Archive for the '[geschichte der zukunft]' Category

April 26th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

“Neue Formen der Interaktion mit dem Computer, Spracherkennungssysteme werden laut Ballmer in der Zukunft immer wichtiger: “Tastatur und Maus werden nicht völlig verschwinden, aber zunehmend in den Hintergrund rücken.” Auch volltechnisierte, vernetzte Haushalte würden zunehmend zur Normalität werden. “Ich selbst lebe in einem Hightech-Haus der Gegenwart, das ist jedoch noch relativ bescheiden im Vergleich zum Haus der Zukunft von Bill Gates.” Großes Zukunftspotential sieht Steve Ballmer außerdem in neuen Software-Entwicklungen für digitales Home-Entertainment wie internetbasierte Fernsehdienste.”

Das Tastatur und Maus langsam immer weiter in den Hintergrund treten werden, halte ich ebenfalls für sehr wahrscheinlich. Man brauch nur an MultiTouch, die haptischen Touchscreens, coeno oder den Pentop-Computer denken, um das kreative Potential zu spüren, welches in (neuen) Technologien steckt.

Doch einen Punkt sehe ich bei Microsoft schon immer als nicht wirklich wahrgenommen. Es ist natürlich auch das Geschäftsmodell, welches Google erfolgreich gemacht hat. Doch zunächst gab es einen Google-Hype, weil Google eine Alternative war.

Zwei Studenten, die ein wirklich einfaches und im ersten Schritt auch werbefreies Interface präsentiert haben und voller Enthusiasmus von einer neuen Technologie berichteten – das hat nicht nur die Nerds und passionierten Technologie-Firstmover bewegt, sondern auch eben den Rest der Welt nicht abgeschreckt.

So halte ich eher das Benutzungsgefühl des individuellen Anwenders für den Hauptgrund der Erfolgsgeschichte von Google. Ob man dies heute noch von Google sagen kann, steht auf einem anderen Blatt…

Interfaces:
- TactaPad - See … Touch … Feel
- The All-Mighty-Mouse
- Apple stellt »Spoken Interface« vor
- The tale of the vibrating shoes
- geschichte des user interface
- ShapeWriter

computing visions
- Raskins weise Worte
- Chips und Betriebssystem werden irrelevant
- The end of filesystems
- Ubiquitous Computing
- The Web 2.0 Experience Continuum
- TV vs Web oder konvergente Medien?

April 18th, 2006 by Tim Bruysten in tekk, [geschichte der zukunft]

“Leopard und Vista sind die letzten Betriebssysteme, die die Verbraucher noch kennen werden. Als Apple zu Intel wechselte, geschah das angeblich wegen der Laptops-Chips. Ich glaube aber, es war ein Signal dafür, daß der Prozessor keine Rolle mehr spielt - er ist billige Massenware. Ich bin sicher, daß OS X auf einem AMD- oder Cell-Prozessor laufen kann. Auf kurze Sicht spielt das Betriebssystem noch eine Rolle, auf lange Sicht wird sich niemand mehr darum kümmern. Leopard (OS 10.5) wird dafür sorgen.”

Völlig richtig; dieser Prognose kann ich mich nur anschließen. Raskin zitierend habe ich schon hier ähnliches angesprochen.

Doch würde ich noch weiter gehen, daß was ich wirklich von einem Computer will, ist die Möglichkeit, Dinge zu tun. Ob das nun Schreiben, Lesen, Recherchieren, Illustrieren, Programmieren, Fotos bearbeiten, oder sonst was ist. Dazu brauche ich weder ein Betriebssystem, noch ein Anwendungsprogramm. Wenn der Computer solches dazu braucht, ist das sein Problem.

siehe auch:
- The end of filesystems
- Multi-Touch Interaction Research

March 10th, 2006 by Tim Bruysten in tekk, DAS NETZ, [geschichte der zukunft]

“Mit VDSL sollen im privaten Haushalt ab Mitte 2006 Bandbreiten bis zu 50 MBit möglich werden. Das ist fast 800mal so schnell wie eine Internetverbindung über ISDN, die vor einigen Jahren noch das Nonplusultra für Internetnutzer war.”

Infrastruktur
Hab ich hier in einem Artikel schon mal den Begriff der “neuen Infrastruktur” verwendet? ;-) Doch so gut ich die Entwicklung hin zu schnelleren Netzen finde, desto deutlicher muß man auch sagen, daß es hier im Herzen Europas, mitten in der Euregio immer noch Gebiete gibt, in denen nicht mal normales DSL verfügbar ist. Glücklicherweise bin ich selbst nicht betroffen, aber trotzdem, die digitale Kluft ist groß genug, wir müssen sie innerhalb von Europa nicht noch weiter treiben…

Kabel?
Und trotz aller Euphorie glaube ich nicht an die Zukunft von kabelgebundenen Netzen. Wenn nicht wirklich gesundheitliche Probleme mit dem massiven Ausbau der Funktechnik allerorten nachgewiesen werden, möchte ich lieber auf das kabellose Internet setzen.

siehe auch:
- 2,5 GBits über 4G
- In der Diskussion: Ubiquitous Computing
- mobile Entertainment
- Breitband für Grönland
- Heidelberger Wimax-Netz gestartet
- Das deutsche DSL-Dilemma
- Bundesregierung verspricht: Wir wollen Breitband für alle

March 7th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

…oder auch nicht.

“Seit Jahren arbeiten die Teams um die Professoren Klaus-Robert Müller und Gabriel Curio an der so genannten Computer-Hirn- Schnittstelle (Brain-Computer Interface BBI), die beispielsweise komplett gelähmten Menschen eine Kommunikation mit der Außenwelt ermöglichen soll. Selbst wer nicht mehr rechts oder links blinzeln kann, kann rechts oder links denken - und das reicht aus: Über 128 Elektroden auf der Kopfhaut werden die entsprechenden Gehirnsignale aus dem primär-motorischen Kortex aufgenommen und dank einer speziellen, lernfähigen Software aus dem Signalfeuer herausgefiltert.”

Leider geht aus dem Artikel nicht hervor, ob die Forscher gleichermaßen an Vorschlägen für einen Ethik-Codex für Ihre Entwicklungen arbeiten. Meiner Meinung nach ist dieser wie bei kaum einer anderen Technik hier dringend notwendig.

siehe auch:
- Mission to build a simulated brain begins
- Der Sitz des Bösen
- Transhumanismus: Das Hirn im PC
- The Matrix: Von der Playstation direkt ins Hirn
- We are listening to a human being’s thoughts.
- Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Menschenversuch mit Computer-Gehirn-Schnittstelle
- Schnittstelle zum Gehirn
- grus’lig

March 6th, 2006 by Tim Bruysten in der mensch, [geschichte der zukunft]

“Immer mehr unserer täglichen Aktivitäten finden im Internet oder mit Hilfe anderer vernetzter Geräte statt. Dabei verändert sich auch der Identitätsbegriff – und wie wir der Welt gegenüber beweisen, wer wir sind. Nutzte man in der “realen” Welt vor allem physische Identitätsbeweise wie Führerscheine, Sozialversicherungsausweise oder Geburtsurkunden, verwenden wir heute immer mehr Passwörter oder PINs, um unsere Geschäfte schnell (und unpersönlich) abzuwickeln.”

siehe auch:
- OSCON 2005 Keynote - Identity 2.0

February 26th, 2006 by Tim Bruysten in tekk, artificial intelligence, [geschichte der zukunft]

Heise schreibt über ubiquitous computing. Und der Autor reißt einig Fragen der Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit solcher Entwicklungen an. Klar ist, daß eine gesellschaftliche Debatte zur Miniaturisierung der Elektronik und Maschinen völlig fehlt und daß daher eine sinnvolle Abwägung solcher Entwicklungen im öffentlichen Kontext nicht möglich ist.

Doch zeigt sich am Beispiel der Entwicklung der makroskopischen Computertechnik, daß im Laufe von ein bis zwei Generationen die Menschen der Technik ihre Kultur zwar nicht aufzwingen, aber langsam eine kulturelle Symbiose mit den Möglichkeiten, die die neue Technik hervorbringt eingehen. Trotzdem halte ich einen öffentlichen Diskurs in dieser Frage für unabdingbar und dringend notwendig.

Ubiquitous?
Was bedeutet dies eigentlich? Ubiquitous? Im Kontext unserer Technologie kann man folgende Aufteilung vornehmen.

Soziale Welt
Hier sprechen wir vom “Web 2.0″ vom “urbanem Netz”; die Kompetenz-, Informations-, Kommunikations- und Wissensmanagementstruktur, die uns überall und jederzeit (kontextbezogen) zur Verfügung steht.

Medizinische Welt
Medizinische Überwachung; Miniaturisierung (1, 2) können die Medizin und vorallem Nebenwirkungen und Schädigungen durch operative Eingriffe wesentlich reduzieren.

Militärische, Polizeiliche Angelegenheiten
Überwachung, Kontrolle, Waffen (1). Alle diese Dinge lassen sich mit der gleichen Technologie bauen, die ich unter sozialer und medizinischer Welt einordne.

Urbane Welt
Die Dinge des Alltags, unsere Umwelt vernetzt sich unsichtbar… (auch hier wird der Web2.0-Begriff verwendet). Einige Beispiele sind in dem oben zitierten Heise-Artikel gebracht. Aber man kann dies noch viel weiter denken.

Das weite Spektrum dieses Themas wird deutlich, wenn man sich mit den Randerscheinungen der Debatte auseinandersetzt: Weit über die aktuell notwendige Diskussion der (kulturellen) Integration neuer Technologien in die Gesellschaft hinaus geht Stanislaw Lem in seiner Waschmaschinentragödie. Doch Robert Alexy, Rechtsprofessor an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, beschäftigt sich hier mit der gleichen Fragestellung aus juristischer Sicht.

Für die Visionärswelt der Computer-, Informations- und Wissenstechnik, der Nanoingenieurswissenschaften, der Medizin (…) gibt es zur Zeit leider kaum gesellschaftliches Interesse. Zu viele Medien hämmern auf uns ein und zu verteilt sind die Problemstellungen. Eigentlich ein typisches Designproblem, hier einmal Ordnung und Übersichtlichkeit zu schaffen ;-)

siehe auch:
- 2,5 GBits über 4G
- UFOs (Ubiquitous Findable Objects)
- Location based services
- Ubiquitous Computing

February 24th, 2006 by Tim Bruysten in mobile, [geschichte der zukunft], location based services

“Der größte japanische Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo vermeldet einen Weltrekord bei der paketvermittelten Datenübertragung in einem Mobilfunknetz. Daten wurden dabei mit 2,5 GBit/s zu einem Empfänger übertragen, der sich mit 20 km/h bewegte.”

Das Internet der Zukunft wird langsam sichtbar und was viele noch für kurzem für eine Phantasie von Nerds gehalten haben hält Einzug in unsere Umwelt: Das “ubiquitous and urban network”.

Ubiquitous
Wimax, UMTS, 4G, Fon, Connexion, usw. erlauben unseren Geräten überall und zu jeder Zeit mittels durchaus hervorragender Datenraten auf das Internet, respektive “gemeinsame Daten / Netzwerke” zuzugreifen.

Urban
Dieses Schlagwort fügt das Buzzword der “Allverfügbarkeit” in den konkreten Kontext des Lebensumfeldes der Anwender ein. Wo benutze ich diese Dienste? Welche Daten brauche ich an welchem Ort? Wie können wir Soft- oder Hardware nicht nur umgebungsrelevante Informationen vermitteln und selbige der Umgebung anpassen, sondern auch die Umweltbedingungen bei der Wahrnehmnung erkennen und sich selbigen anpassen?

Nicht neu
Diese Gedanken sind alle nicht neu. Ganz im Gegenteil. Aber nun wird es langsam spannend! Denn die Infrastruktur ist nun so weit, daß wir uns an eine sehr weitentwickelte Umsetzung machen können.

Eine mögliche Entwicklung haben zwei meiner Studentinnen, Kristina Mickartz und Silvia Fritzsche auf dem letzten Webmontag in Berlin präsentiert.

In diesem Kontext stehen aber auch viele unserer Überlegungen: Wahrhaft assistierende Systeme haben höchstwahrscheinlich nicht das Erscheinungsbild einer Büroklammer ;-). Wahrscheinlich haben solche Systeme überhaupt kein Erscheinungsbild, weil eben, wie schon gesagt, über Kontext und Wahrnehmung vernünftig nachgedacht wurde.

Meine Phantasie fängt jedenfalls Feuer, wenn ich über die Möglichkeiten der Vernetzung von plazes, upcoming, flickr, wikipedia, fon, openBC usw. nachdenke. Doch darf man nicht glauben, daß das pure Zusammenfügen von Daten und die Gegenseitige technische Vernetzung ein sinnvolles Produkt ergeben würde…

siehe auch:
- UFOs (Ubiquitous Findable Objects)
- ShapeWriter
- US-Wissenschaftsstiftung plant Internet des 21. Jahrhunderts
- Rollenspiele erobern Computer
- Location based services
- Ubiquitous Computing
- Der Unterricht wird zum Lokaltermin
- Nordrhein-Westfalen erprobt Handy-TV via DMB
- mobile TV
- Heidelberger Wimax-Netz gestartet
- Satellitengesteuerte Schnitzeljagd

extern:
- heute: Hotspot am Himmel

February 19th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Tobias behauptet:

“Letzte Woche war Diplomausstellung.
Und wieder wurde aus einer Reihe Kommilitonen Dipl. Designer…

Das paradoxe daran: Man studiert mehr als acht Semester mit Kommilitonen, hat eine Vorstellung von ihren (grafischen) Stärken und Fähigkeiten und löst genau dann, wenn Kooperationen und Zusammenarbeiten wirklich relevant werden, jede Verbindung zueinander auf.
Bisher konnte man sich einfach in der FH treffen und wusste zumindest theoretisch, wo wer zu finden war. Und nach dem Diplom, wenn für Job und Zukunft Netzwerke, Kontakte und Menschen noch viel wichtiger werden, fehlt einem die passende (eMail-)Adresse…”

und ich kann ihn nur bestätigen! Das Post-Diplomatische Netzwerk funktioniert hervorragend und dank diverser Tools, nicht nur OpenBC, wird es einfacher. Überhaupt, soziale Netzwerke, organisiert mit Hilfe von Technik, werden immer wichtiger werden, aber dazu später mehr.

February 13th, 2006 by Tim Bruysten in weblog[s], [geschichte der zukunft]

“Längst haben sich zahlreiche Weblogs aus der Trend-Ecke in den Mainstream des Internet “gepostet”. Blogs wirken - in vielerlei Hinsicht. Sie machen Nachrichten und sie bescheren den Bloggern selbst unter Umständen die Kündigung ihres Arbeitgebers. Denn viele Unternehmen interessieren sich inzwischen dafür, wie ihre Angestellten die Welt sehen. Und dafür, wie sie das mitteilen. Das Interesse am Bloggen ist davon unberührt - jede Sekunde gibt es ein neues Webjournal.”

Heute auf dem Flug von München nach Düsseldorf. Ich blättere unschuldig und gelangweilt durch die Infozeitschrift der Fluggesellschaft, die neben der Kotztüte im Vordersitz steckt. Und da sehe ich es, ein Artikel über Weblogs.

Ein altes Gerücht sagt, daß eine alte Börsenweisheit sagt, daß in dem Augenblick, in dem die Boulevardpresse eine Aktie lobt, selbige noch einen kurzen Hype erlebt und sich dann mangels Wachstumspotential und -phantasie in den Abgrund stürzt. Und wenn eine ganze Industrie von dem Hype gepackt wurde, trifft es manchmal auch ganze Volkswirtschaften (Ungefähr einmal pro Generation; komisch…)

Gilt für Weblogs das Gleiche? Wie kurz ist eine Web-Generation? Nun, mir ist es egal, wie man meine Website nennt. Blogs haben uns neue Möglichkeiten und intelligente Techniken beschert, wir publizieren quer durch Datei- und Medienformate, vom Desktop oder aus dem Browser mit wenigen Klicks, daß nimmt uns keiner.

Gleichzeitig haben Weblogs einer breiten Öffentlichkeit gezeigt, welches Potential ein freies Publikations-, Rezeptions- und Kritiknetzwerk haben kann. Auch hier hoffe ich auf weiterführende Ideen.

siehe auch:
- eRevolution
- flock
- Krisenblogs
- Die Humanisierung des Netzes
- Wahlblogs
- Die Poesie des Bloggens

December 18th, 2005 by Tim Bruysten in multimedia, mobile, [geschichte der zukunft]

“Die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) hat den Startschuss für die Erprobung von DMB (Digital Media Broadcasting) gegeben und sucht nun per Ausschreibung bis Ende Januar nach einem Betreiber. Der Empfang von Fernsehprogrammen auf Handys und anderen mobilen Endgeräten soll am 1. Mai 2006 starten, um rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft die Spielstätten in NRW versorgen zu können. Danach soll über den Regelbetrieb entschieden werden.”

Nun braucht man nur noch jemanden, der Konzepte für sinnvolle Inhalte erstellt. Doch da gibt es ja uns ;-). Zwar halte ich es durchaus für interessant und legitim, monodirektionale Inhalte zur Unterhaltung und zur Information auf das Handy zu bringen, doch richtig spannend wird es, wenn man über Netze und deren Möglichkeiten nachdenkt. Distributed Services, Integration in urbane Räume, Handy-zu-Handy Kommunikation, hach herrlich, ich könnte stundenlang lustige Buzzwords tippen. Doch, Ironie hin oder her, neue Technologien können neue Märkte schaffen.