Archive for the 'kollektives Gedächtnis' Category

November 7th, 2006 by Tim Bruysten in kollektives Gedächtnis

Reputation Defender

Eine interessante Applikation, die zeigt, daß mein Kollege Klaus Gasteier mit seiner Seminarthemenwahl [1, 2] mal wieder ein gutes Gespür für die Zeit hatte, ist der ReputationDefender (siehe auch bei Wired).

Die Problematik ist klar: Das Bewußtsein für die “A-Temporärität” neuer Kommunikation, deren Spuren stehts “irgendwo” gespeichert sind und damit nachvollziehbar werden, ist nicht oder nur sehr ungenügend vorhanden. Die Spaß-Sauftour-Jugend-Photo-Gallerie wird halt, genauso wie Chat-Protokolle, MySpace-Seiten, Beiträge in Foren […], auch von archive.org und anderen Diensten erfasst und steht damit Jahre oder Jahrzehnte später potentiellen Arbeitgebern (oder sonstwem) zur Verfügung.

Denkt man nun die Möglichkeiten, die offene APIs und damit Mashups bieten, ist die Frage, wie ich mit persönlichen- und natürlich auch Unternehmensinformationen umgehe, in einem ganz neuen Licht zu betrachten. Nicht nur in dem Kontext des “Was-Ich-Schreibe”, sondern auch “Wie-Ich-Schreibe” und wie Informationen vernetzt werden.

Wie transparent wird ein (Privat-) Mensch, dessen Kommentare in Foren oder Blogs, mit seinen Konten bei Flickr, MySpace, StudiVZ, Last.fm, Plazes usw. verknüpft werden? Und welche Informationen über Firmen lassen sich bei entsprechender Verknüpfung von Berichten in Weblogs, Presseartikeln […] generieren. Die Liste der jeweils relevanten Dienste und Portale ist lang…

Leider gibt es kaum Agenturen, die auf diesem Gebiet wirklich Kompetenz vorweisen können. Denn diese Technologien und Methoden können nicht nur zu Schaden führen, sondern positiv und konstruktiv genutzt werden.

siehe auch:
- Urbane Datenräume
- Daten hin - Daten her
- Schnüffeldienst warnt Firmen bei Erwähnung in Weblogs
- Öffentliches Wissen
- Next Step
- Blog-Marketing
- Pressefreiheit vs. Privatsphäre

im weiteren Kontext:
- Pathways - Mapping für Wikipedia
- Gabminder
- The Knowledge Navigator
- Bilderkriege im (verkauften) öffentlichen Raum

Some interesting thoughts from Ross Mayfield:

Power Law of Participation

“Social software brings groups together to discover and create value. The problem is, users only have so much time for social software. The vast majority of users with not have a high level of engagement with a given group, and most tend to be free riders upon community value. But patterns have emerged where low threshold participation amounts to collective intelligence and high engagement provides a different form of collaborative intelligence.”

related stuff
- Getting started with Skypecasts
- Wikipedia in der Kritik
- Tracing the Evolution of Social Software
- Die Humanisierung des Netzes
- The Heisenberg uncertainty of social networks

April 22nd, 2006 by Tim Bruysten in kollektives Gedächtnis

“An der renommierten Jura-Fakultät der Universität Yale in New Haven findet eine Konferenz über den Schutz des freien Zugangs zu Wissen statt. Die Access to Knowledge (A2K) genannte Veranstaltung soll Forscher, Denker und Aktivisten zusammenbringen, um Vorschläge für die zukünftige Politik zu erarbeiten und Forschungsplüne zu entwickeln.”

siehe auch:
- Medienforscher sieht Meinungsmacht bei Google problematisch
- Digitalisierung der Welt
- Publikationsstrategien im Wandel
- Die Kondensation des Wissens
- Wettstreit um das Wissen
- UNESCO: Ohne Meinungsfreiheit keine Informationsgesellschaft
- Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen
- Digital Rights Management: Wissenschaftsprivilegien noch umstritten
- Grundlage für vernetztes Wissensmanagement wird geschaffen
- Wikis, Blogs und Wissensmanagement
- als beführworter freien wissen
- das gesamte menschliche Wissen online verfügbar

Unter dem Titel “Sozialwissenschaftliche Ansätze und Perspektiven der Weblogforschung” gibt es unter der URL kommunikation-gesellschaft.de einige Artikel zum Thema. Die Überschriften klingen erstmal nach “lesenwert”, weiter bin ich auch noch nicht…

October 4th, 2005 by Tim Bruysten in culture, business, books, wissensmanagement, kollektives Gedächtnis

“Eine frisch gebildete Allianz, der unter anderem Yahoo und Internet Archive angehören, will Bücher digitalisieren und sie öffentlich bereitstellen. Der unter dem Namen Open Content Alliance (OCA) geschmiedete Bund begibt sich damit in Konkurrenz zu Googles Projekt der Print Library.”

siehe auch:
- Freie Bücher
- Digitalisierung von Büchern
- Wettstreit um das Wissen
- Online Marketing für Bücher
- Gaga: Projekt Gutenberg bekommt Gegenlese-Portal
- Google startet Buch-Suchdienst

July 8th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s], semantische netze, kollektives Gedächtnis

“Mit den Anschlägen von London haben es erstmals die Fotos und Videos von Mobiltelefonen in die Hauptnachrichten und auf die Titelseiten geschafft. Die “Live”-Bilder aus der Westentasche sowie Weblogs gelten als Beginn einer neuen Entwicklung. Handys machen Nachrichten.”

Technologie vermag soziale Netze zwischen Unbekannten zu spinnen: Überall finden sich Hinweise auf Blogs und Moblogs, Zeitungen titeln mit Bildern von Handykameras… Doch sind neue Ideen gefragt die vorhandene Datenmenge, solange sie freiwillig und im bewußten Einverständnis der Besitzer zur Verfügung gestellt wird, zu vernetzen und entsprechend aufbereitet mehrwertbringend wieder allen direkt zur Verfügung zu stellen.

siehe:
- buzztracker
- Location based services
- mates
- Urbane Datenräume
- Kind geortet, Mutter glücklich - Orwell grüßt!
- Uni Stanford will GPS-Daten mit Bild speichern
- Ubiquitous Computing
- I was thinking…

May 30th, 2005 by Tim Bruysten in wissensmanagement, kollektives Gedächtnis

“Den Lebenszyklus von Online-Nachrichten haben ungarische Forscher studiert. Wie leicht eine Meldung zugänglich ist, entscheidet über ihre Haltbarkeit, lautet eines der Ergebnisse. Auch die mittlere Lebensdauer von Online-News berechneten die Forscher: Sie liegt knapp über der von Tageszeitungen.”

“Until now the topic of »location based services« has been more a theoretical discussion about geological references to online data. Now there are obvioulsy a number of developments (and some rumors) that try to create datasets with longitude/latitude metadata.”

Oliver referenziert in seinem Artikel auf “Plazes”:

“A Plaze is a physical location with a local network - private or public, wired or unwired. A Plaze constitutes of the information about the actual location like pictures, comments and mapping information, as well as the people currently online at that Plaze.”

Interessant wird dieser Ansatz dann, wenn User persönliche Daten, aktuelle Erfahrungsberichte und Fotos bereitstellen. Eine Erweiterung des Weblog/Wiki/Flickr-Gedankens; es geht nicht um die Abbildung von persönlichen Gedanken einer Person oder Gruppe, oder einer nackten Ortsbeschreibung, sondern um einen aktuellen Kontext, der an einem realen Ort “haftet”.

Tools, wie der Social-Explorer, könnten Standortinformationen um statistische/demographische Daten ergänzen:

socialexplorer

So wird eine unbekannte Umgebung schnell einzuschätzen. Daß solche Umgebungsdaten auch mißbraucht werden können, dürfte klar sein. Der oft geforderte Code mit den Möglichkeiten der Vernetzung, kann hier nur wieder in Erinnerung gebracht werden.

Projekte wie Loopcity zeigen dann noch einen weiteren Ansatz, verknüpft mit GPS-Systemen lassen sich erzählerische Ansätze in Lebensgeschichten, quasi automatisierte, den Kontext und die soziale Umgebung berücksichtigende Tagebücher…

loopcity

siehe auch:
- Kind geortet, Mutter glücklich - Orwell grüßt!
- Uni Stanford will GPS-Daten mit Bild speichern
- Ubiquitous Computing
- GeoLocal
- Sicherheitswahn untergräbt Freiheit

May 14th, 2005 by Tim Bruysten in kollektives Gedächtnis

Ein interessanter und gut zusammenfassender Artikel über Wikipedia, der nicht nur die Chancen der Philosophie sowie deren Risiken und Ungereimtheiten herausstellt, sondern auch ohne die übliche Superlative auskommt.

Ein interessanter Paragraph daraus:

“Der Erfolg der Wikipedia lässt immer mehr Unternehmen fragen, warum ihre IT-Systeme so kompliziert sind, wo es offenbar auch einfach geht. Wo schwerfällige und starr strukturierte Datenbankprogramme den unternehmensinternen Wissenstransfer mehr bremsen als fördern, versprechen “Enterprise Wikis” Bedienerfreundlichkeit und geringere Kosten.”

siehe auch:
- Magie der OpenSource
- Rupert Murdoch betont die Bedeutung des Internet
- Encarta Online goes Wikipedia
- Wikipedia: 200.000 deutsche Artikel
- Evolution eines Wikipedia-Eintrags
- Mißverstandenes Web
- Das »neue« Urheberrecht…
- Encarta für Arme: aktuell und korrekt
- es ist eine Art, asynchron im Computernetz zu kommunizieren, die Spaß macht…
- Wikipedia wird Mainstream

May 4th, 2005 by Tim Bruysten in wissensmanagement, open source, kollektives Gedächtnis

“Die Buchbestände europäischer Bibliotheken sollen digitalisiert und online verfügbar gemacht werden. Das wollen die Staats- und Regierungschefs von sechs EU-Ländern. In einem Schreiben an EU-Ratspräsident Juncker und EU-Kommissionspräsident Barroso fordern sie den Aufbau einer digitalen EU-Bibliothek. Sie reagieren damit auf ein Google-Projekt, das seit Ende 2004 die Buchbestände renommierter angloamerikanischer Unis digitalisiert.”

Im Grunde, ein guter Gedanke. Doch fehlt mir (bisher) der innovative Gedanke. Einfach nur ein Google-Projekt zu übernehmen, scheint mir wenig geeignet, Erfolg zu haben. Erst einmal wird es jedoch heißen abzuwarten. Meine Erfahrung nährt die Befürchtung, daß wir 2015 mit einer endgültigen Entscheidung rechnen können. Falls ich mich diesbezüglich irre, was ich schwer hoffe, dann könnte, bei entsprechendem Mut und Sachverstand, ein großartiges Projekt entstehen.