Archive for the '[geschichte der zukunft]' Category

September 30th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

In einem lesenswerten Interview auf heute.de spricht Joseph Weizenbaum über Verantwortung und Ethik in der Informatik. Eine immer wichtiger werdene Debatte, die gar nicht oft genug gefordert werden kann, da sie leider in der Öffentlichkeit bisher kein signifikantes Echo findet. Die Veränderungen, die uns durch die kombinierten Technologien der Zukunft aus Nanotech, gesteigerter miniaturisierter Rechenleistung, Gentechnik usw. bevorstehen, erwarten wir weitgehend unreflektiert.

Design kann hier eine Rolle spielen, in dem durch Sichtbarmachung von Technologie und der Ökologie selbiger, der Einzelne überhaupt in die Lage versetzt wird, sie wahrzunehmen und sich seine eigene Meinung zu bilden.

im Kontext:
- Rupert Murdoch betont die Bedeutung des Internet
- Internet ist ein “Schrotthaufen”
- Öffentliches Wissen

August 20th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Das Zeitalter, in dem Cyborgs reine Science Fiction Visionen waren, ist vorbei. In den letzten Monaten finden sich immer wieder Pressemeldungen, die von weiteren Fortschritten bei der Entwicklung von Hirn - Computer - Schnittstellen berichten. Viele dieser Artikel habe ich mit dem Hinweis, daß eine gesellschaftliche Diskussion zu diesem Thema noch dringend aussteht, versehen.

Wenn Computer unsere Gedanken lesen können (siehe “Your Thoughts Are Your Password“), wenn sie als perfekte Lügendetektoren taugen, dann bedeutet dies eine Änderung basaler gesellschaftlicher Regeln. Behörden, Polizei und Militär, aber auch Marketing’ler, eifersüchtige Paare, Unternehmen, usw. werden diese Technologien für ihre Zwecke einsetzen und nutzen wollen.

Trotzdem halte ich die Technologie für interessant. Gerade unter dem Aspekt, daß kranken und behinderten Menschen sehr geholfen werden kann. In einem aktuellen Artikel berichtet heute.de:

Vielen Versuchspersonen fällt die Bedienung so leicht, dass sie den Computer wie einen Teil des eigenen Körpers erleben. “Sie sagen, sie hätten im Cursor gesteckt, oder vergleichen das Erlebnis mit dem Heben eines Stocks, um auf etwas zu deuten”, sagt FIRST-Mitarbeiter Benjamin Blankertz. Der Leiter der BBCI-Forschungsgruppe, Klaus-Robert Müller,gab einmal ein Interview, nachdem er ein gedanklich gesteuertes Computerspiel vorgeführt hatte, und stellte erst nach mehreren Sätzenverblüfft fest, dass er das Spiel nebenbei immer noch fortsetzte.

Hier zeigt sich, was die “Invasion des Gehirns” bedeuten kann; Hirn und Computer reagieren Wechselseitig. So führt der Artikel weiter aus:

“Auch Flugzeugsteuerungen auf BCI-Basis hält Schalk grundsätzlich für möglich. Damit würde sich der Traum vom Fliegen in einer ganz neuen Dimension realisieren: das Flugzeug als Teil des eigenen Körpers.”

Der sich aufdrängende Gedanke ist, wird der Mensch (aus technische Sicht) Teil einer technologischen Singularität sein? Leider scheint das Thema von schlechten Filmen und abstruser Literatur so sehr als “Blödsinn für Freaks” gemarkt zu sein, daß ein seriöser Diskurs schwer fällt.

siehe auch:
- Hochinvasive Hirn-Computer-Schnittstelle erfolgreich am Menschen getestet
- Neuromarketing
- Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Neurologie und Design

August 4th, 2006 by Tim Bruysten in telekratie, [geschichte der zukunft]

heute.de berichtet:

Erst war es eine technische Spielerei, um die Institutionen eines Viertels zu vernetzen, jetzt wird daraus ein Sozialprojekt für die ganze Stadt: In Prag sollen bald alle Einwohner kostenlos das Internet nutzen können. Die Menschen sind begeistert - doch die kommerziellen Anbieter laufen Sturm.

Wie ich schon in der Readers Edition vor einigen Wochen geschrieben habe, offenbart sich an solchen Geschichten ein Konstruktionsfehler des Internet’. Nicht zu unrecht gibt es immer zahlreiche und kontroverse Diskussionen, wenn über die Privatisierung von Straßen und öffentlichen Einrichtungen der “realen Welt” gesprochen wird.

Das Internet ist ein Medium, welches gerade Stück für Stück von der Gesellschaft, den Gesellschaften, assimiliert wird. Kaum eine andere Technologie ist so schnell omnipotentes und -präsentes Werkzeug geworden, wie das Internet mit seinen Protokollen. Damit entsteht ein Anspruch der Gesellschaft, wie auch der Individuen, auf die Nutzung.

Das mancherorts der Staat diese Möglichkeit sicherstellt, ist in Ordnung. Doch die wahre Revolution offenbart sich, wenn man an die Möglichkeiten der Selbstvernetzung denkt. Das Internet, als ein gigantischer Ameisenhaufen: Accesspoints in jedem Haushalt. Dies wäre eine Vorstellung, die sehr viel näher an die ursprüngliche Vision des Internet heranreichen würde.

So könnte eine Mischform aus “urbaner Selbstversorgung”, börsennotierten Großanbietern und staatlicher Grundversorgung durchaus eine ernstzunehmende Zukunft beschreiben.

siehe auch:
- Neue Technologien erweitern die soziale Interaktion
- Net Neutrality
- Symbiotic Web

August 3rd, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Wired berichtet über die Forschungen von Steve Potter. Der Forscher am “Laboratory for Neuroengineering” züchtet “Klumpen” von Ratten-Hirnzellen in Petrischalen und vernetzt diese mit Robotik-Technologie:

When Rene Descartes said, “I think, therefore I am,” the philosopher probably didn’t imagine a stamp-sized clump of rat neurons grown in a dish, hooked to a computer.

Scientists at the Georgia Institute of Technology figured they could learn more from neuron clumps that acted more like real brains, so they’ve developed “neurally controlled animats” — a few thousand rat neurons grown atop a grid of electrodes and connected to a robot body or computer-simulated virtual environment.

siehe auch:

- grus’lig - Rattenhirn steuert Flugsimulator
- Hochinvasive Hirn-Computer-Schnittstelle erfolgreich am Menschen getestet
- Neuromarketing
- Neurologie und Design
- Menschenversuch mit Computer-Gehirn-Schnittstelle
- Transhumanismus: Das Hirn im PC
- Mission to build a simulated brain begins

July 13th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

“US-Forscher haben erfolgreich eine hochinvasive Hirn-Computer-Schnittstelle an einem Menschen getestet. Dabei verwendeten sie das BrainGate-System der Firma Cybernetics. Die Neurowissenschaftler implantierten einen Chip mit Elektroden, der durch ein Loch in der Schädeldecke mit einem Rechner verbunden ist, im Motorcortex einer querschnittsgelähmten Versuchsperson, die daraufhin mittels Gedanken den Cursor auf einem Bildschirm bewegte.”

Wo fängt ein Cyborg an? Bei einem gemütlichen Kaffee mit Martin vor einigen Wochen haben wir diese Frage erörtert und sind übereingekommen, daß im Grunde Menschen, die ihren Körper mit “komischen Geräten” ergänzen, um eine bestimmte Funktion besser ausüben zu können, auf jeden Fall dazugehören. Also auch Menschen, die zu Beispiel BlueTooth Headsets benutzen.

Ist dann die Verdratung des Gehirns einfach nur der logische nächste Schritt? Nein. Dies hat eine andere Qualität. Ein BT-Headset ist eine begrenzte Technologie mit einem klaren Ziel, welches vom Benutzer leicht verstanden werden kann. Ein solch immersiver Eingriff ins Gehirn, sollte jedoch anders beurteilt werden. Sicherlich sinnvoll und wünschenswert einem Kranken zu helfen. Aber diese Technologie kann eben auch zu anderen Dingen benutzt werden.

Wo immer die ethische oder politische Diskussion zu diesen Technologien stattfindet, scheint jedenfalls kein Ort der Öffentlichkeit zu sein - obwohl dies sicherlich erforderlich wäre.

siehe:
- Neuromarketing
- Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Your Thoughts Are Your Password
- Neurologie und Design
- Menschenversuch mit Computer-Gehirn-Schnittstelle
- Schnittstelle zum Gehirn
- Transhumanismus: Das Hirn im PC
- We are listening to a human being’s thoughts.

externe links:
- wired: Brain-Computer Tech Progresses
- wired: This Is a Computer on Your Brain

July 11th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Auf dem Weg von einer militärischen Vision hin zu dem heutigen omnipräsenten Allesfresser hat das Internet eine erstaunliche Entwicklung durchlebt. Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit, die wohl von nur wenigen anderen technischen Innovation überboten werden kann, ist es durch verschiedenen Evolutionsstufen gelaufen und bietet heute ein Bild, welches den Entwicklern der ersten Stunde wahrscheinlich nicht in den Sinn gekommen wäre.

Es ist jedoch kaum verwunderlich, daß das Internet eine solch rasante Entwicklung genommen hat. Ein Medium, welches eine derart große Zahl von Menschen vernetzt und zudem diesen einen aktiven Gestaltungsspielraum läßt wie kein zweites, dem bleibt vielleicht gar keine andere Vorbestimmung, als sich evolutionär und beschleunigt zu entwickeln.

mehr bei Readers Edition

July 6th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Intellektuelle vielerorts diskutieren über das Potential eines symbiotischen Verhältnis zwischen der Gesellschaft und dem Internet. Wie verändern sich Meinungsbildungsprozesse in einer vernetzten Welt, in der, tatsächlich jeder überall Zugriff auf das Netzwerk hat. Ein Zustand, der uns zumindest in den Industriestaaten bald schon erreicht haben könnte. UMTS, WiMax, offenen Wlans, etc. sei Dank.

Doch nicht nur die Infrastruktur wächst, auch die “Software” bietet neue Möglichkeiten zur Entscheidungsfindung. Portale widmen sich diesem Thema und selbst wenn man Hype-Gedanken (siehe Readers Edition, Interblase 2.0) nicht ganz beiseite wischen kann, läßt sich die generelle Tendenz nicht leugnen.

Jürgen Habermas hat auf der “Networking Communication Research Conference”, die Ende Juni in Dresden stattfand sich zu diesem Thema geäußert. Spiegel Online berichtet:

Wir wissen nicht, ob Digg-Chef Jay Adelson Jürgen Habermas kennt. Jedenfalls scheint das mit immensen Wachstumszahlen gesegnete Webangebot Digg.com wie eine technologische Umsetzung einer Habermas’schen Grundthese - der von den “deliberativen Verfahren der Willensbildung”: Alle sollen möglichst viel miteinander reden, dann kann die Demokratie funktionieren. Vom “spontanen und wechselseitigen Austausch von Argumenten zu relevanten Themen auf der Basis hinreichender Informationen” spricht Habermas - und im Moment wird genau dieser Austausch per Software global neu organisiert.

“Kollaborative Meinungsbildungs-Websites”
- digg.com
- qype.com
- del.icio.us
- technorati.com

Es entsteht der Eindruck, daß das Internet zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Das Usenet wurde vor Jahrzehnten als hochtransparente und -kommunikative wie -kollaborative Austauschplattform konzipiert. Mit der “Erfindung” des WWW wurde das Internet zwar massentauglich, aber von einem Kommunikations- zu einem Distributionsmedium.

Nun die Rückkehr zu den Wurzeln. Doch mit einem Unterschied. Diesmal ist es die Masse die dorthin drängt und nicht ein elitärer Kreis von technisch “Eingeweihten”.

June 26th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

“If I pay to connect to the Net with a certain quality of service, and you pay to connect with that or greater quality of service, then we can communicate at that level.”

Wollen wir mal hoffen, daß er Gehör findet.

extern:
- Is the Internet about to be disintegrated?

May 24th, 2006 by Tim Bruysten in interFACE, innovation, [geschichte der zukunft]


Steve Jobs präsentiert NeXt (youtube-link). Jahre her? Total veraltet? Keine Spur. Die dort präsentierten Features sind keineswegs in heute gängigen Betriebssystemen selbstverständlich. Vor allem nicht mit der Coolness, mit der NeXt sie gelöst hat.

Mac OS X setzt diese Features heute ein und wird dafür als innovativ gefeiert. Zurecht, denn an einige Stellen geht man bei Apple heute weiter und natürlich spielt die visuelle Ästhetik der Anwendungen heute eine deutlich größere Rolle, nicht zuletzt weil erkannt wurde, welche Rolle sie im Kontext der Effizienz spielt (wenn sie vernünftig begriffen wird).

Doch ist hier bei dieser NeXt-Präsentation auch noch mehr zu sehen, zwischen den Zeilen präsentiert sich hier ein Betriebssystem, welches selbst möglichst in den Hintergrund treten möchte. Gebrauchskontext, Gebrauchsnutzen, Gebrauchsqualität. “Was will der Benutzer für eine Aufgabe erledigen?” anstelle von “Welches Anwendungsprogramm kann die Aufgabe möglicherweise lösen?”.

siehe auch:
- new generation os? (Ajax OS)
- Chips und Betriebssystem werden irrelevant

April 30th, 2006 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

“What if you could one day unlock your door or access your bank account by simply “thinking” your password? Too far out? Perhaps not.

Researchers at Carleton University in Ottawa, Canada, are exploring the possibility of a biometric security device that will use a person’s thoughts to authenticate her or his identity”

And I repeat the same old demurs. We instantaneous need a public discussion on that technologies!

see also:
- Neurologie und Design
- Menschenversuch mit Computer-Gehirn-Schnittstelle
- Schnittstelle zum Gehirn
- Transhumanismus: Das Hirn im PC
- Die Gedanken sind frei…
- Neuromarketing
- Mission to build a simulated brain begins
- Von der Playstation direkt ins Hirn
- We are listening to a human being’s thoughts.
- Freier Wille unter Neuronenfeuer