gesellschaft zu fördern, die gesellschaftlich niemand ausschließt”. Dies soll durch die Unterstützung etwa von freier Software und deren hauptsächlicher Lizenzkonzepte wie der GNU General Public License (GPL) und der Public Documentation Licence (PDL) erfolgen.

Im Rahmen meines Diploms hatte ich formuliert, daß eine Gesellschaft, die, zum Beispiel mittels Patenten, Wissen nicht nur als Besitz, sondern sogar als Eigentum definieren kann, aber auch in ihrem Grundgesetz vermerkt, daß Eigentum zu Pflichten führt, einen freizügigeren, respektive allgemeinnützigeren Transfer von Wissen und dessen Nutzen gewährleisten muß, als dies die EU-Kommission plant.

Nun hat die Europäische Union keine Verfassung und das deutsche Grundgesetz auch keine europäischen Ambitionen, doch könnte dieser Gedanke eine interessante Note in der Diskussion um die Patentpolitik Europas sein.

siehe auch:
- Patent-Pools als Placebos im “kalten Krieg” ums geistige Eigentum
- Vielköpfig - Softwarepatente die Hydra des beginnenden 21. Jhds.
- Publikationsstrategien im Wandel
- Patente, ein überholtes Modell?
- Patentfallen im Internet
- Die Kondensation des Wissens

December 20th, 2005 by Tim Bruysten in wissensmanagement, open source

“Nach einer Affäre um einen falschen Artikel soll es die kostenlose Online-Enzyklopädie Wikipedia in Zukunft auch in einer unveränderbaren Version geben. “

Es ist eine heikle Frage. Nicht, ob es Wikipedia nun schadet oder beflügelt, daß es nun diese statische Version geben wird, sondern ob damit ein Trend eingeleitet wird, der die zur Zeit noch stark wachsende Gemeinde der Content-produzierenden Benutzer mit ihrer faszinierenden, an ein emergentes System erinnernden Vernetzung, schwächen wird.

Für einige übereifrige Besserwisser, die in diesen Systemen immer zu finden sind, ist ein solcher Dämpfer sicher die richtige Medizin und er kann auch für die Allgemeinheit der Internet-Nutzer der richtige Antrieb sein, die fällige Diskussion um die Möglichkeiten der offenen Inhalte zu führen. Es bleibt spannend. Wichtig ist nur, daß die notwendige inhaltliche Debatte nicht zu einer politischen wird.

siehe auch:
- Wikipedia in der Kritik
- Die Kondensation des Wissens
- Social Software
- Rupert Murdoch betont die Bedeutung des Internet
- Magie der OpenSource
- Wikipedia: 200.000 deutsche Artikel
- Evolution eines Wikipedia-Eintrags
- Blogs, Kollaboration und soziale Netzwerke
- Encarta für Arme: aktuell und korrekt
- Wikis, Blogs und Wissensmanagement
- es ist eine Art, asynchron im Computernetz zu kommunizieren, die Spaß macht…
- Wikipedia wird Mainstream

October 28th, 2005 by Tim Bruysten in open source, patente, telekratur

Hier wäre endlich eine klare Position der Politik gegen die Patentierbarkeit von Software notwendig. Gerade dieses Beispiel zeigt es:

“Die Sprache XML ist für Web-Programmierer wie die Luft zum Atmen: Eine freie Ressource, ohne die das Web nicht funktionieren würde. XML wurde zwischen 1996 und 1998 vom gemeinnützigen World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt und ist inzwischen im Web zur dominierenden Lingua Franca geworden. Doch die Freiheit von XML ist bedroht, denn das kleine Software-Unternehmens Scientigo aus Charlotte in North Carolina behauptet, zwei US-Patente (5,842,213 und 6,393,426) zu besitzen, die die Grundkonzepte hinter XML abdecken.”

Wenn XML patentierbar wäre, gilt das dann auch für XHTML? Was dies für die Möglichkeiten der globalen Meinungsfreiheit, die in der globalierten Welt von exorbitanter Bedeutung ist, bedeuten würde, ist gar nicht abzusehen…

siehe auch:
- Softwarepatente die Hydra des beginnenden 21. Jhds.
- neverendingstory
- Deutschland als Schutzpatron für ein offenes Internet
- Publikationsstrategien im Wandel
- Patentfallen im Internet
- UNESCO: Ohne Meinungsfreiheit keine Informationsgesellschaft
- Digital Rights Management: Wissenschaftsprivilegien noch umstritten
- IBM gibt 500 Patente für Software-Entwickler frei
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”

October 26th, 2005 by Tim Bruysten in social software, open source

frappr

Flickr, Google Maps, usw.; sie alle erlangen Ihre wahre Kraft nicht durch das eine konkrete Beispiel, sondern dadurch, daß durch ihre offene Architektur eine Vielzahl von Anwendungen möglich wird. So einfach ist das. Und es mußte mal gesagt werden ;-).

Mario Sixtus macht den Rundumschlag, reiht einen Haufen, zum Teil schon bekannter Zitate zusammen, würzt es mit seiner bekannten Qualität und heraus kommt ein leckerer Kuchen, der das aktuelle Rumoren im Netz erklärbar macht, ohne gleich einen neuen Hype auszurufen.

“Für alteingesessene Netznutzer ist Nachsitzen angesagt. Eine E-Mail-Adresse zu besitzen und unfallfrei einen Web-Browser bedienen zu können genügt nicht mehr, um »drin« zu sein. »Social Software«, soziale Dienste und Anwendungen, verändern das Internet gerade gewaltig. Auch viele Zeitgenossen, die sich im Grunde ihres Herzens für Netz-affin halten, verpassen den Anschluss – und wissen es selbst nicht einmal. »Es entsteht gerade eine riesige Kluft. Wer jetzt nicht dabei ist, dem entgehen wesentliche Möglichkeiten«, befürchtet Thomas Burg. Der Wissenschaftler leitet das Institut für Neue Medien an der Donau-Universität Krems. Er warnt angesichts des behäbigen Verhaltens der Internet-Nutzer im deutschsprachigen Raum vor einer »Digitalen Spaltung zweiter Ordnung«.”

Doch bei aller Freude und Euphorie, die man angesichts der zahlreichen Möglichkeiten empfinden kann, sollte man einige Punkte nicht aus den Augen verlieren. Anonymität sollte, auch im Internet, ein selbstverständliches Bürgerrecht sein und Datenschutz, bzw. das Recht, Herr der eigenen Daten zu sein, darf ebenfalls nicht vernachlässigt werden.

siehe auch:
- Wahlblogs
- One Login to Bind Them All
- Location based services
- mates
- Social Software
- Schwarm-Intelligenz
- Wikipedia: 200.000 deutsche Artikel
- Dein Freund soll auch mein Freund sein
- We Learning: Social Software and E-Learning, Part II
- Google launcht Social Networking Site
- discussion around social networks
- weblogs und social software
- The Heisenberg uncertainty of social networks

August 29th, 2005 by Tim Bruysten in open source, patente

So erhofft es sich Joi Ito und so kann man es nachlesen in der heute.de - Rubrik “German Dream“.

Allerdings könnte Deutschland, besser noch, Europa, der Vorreiter und Innovator eines neuen Wissensverständnisses sein und sich damit langfristige Zukunftssicherung betreiben, in dem man eine klare Gegenposition zu den erschreckenden und undemokratischen und volkswirtschaftlich unvernünftigen Patentideen bezieht.

siehe dazu auch:
- Chinesische Websites müssen sich registrieren lassen
- Patentfallen im Internet
- OpenSource rocks!
- Freie Software vor Gericht
- Patente, ein überholtes Modell?
- Datenschützer: Anonymität im Netz ein gesetzlich verbrieftes Recht
- Jahrhundert der Information
- Software: Endlich frei
- UNESCO: Ohne Meinungsfreiheit keine Informationsgesellschaft
- Digital Rights Management: Wissenschaftsprivilegien noch umstritten
- IBM gibt 500 Patente für Software-Entwickler frei
- “Die Softwarepatent-Richtlinie ist trügerisch, gefährlich und demokratisch nicht legitimiert”

July 23rd, 2005 by Tim Bruysten in open source

“Die Verbreitung von Forschungsergebnissen über spezielle, für den Nutzer kostenlos zugängliche Plattformen im Internet (Open Access) wird von einem Großteil der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachbereiche befürwortet. Trotzdem hat bisher nur etwa jeder Zehnte von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, eigene Beiträge im Open Access verfügbar zu machen. Dies zeigt eine Umfrage zum Publikations- und Rezeptionsverhalten von Wissenschaftlern, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Sommer 2004 in Auftrag gegeben hatte und deren Ergebnisse jetzt vorliegen.”

full article at dfg.de

Die Frage, ob Wissen im Allgemeinen und durch öffentliche Mittel gefördertes im Speziellen öffentlich und kostenlos zugänglich sein sollte, habe ich hier schon mehrfach beantwortet. Nun stellt sich mir die weiterführende Frage, ob nicht ein vertikaler Wissensaustausch verstärkt gefördert werden sollte.

Ein Wissensaustausch, der sich zwischen allen Bildungseinrichtungen von Universitäten bis zu Schulen vermitteln sollte, auf daß frische Ideen und unkonventionelle Ansätze die Wissenschaft und neueste Methoden und Erkenntnisse Lehrer und Schüler erreichen. Ein Plädoyer für eine echte und gesellschaftsübergreifende Kultur des freien und offenen Wissens, die der Schlüssel zur Zukunftssicherung Europas werden könnte.

Download:
- Studie als PDF (500 KB)

siehe auch:
- Uni Bielefeld für OpenAccess
- Developer Declaration of Independence
- Rückzug von der Patentefront?
- Die Kondensation des Wissens
- OpenSource rocks!
- Magie der OpenSource
- Der Unterricht wird zum Lokaltermin

July 21st, 2005 by Tim Bruysten in FUN, open source

open-source-bier.png

“Das Open-Source-Konzept hat das Betriebssystem Linux groß gemacht. Jetzt wollen dänische Studenten auch ihr Lieblingsgesöff damit populärer machen. Sie stellten das Rezept ihres Guarana-Biers unter der Creative Commons Lizenz ins Netz.”

Bei allem Spaß, den dieser Artikel macht stellt sich mir schon länger die Frage, ob es über Software hinaus nicht noch eine Reihe anderer Themen gibt, an denen ein gesellschaftliches Interesse so groß ist, daß eine freie und offene Lizenz notwendig werden könnte…

siehe:
- voresoel.dk
- Die Kondensation des Wissens
- UNESCO: Ohne Meinungsfreiheit keine Informationsgesellschaft
- Was ist das tolle an Open Source Software?
- Nachdenken über Open Source

June 8th, 2005 by Tim Bruysten in open source

“Die Universität Bielefeld hat in einer vom Rektorat verabschiedeten Resolution offiziell die Unterstützung von “Open Access” beschlossen, dem für jedermann freien und ungehinderten Zugang zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen im Internet.”

Wer Deutschlands und Europas Wettbewerbsfähigkeit kurzfristig auffrischen, mittelfristig ausbauen und langfristig sichern will, kommt um ein neue Kultur des offenen und freien Wissenaustausches nicht herum. Informationen können nur zu Innovationsmultiplikatoren werden, wenn es jemanden gibt, der über sie verfügen und mit ihnen Arbeiten kann…

siehe auch:
- Die Kondensation des Wissens
- Mobile and Open: A Manifesto
- Magie der OpenSource
- UNESCO: Ohne Meinungsfreiheit keine Informationsgesellschaft
- Offene Standards entwickeln

May 30th, 2005 by Tim Bruysten in open source, telekratur

“Chinesische Website-Betreiber haben noch bis einschließlich morgen Zeit, ihre Internetpräsenz registrieren zu lassen. Falls sie der regierungsamtlichen Aufforderung zur Registrierung nicht nachkommen, droht ihnen die Schließung ihrer Websites, geht aus Medienberichten hervor.”

Als Lektüre dazu zu empfehlen:
- “WIR”, Jewgenij Samjatin

siehe auch:
- China geht gegen Intellektuelle wegen Internet-Artikeln vor
- Hacker fürchten Orwellsche Zensurmöglichkeiten durch Trusted Computing
- Digitale Identität
- Europarat bereitet Erklärung zu Menschenrechten im Cyberspace vor
- Weblogging ist für die Identitätsbildung und die Freiheit des Gedankens sehr wichtig