Archive for the '[geschichte der zukunft]' Category

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“several real-time maps titled ‘Digital Derive’ that visualize the volume & geographic source of cell phone usage in Graz, showing a visual conceptual layer in the use & experience of the city. thousands of mobile phones are simultaneously ‘pinged’ to establish their precise location in space at a given moment in time.”

In mehrerer Hinsicht ist dieses Projekt sehr spannend. Nicht nur weil sich durch Überlagerung mit verschiedenen Karten oder durch das Hinzufügen von Interaktionsdaten der “getrackten” Telefonbesitzer äußerst interessante Dinge über Städtebau, urbane Räume und soziologische Netze lernen lassen, sondern auch, weil es die Transparenz unserer Gesellschaft offenbart.

Es wird Zeit, daß mehr solcher Projekte in die Öffentlichkeit dringen, daß die Gesellschaft endlich diskutiert ob und wenn ja, wie weit sie sich überwachen lassen möchte.

mehr Informationen gibt es beim MIT.

August 31st, 2005 by Tim Bruysten in DAS NETZ, [geschichte der zukunft]

“Ideen und Pläne, das heutige Internet zu ändern oder gar zu revolutionieren, gibt es viele. PlanetLab, Internet2, LambdaRail, ORBIT, WHYNET, Emulab, X-Bone oder auch DETER sind nur die bekanntesten Netzwerkprojekte, bei denen neue Konzepte getestet werden, um eine bessere Performance, Quality of Service oder Sicherheit im Netz zu erreichen. Jetzt hat auch das Directorate for Computer and Information Science and Engineering (CISE) der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF) ein Forschungsprogramm angekündigt, das sich mit der Entwicklung einer stark verbesserten Internet-Architektur beschäftigen soll, damit die erwartete explosionsartige Zunahme von vernetzten stationären und mobilen Computern kompensiert werden kann.”

Meine Erfahrung ist, daß die wirklich interessanten Entwicklungen im Internet bisher immer Grasroot-Entwicklungen waren, denen Institute und Wirtschaft anfangs oft äußerst skeptisch gegenüberstanden. Sei es die Entwicklung von HTML, Filesharing im Allgemeinen, der BitTorent-Gedanke im Speziellen, Weblogs (oder auch Wahlblogs), usw.usf.

mehr Informationen gibt es hier: nsf.gov/cise/geni

zum Stichwort “pervasive computing” siehe auch:

August 29th, 2005 by Tim Bruysten in culture, education, [geschichte der zukunft]

In Magdeburg hat heute eine dreisprachige Grundschule eröffnet. Ein erster Ansatz in die richtige Richtung. Mir geht das Konzept zwar noch lange nicht weit genug, doch ist es innerhalb des bestehenden Schulsystems wahrscheinlich eine der besten Möglichkeiten, kindgerechten Unterricht zu machen.

Auf der Website heißt es:

“Sprachenlernen gehört zum biologisch verankerten Verhaltensrepertoir von homo sapiens. Jedes Kind - abgesehen von pathologischen Sonderfällen - verfügt in hinreichendem Maß über die erforderlichen Lernfähigkeiten. Sprachen lernen bzw. die Fähigkeit dafür ist ein entscheidender Bestandteil, ja Voraussetzung für den lebenslang andauernden Sozialisationsprozeß. Das besondere an der menschlichen Sozialisation ist ja, dass sie weitgehend mit Hilfe von Sprache(n) erfolgt.

Überholt ist der besonders in Westeuropa verbreitete Glaube, es handele sich auch in biologischer Hinsicht um den Normalfall, wenn ein Mensch nur eine einzige Sprache lernt, und dass der Erwerb mehrerer Sprachen ein Sonderfall sei, der besondere Begabung und einen besonderen Aufwand erfordert. Weder ist die Zahl der Sprachen, die jemand zu erlernen vermag, biologisch festgelegt, noch gibt es einen Zeitpunkt, zu dem keine weitere Sprache mehr gelernt werden kann. Es hat sich allerdings gezeigt, das die Altersspanne bis zur Pubertät zu dem Zeitraum gehört, in dem längerfristig das Erlernen weiterer Sprachen in der Regel besonders gut gelingt.

Widerlegt wurde inzwischen auch das Vorurteil, dass das Erlernen weiterer Sprachen zu Beginn der Schulzeit oder schon vor Eintritt in die Grundschule zu Defiziten in anderen Bereichen, etwa der Entwicklung der Muttersprache führt. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Kinder, die sehr früh den Zugang zur Mehrsprachigkeit haben, sind längerfristig kognitiv leistungsfähiger und fremden Sprachen und Kulturen gegenüber toleranter.”

siehe auch:
- Mobile eLearning
- Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen
- Der Traum von der Gesellschaft der Hochgebildeten
- Schröder fordert “neue Kultur der Wissenschaft”
- Rürup für kostenlose Kindergärten statt Gratis-Studium
- Ein Bildungsnotstand jagt den nächsten
- Studie: Im Schnitt ein Computer für zwölf Schüler
- Medienmanagement im Schulsystem (tut Not)
- E-Learning wird Alltag
- Der Unterricht wird zum Lokaltermin
- Grundlage für vernetztes Wissensmanagement wird geschaffen
- Wikis, Blogs und Wissensmanagement
- campus innovation
- kinder und medien
- Forscher warnt vor “Googlesierung” der Ausbildung
- poesie der bildung
- Qualität des Schulunterrichts soll überwacht werden

August 24th, 2005 by Tim Bruysten in DAS NETZ, [geschichte der zukunft]

“Die Heidelberger DBD (Deutsche Breitband Dienste) hat heute wie angekündigt in ihrer Heimatstadt das stadtweite Wimax-Netz unter dem Namen MAXXtelekom in Betrieb genommen. Mit der Fachhochschule Heidelberg habe sich ein erster Kunde für das neue Angebot entschieden, geht aus einer Mitteilung hervor. Die Standard-Produkte haben eine symmetrische Bandbreite von 1,5 MBit/s bis zu 3,5 MBit/s. Darüber hinaus bietet DBD individuelle Produkte mit Bandbreiten von bis zu 155 MBit/s an.”

Ein mobiler und flächendeckender Breitbandzugang ist Grundlage neuer Ideen, die überall rund um das Buzzword der “Location Based Services” sprießen. Aber auch der allgemeine Lebenskomfort meines Berufszweigs und der anderer, steigt mit jedem weiteren öffentlich zugänglichen Internetzugang.

Das Ziel muß sein europaweit? flächendeckend einheitliche und Kabellose Internetzugänge bereitzustellen. Wenn Europa dies als erste Weltregion schafft, wird dies nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Fortentwicklung sein, sondern Europa auch helfen, jene Wissens- und Lern- und Kulturmechanismen zu entwickeln und etablieren, die helfen, es in der Konkurrenz der Weltregionen stark und zukunftsfähig zu machen.

siehe auch:
- Urbane Datenräume
- Amazon Maps
- Wer die Daten hat, hat auch die Macht…
- Location based services
- Satellitengesteuerte Schnitzeljagd
- collective news
- Rollenspiele erobern Computer
- PDA liefert historische informationen
- Das deutsche DSL-Dilemma
- Bundesregierung verspricht: Wir wollen Breitband für alle
- flying internet

August 24th, 2005 by Tim Bruysten in web, mobile, [geschichte der zukunft]

Hört, hört…

“Am Mittwoch, den 14. September, organisiert das deutsch-österreichische Büro des World Wide Web Consortium in der Berliner Humboldt-Univesität den W3C-Tag. Wie schon 2004 ist diese alljährliche öffentliche Veranstaltung in die Berliner XML-Tage eingebettet.
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Schwerpunkt der Vorträge wird das Mobile Web sein. Unter anderem wird der Leiter der im Mai gegründeten Mobile Web Initiative, Dr. Philipp Hoschka, die Ziele des W3C-Projekts vorstellen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.”

“World Wide Web technologies have become the key enablers for access to the Internet through desktop and notebook computing platforms. Web technologies have the potential to play the same role for Internet access from mobile devices. However, today, mobile Web access suffers from interoperability and usability problems that make the Web difficult to use for most mobile phone subscribers. W3C’s “Mobile Web Initiative” (W3C MWI) proposes to address these issues through a concerted effort of key players in the mobile production chain, including authoring tool vendors, content providers, handset manufacturers, browser vendors and mobile operators.”

an allen Ecken und Enden rumort es - das Web wird von einer Immobilie zur Mobilie.

siehe auch:
- Amazon Maps
- Satellitengesteuerte Schnitzeljagd
- collective news
- Location based services
- Urbane Datenräume

August 22nd, 2005 by Tim Bruysten in education, [geschichte der zukunft]

<nichtlustig>ohne worte</nichtlustig>

“In der aktuellen Spektrum der Wissenschaft, Seite 24: »Umfragen in den USA zeigen seit einem Jahrzehnt eine stabile Mehrheit von knapp fünfzig Prozent für die kreationistische Aussage »Gott schuf die Menschen mehr oder weniger in ihrer heutigen Gestalt zu einem Zeitpunkt innerhalb der letzten 10.000 Jahre«. Hinzu kommen knapp vierzig Prozent für die »Intelligent Design«-Aussage »Die Menschen haben sich über Millionen Jahre hinweg aus weniger fortgeschrittenen Lebensformen entwickelt, aber Gott lenkte diesen Prozeß«. Nur etwas mehr als 10 Prozent — Tendenz leicht steigend — stimmen für »Die Menschen haben sich über Millionen Jahre hinweg aus weniger fortgeschrittenen Lebensformen entwickelt und Gott hatte an diesem Prozeß keinen Anteil.«”

August 22nd, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s], social software, [geschichte der zukunft], collaboration

Diverse Wahlblogs schießen wie Pilze aus dem Boden, mit ganz unterschiedlichen Ansätzen und Autorenkreisen. Man könnte munkeln, es wäre ein Hype, eine bald wieder platzende Blase - doch legt die vertikale wie horizontale Verteilung innerhalb der Medienlandschaft zwischen Privatpersonen, Interessengruppen, Parteien und Sendeanstalten einen anderen Schluß nah.

Kulturelle Akzeptanz
Die Philosophie, die einem Weblog zu Grunde liegt, entspricht zur Zeit am ehesten einem Kulturverständnis, welches aus der Nutzung des Internet erwächst. Der Möglichkeit zur Beteiligung von Jedermann erfolgt der demokratische Anspruch, daß diese auch zur Verfügung gestellt wird.

Gleichzeitig eint das Label “Weblog” die sich damit benennenden institutionalisierten Websites mit auch dem kleinsten privaten Ansatz und schafft so nicht nur eine vertikale Marktverteilung, sondern auch die Grundlage für gegenseitige Akzeptanz.

Technische Akzeptanz
Doch nicht nur der emotionale, mit dem Label “Weblog” versehene Aspekt könnte Weblogs langfristig erfolgreich machen… Die ihnen zugrunde liegende Technik einer klaren Gliederung, XML-Austauschformaten, Kommentaren, Trackbacks, Pingbacks usw. verhelfen ihnen ebenfalls zu einer hohen Akzeptanz. Die Möglichkeiten zur Rezeption aber auch zur Interaktion sind weit gestreut, nicht an eine bestimmte Software eines bestimmten Herstellers gebunden und offen zugänglich.

Sie sind nicht so unstrukturiert wie Foren und Personen, die nicht selbst publizieren möchten können trotzdem leicht einen roten Faden erkennen. Mittels Trackbacks und Pingbacks kann, wenn sie denn ausreichend genutzt würden, ein Netzerk zwischen einzelnen Weblogs entstehen und Kommentare erlauben einen öffentlichen Diskurs bis hin zur Diskussion.

Politik und Gesellschaft
Das emotionale Themen wie der aktuelle Wahlkampf die Aufmerksamkeit besonders auf sich ziehen und nun Weblogs aller Arten im Zusammenhang mit der bevorstehenden Bundestagswahl erscheinen, dürfte kaum verwundern. Aber gerade hier offenbart sich ein neuer Ansatz, eine neue Möglichkeit.

  • “Klassische” Politiker können mittels dieser Technologie authentisch von sich berichten und für sich werben, gleichzeitig unter einem akzeptierten Label und auch einer quasi-standardisierten Technik.
  • “modernere” Politiker können hier den Diskurs und eine beidseitige Meinungsbildung suchen
  • “klassische” Wähler können sich auf einfache Art und Weise und (hoffentlich) fernab von der geschliffenen Zunge der Wahlprogramme ein Bild von den zur Wahl stehenden machen
  • “moderne” Wähler können selbst aktiv in den Prozess der öffentlichen Meinungsbildung eingreifen

Und, last but not least, könnte diese Form der “basisdemokratischen Medialisierungs- und Beteiligungskultur” eine neue Grundlage für einen neuen Legitimationsansatz von Politik in diesem Jahrhundert werden. Nicht als “Verdienst” von “Weblogs”, sondern allein aus der Tendenz, mit der auch ihnen zugrunde liegenden Technik eine “lean-information-society” zu etablieren…

Wahlblogs:
- Wahlblog
- ZDF - Blogtour

Intern:
- collective news
- Schlechte Stimmung?
- Social Software
- Die Poesie des Bloggens
- Weblogs und Journalismus
- Die ungleichen Brüder
- Weblogs in der Diskussion
- Blogs, Kollaboration und soziale Netzwerke
- Demokratie-Hacks, Weblogs und freie Meinungsäußerung

Extern:
- Wikipedia - Wahlblogs

August 7th, 2005 by Tim Bruysten in robotic, [geschichte der zukunft]

“Der japanische Wissenschaftler Akio Namiki hat eine künstliche Hand entwickelt, die tischtennisballgroße Gegenstände, die mit bis zu 300 km/h heranfliegen, sicher fangen kann. Dazu braucht sie nicht einmal einen Handschuh; drei bewegliche Metallfinger reichen. Eine Gruppe von 32 mal 48 Fotodetektoren, die in der “Handfläche” untergebracht sind, registriert die Bahn eines entgegenkommenden Balls und eine Reihe von speziellen Bildbearbeitungseinheiten berechnet den Kurs sowie die erforderliche Greifaktion — ein Prozess, der nahezu in Echtzeit erfolgt.”

Videos gibt es auch davon.

August 6th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s], [geschichte der zukunft]

wahlblog logo

Im Wahlblog haben sich durch die Initiative von Nico Lumma einige Blogger, Politiker und politische Interessierte zusammen gefunden und schreiben über die eventuell anstehende Bundestagswahl im September diesen Jahres. Ich hatte hier schon darüber geschrieben.

Als Mitautor bin ich natürlich befangen, trotzdem möchte ich hier eine kleine Zwischenbilanz ziehen. Der Autorenkreis ist eine sehr interessante und bunte Mischung unterschiedlichster Vertreter und Interessen geworden. Die Beiträge sind nach einigen ganz anfänglichen Unschärfen gut und repräsentieren einen breiten Querschnitt zwischen Kritik an den unterschiedlichen Protagonisten der anstehenden Wahl und Werbung für sie.

Warum ein Weblog und kein Wiki?
Im Gegensatz zur Wikipedia-Gemeinde geht es bei diesem Projekt nicht darum, möglichst “das gesamte Wissen der Welt”, oder in dem konkreten Fall “das gesamte Wissen zur Bundestagswahl” anzusammeln und vor den gleichen Problemen zu stehen, mit denen sich Wikipedia und andere konfrontiert sehen… Übersichtlichkeit, Transparenz, Konsistenz, Nachvollziehbarkeit und Verantwortlichkeit.

“Wahlblog.de ist der Versuch, den Wahlkampf für die Bundestagswahl kritisch zu begleiten und die Themen aufzugreifen, die uns wichtig sind. Es schreiben hier Blogger mit unterschiedlichsten politischen Meinungen, Themenschwerpunkten und Herangehensweisen.”

Ein Projekt mit Zukunft?
Das bisher latente und unorganisierte, nur durch wenige Protagonisten ans Tageslicht gekommene Potential des Internets zur Demokratisierung und “grasroot”-Globalisierung der Medienlandschaft wird durch Projekte wie das Wahlblog, aber auch ähnliche, zum Beispiel das Bildblog erstmals in einer professionalisierten Form sichtbar.

Gleichzeitig ist es der logische Schluß der vernetzten Welt und die massive Zunahme der Bedeutung von temporären Interessensgemeinschaften wird, wenn den der Umkehrschluß zulässig ist, daß sie zu Gunsten anderer sozialer Bande gewählt werden, das Abflauen des Humanismus in den westlichen Gesellschaften offenbaren. Es könnte, wenn denn diese Theorie zutrifft, zumindest als ein “Projekt der Zukunft” bezeichnet werden.

siehe auch:
- Scheibendenken
- Publikationsstrategien im Wandel
- Die Kondensation des Wissens

im Wahlblog:
- Die Reiter der Apokalypse
- Renaissance der Bürgerrechte?

July 28th, 2005 by Tim Bruysten in der mensch, [geschichte der zukunft]

Schon an anderer Stelle (Diplom, Wahlblog) habe ich über die Problematik geschrieben, die mit dem abklingenden Humanismus einherzugehen scheint, daß es auf der einen Seite Radikale gibt, die unter der Flagge des (Neo-)Liberalismus versuchen, den Posthumanismus in einen Anti-Humanismus zu verwandeln in dem sie Technologie, besonders die Technologie, die die Zwischenmenschlichkeit kontrolliert oder moderiert, im Fokus aller Entwicklung sehen. Auf der anderen Seite stehen ebenfalls Radikale, die ebenfalls Anti-Humanistisch sind, in dem sie die Säkularisierung zurückzudrehen suchen und nicht mehr den Menschen, sondern einen alttestamentarischen Gott in das Zentrum ihres Weltbildes setzen.

Zu letzteren gibt es einen interessanten Artikel bei Telepolis:

“Verfechter der “Intelligent Design”-Bewegung treten in den USA gegen die Prinzipien der Wissenschaft an. Politisch - “wissenschaftlich” - sozio-kulturell. Und mit erschreckendem Erfolg.”