Archive for the 'interFACE' Category

December 14th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

“An operating system, even the saccharine Mac or Windows desktop, is the program you have to hassle with before you get to hassle with the application. It does nothing for you, wastes your time, is unnecessary. Some will ask, “How can you run a computer without an operating system?” But newcomers to computers know the answer. When they first see a desktop they ask a much more intelligent question: “What is all this crap? Why can’t I just get about my business?” It takes about 8.2 seconds to make new users feel stupid. Professionals tell them, “That’s the way computers work. That’s the great GUI which makes computers so easy to use.” The clever and correct insight is squashed. But computer interfaces can be designed so that you can just get to work (or play) with no intermediate finagling.”

Gerade habe ich doch erst hier über einen Fall besonderer Entfernung vom Benutzer / Ausführenden geschrieben.

Nach was Raskin verlangte, ist ein Flow Erlebnis, er möchte die Software nicht getrennt von der Hardware begreifen und den Computer nicht getrennt vom Kontext. So wie man einen Hammer als unmittelbares Werkzeug verwendet (nehmen, hauen), soll auch der Computer funktionieren. Raskin erweist sich hier, zumindest in seiner Forderung, als wahrer Interfacedesigner, der sich nicht in visuellen Details wiederfindet, sondern der sich dann freut, wenn er einen Weg findet, ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. Ohne die Bedeutung der Ästhetik schmälern zu wollen.

Falsch wäre jedoch die Interpretation, daß es darum ginge, Interfaces so spartanisch wie nur möglich zu gestalten, wobei wir wieder bei der alten Diskussion von Simplicity vs. Clarity wären, sondern darum, Prozess, Kontext und Ausführenden zu begreifen zu suchen.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Debatte, die Linus Torvalds gerade auf der gleichen Bühne führt, nur eben 100 Jahre hinter Raskin hinterher: Linus Torvalds empfiehlt KDE statt GNOME. Hier wird der Computer noch als Zweck für sich selbst begriffen und nicht als Möglichkeit, ein gutes Werkzeug zum Lösen auf Aufgaben zu sein. Ob er in dem speziellen Beispiel nun Recht haben mag oder nicht, mag ich gar nicht beurteilen.

Ein Punkt bleibt noch klarzustellen. Es geht dabei nicht darum, alle Abstraktionsstufen, die der Computer bieten kann, abzuschaffen, insofern hinkt der Hammer-Vergleich etwas, doch zeigt er einen guten Kontrast zu dem, was wir heute gewohnt sind, als Arbeitsumgebung hinzunehmen.

December 13th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

lg3d-ss-bgmanager.jpg

“What if your desktop were actually a 3D environment? What if your CD or movie database became a 3D jukebox? Project Looking Glass is based on Java technology and explores bringing a richer user experience to the desktop and applications via 3D windowing and visualization capabilities.”

Was wäre, wenn man so etwas jemanden machen lassen würde, der was davon versteht? Gegen metaphorisierende Interfaces, die dem Benutzer ein räumliches Navigieren und damit leichtes Erinnern von “Datenorten” ermöglichen oder auch einfach gegen schöne Gestaltung von Menüs ist wirklich nichts einzuwenden. Aber einfach Sachen zu machen, weil sie technisch möglich sind, ohne erkennbares Konzept… Aber davon gibt’s ja jede Menge ;-)

Gute Beispiele, von denen das oben verlinkte (für mich) ein wenig abgeguckt aussieht, sind zum Beispiel Front Row, das Mac OS Dashboard, der Konfabulator oder das Mac OS X Dock

December 2nd, 2005 by Tim Bruysten in de:sign, interFACE, der mensch, usability

In der aktuellen Interfacedesigndiskussion wird viel über “Flow” und die Abgrenzung dieses Begriffes zum Thema “Usability” gesprochen. Das Folgende ist ein Zwischenstand, eine Zusammenfassung bisheriger Überlegungen. Als Anregung und für Kritik gedacht.

Wikipedia schreibt dazu:

With flow the psychologist Mihaly Csikszentmihalyi names the feeling of complete and energized focus in an activity, with a high level of enjoyment and fulfillment.
As Csikszentmihalyi sees it, the components of a flow producing activity are:
- We are up to the activity (it’s not too hard or too easy).
- We can discern the rules.
- The activity has clear goals.
- The activity has direct feedback.
- We are able to concentrate on the activity.
- We feel that we control the activity.
- Our worries and concerns disappear.
- Our subjective experience of time is altered.
Not all of these components need to be present together for flow to be experienced.

Ich habe nachdedacht, welche Tätigkeit nicht nur den Flow am besten verdeutlicht, sondern auch seine Abgrenzung zu den Themen des “Experience Design” und der Usability. Zur Zeit möchte ich das Tanzen nennen. Denn hier wird besonders deutlich, daß eine Einbeziehung der Umgebung und das richtige Abwägen des Schwierigkeitsgrades besonders wichtig ist, diese Tätigkeit sinnvoll und unfallfrei durchführen zu können. Gleichzeitig entsteht selbiges aber auch aus dem Tanzen selbst heraus.

Auch andere Punkte werden berührt. Die Transformation der Zeit, Feedback, Kontrolle, Konzentration…
Die Usability des Tanzens ist sozusagen die Beschäftigung mit den richtigen Schuhen, dem richtigen Boden und der Sorge, daß nichts im Wege steht. Doch es ist deutlich, daß der Tänzer selbst einen entscheidenden Anteil daran trägt, wie das Ergebnis und wie sein Gefühl beim Tanzen ist.

Beim Experience Design geht es darum, der ingenieurswissenschaftlichen Anmutung (frei nach Oliver Wrede) der Usability-Gemeinde einen Gegenpunkt zu setzen, der anerkennt, daß es mehr gibt, als eine technisch perfekte Nutzenoptimierung. Daß nämlich letztere im Auge des Betrachters, respektive des Benutzers liegt. So beschäftigt sich das Experience Design mit der Frage, welche Erfahrungen der Ausführende bei einer Tätigkeit macht.

So wird der Mensch vom Benutzer zum Ausführenden. Eine Anerkennung seiner Rolle, gerade wenn man von Softwarekonzeption redet. Allzu oft wird an dieser Stelle die Software mit dem Ausführenden verwechselt.

“Experience design is an approach to the design of products, services and environments based on a holistic consideration of the users’ experience. Experience design is therefore driven by consideration of the ‘moments’ of engagement between people and brands, and the memories these moments create. Also known as experiential marketing, customer experience design, experiential design, brand experience.”

Flow braucht beides. Das Innen des Ausführenden und ein sinnvoll und angenehm zu erschließendes Außen. Wobei das Außen das Tanzen (oder den Umgang mit einer Software) genauso enthält, wie Umwelt und Kontext der Tätigkeit, aber auch die technische Möglichkeit, Dinge zu tun. Richtig spannend wird es in dem Augenblick, in dem der Gegenstand des Flow Teil einer Interaktion zwischen mehreren Menschen ist. Paartanz, beispielsweise.

siehe auch:
- Was ist der Flow?
- Interfaces for Staying in the Flow
- Sind 90 % aller Usability-Tests nutzlos?
- When user interfaces fail
- Use Cases and interaction design

extern:
- Continuity-Weblog

November 25th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

“Coeno is a toolkit that provides an novel approach for using computers in office environments. The basic concept behind this project is to facilitate collaboration on computers. To achieve this, coeno provides a tabletop display that allows seamless interactions with other computers like laptops.”

siehe auch:
- Haptisch-optisches Interface

November 19th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

Ein interessantes Interfacemodell ist der “Fly”. Auch die Website hat eine spannende Oberfläche, eine alternative, outlinebasierte wäre jedoch auch nicht zu verachten, da die Charaktere nach einiger Zeit anfangen zu nerven…

Der “Fly” ist ein Stift, der auf Spezialpapieren mittels einer eingebauten Kamera besondere Funktionen zu Verfügung stellen kann: Taschenrechner, Spiele, Terminkalender, Übersetzungen. Der Stift hat zur Datenausgabe ein Audiointerface, welches mittels Tönen, Klängen und Musik; aber auch Sprache mit dem Benutzer interagiert. Zur Entlastung der Umwelt wurde auch an Kopfhörer gedacht.

Gern würde ich dieses System einmal ausprobieren, es scheint aber in Deutschland nicht zu kaufen zu sein.

November 4th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

Bei KommDesign gibt es einen interessanten Artikel zum Thema:

“… Flow entsteht, wenn wir so in eine Tätigkeit vertieft sind, daß wir von ihr völlig absorbiert werden, also - wie es so schön heißt - uns selbst und die Welt um uns herum vergessen. Dies ist vor allem der Fall bei kreativer Arbeit, Spielen oder Leistungen, die hohe Anforderungen an Konzentration und Intellekt stellen…”

Für Designer eine wirklich wichtige Frage; wie kann ich ein “Ding” konzeptionieren, daß eben ein solcher Flow beim Benutzer entsteht. Es ist die Frage nach der Gestaltung der Erlebniswelt des Gebrauchsnutzens.

Der Text ist gut, um sich einen Einstieg in das Thema zu verschaffen, jedoch würde ich der folgenden Tabelle nur bedingt zustimmen:

  • sie im Schlaf bedienen,
  • Gesuchtes schnell finden,
  • Informationen mühelos verarbeiten
  • ihre Handlungsziele direkt verfolgen können

denn, nicht nur um das Gefühl von Befriedigung zu vermitteln, muß dem Benutzer eine Herausforderung gestellt werden, die er zu meistern hat (wobei die Mittel dazu natürlich vorhanden sein müssen). Auch bedarf es eines roten Fadens, der den führungsbedürftigen Benutzer an die Hand nimmt, ohne den explorativ veranlagten eine bestimmte Handlung aufzuzwingen.

Und: Bei aller Theorie, auch hier sollte man sich vor der zu exakten Anwendung allgemeiner Aussagen hüten. Dies ist kein Regelwerk mit dem Laien zu guten Interfacedesignern werden, sondern eher der Versuch zu sehen, warum gute Interfacedesigner eben solche sind. Doch, wie gesagt, um in das Thema einzusteigen ist der zitierte und verlinkte Texte zu emfpehlen!

siehe auch:
- Interfaces for Staying in the Flow

extern:
- datensicht mobil - Weblog
- Continuity-Weblog

October 30th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, FUN, multimedia

Frauenkirche

Eine schöne Mircosite hat das ZDF zur Wiedereröffnung der Frauenkirche fertiggestellt.

October 10th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

ShapeWriting

“Advanced mobile phones, hand-held devices, PDAs and Tablet PCs are becoming very powerful computing platforms. They can be as powerful as today’s desktop computers in the near future and will play an increasingly central role in personal and ubiquitous computing. The question of how a user can efficiently interact with these devices without the traditional mouse and keyboard has motivated us to invest years of research in this area. The result is ShapeWriter, previously known as “Shorthand Aided Rapid Keyboarding (SHARK)”.”

Kleine Screens, wie die von PDAs, benötigen neue Konzepte, schnell und effizient schreiben zu können. Das ShapeWriter-Konzept sieht sehr spannend aus.

October 9th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, the social x, information architecture, psychologie

Was bedeutet es im “Flow” zu sein? Benjamin Bederson hat umfangreiches Material zu diesem Thema zusammengetragen:

“Psychologists have studied “optimal human experience” for many years, often called “being in the flow”. Through years of study, the basic characteristics of flow have been identified. This paper reviews the literature, and interprets the characteristics of flow within the context of interface design with the goal of understanding what kinds of interfaces are most conducive to supporting users being in the flow. Several examples to demonstrate the connection to flow are given.”

Sehr interessant ist auch folgende Liste, auf die im Detail eingegangen wird:

  • Challenge and require skill
  • Concentrate and avoid interruption
  • Maintain control
  • Speed and feedback
  • Transformation of time
September 3rd, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, information architecture

William Bright hat auf seiner Website ipodsubwaymaps.com die UBahnen verschiedener Städte kartographiert und für den iPod zubereitet. Dies allein für sich, ist schon ein interessantes Projekt, welches nach einer Weiterentwicklung zu einem “Location Based Service” gerade zu schreit.