Archive for the '[geschichte der zukunft]' Category

February 7th, 2010 by Tim Bruysten in Uncategorized, [geschichte der zukunft]

Der zur Zeit weit verbreitete Versuch, die bestehenden Monetarisierungsprozesse als die Einzigen darzustellen, erscheint unter aufgeklärten Personen immer mehr als eine Reminiszenz an vergangene Jahrzehnte – früher war alles besser. Das ist zwar weder konstruktiv noch hilft es irgendwie weiter ;-), aber es ist eine zeitlang entschuldbar.

Sobald die Argumentation jedoch von der anderen Seite ausgeht. Und jeder alternative Ansatz als antikapitalistisch oder unrealistisch dargestellt wird, muss man, um des Fortschritts Willen, die Propheten dieser Schule entlarven. Die Erhöhung der Ektropie gesellschaftlicher Strukturen ist ein natürlicher Prozess; Protagonisten, die hierin ebenfalls eine höhere Form der Unwahrscheinlichkeit annehmen können, werden selbstverständlich auch weiterhin im Wettbewerb bestehen…

Herzlich willkommen zur vierten Session der ästhetischen Gesellschaft, die mit einem Diskurs zu den Phänomenen einer OpenAccess-Gesellschaft beginnt.


[v.l.n.r. Siggi, Dr. J., Tim (ich)]
Mehr Infos gibt es im Wavetank

February 2nd, 2010 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Die dritte Session der ästhetischen Gesellschaft beginnt mit mitten in der Debtatte über meinen Versuch im Wavetank und endet mit verschiedenen Thesen zu einer möglichen Gesellschaftsvariante, die sich ein einem gewollten, beständigen Fluss befindet…


(v.l.n.r.: Dr. J., Siggi Becker, ich)

January 19th, 2010 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]


Weitere Informationen im Wavetank.

January 5th, 2010 by Tim Bruysten in innovation, [geschichte der zukunft]

Nebenan, im Wavetank, habe ich einen Artikel zu den Auswirkungen der exorbitanten Zunahme von Software-Bots geschrieben.

June 5th, 2009 by Tim Bruysten in Uncategorized, [geschichte der zukunft]

Manchmal geht es ruckartig. Ein Ereignis teilt die Geschichte in ein Vorher und ein Nachher. Zuletzt geschehen vor rund einer Woche. Zumindest wenn man den Blick auf die Evolution sozialer Systeme richtet. Geht man von dem Axiom aus, dass das realisierbare wie das realisierte Kommunikationspotential grundlegende Qualitäten von Gesellschaften jeder Größe sind, so ist die Vernetzung von Individuen innerhalb der Gesellschaften, wie auch die Vernetzung zwischen Gesellschaften eine der Kennzahlen für ihren Entwicklungsstand.

Solange Vernetzung jedoch ein rein technischer, infrastruktureller Begriff ist, liegt der Schwerpunkt eher auf der abstrakten Idee des realisierbaren Kommunikationspotentials. Dieses hat im letzten Jahrhundert ausgereicht, um einige Visionäre (Beispielsweise: Ted Neslon [Xanadu], Douglas Engelbart [NLS], Apples Knowledge Navigator und viele mehr…) zu wirklich atemberaubenden Ideen zu verhelfen.

Google Wave
Google hat es nun mit Wave geschafft, diese Visionen in die Gegenwart zu transformieren und in einem konkreten Produkt zu verankern. Wave steht auf den geistigen Schultern der Pioniere der digitalen Kommunikation aus dem letzten Jahrhundert. Es ist die logische Konvergenz von Wikis, Blogs, Mikroblogs, Chat, Instant-Messaging, E-Mail, Dokument-Management, Versions-Management, Knowledge-Management, kollaborativem asynchronen und synchronen Arbeiten und viel mehr. Eine erste Vision, wie dieses Potential in Unternehmen integriert werden kann, habe ich hier gepostet.

Doch wie jede Erfindung, ist auch Google Wave nur ein Anfang. Wie das iPhone vor zwei Jahren das mobile Web revolutionierte und den Milliardenmarkt der mobile Applications erfand, so war es im Endeffekt vor Allem eins: Ein Beschleuniger für die Anderen.

Prä-Wave
Vor einigen Wochen interviewte mich das Handelsblatt. Hätte ich in der Post-Wave Zeit dort was anderes erzählt? Teilweise schon. Wie schon erwähnt, ist Google Wave zwar in seiner Dichte, nicht jedoch in seinem Ideenspektrum neu. Doch die Manifestierung dieser Ideen, verändert die konkreten Bedürfnisswelten, vor Allem die meinen. Brauchen wir das semantische Web im Post-Wave-Zeitalter? Ja! Eher mehr als vorher. Aber: Es wird zudem was es sein soll: Ein unsichtbarer Helfer.

Schöpfungshöhen von Wellen
Der wichtige Moment jetzt ist: Eine Wave ist viel mehr als eine E-Mail, die eher eine Infrastruktur darstellt. Wenn das Web geronnene Soziologie ist, dann kann eine Wave das Wissen eine Gruppe manifestieren. Was im Endwurf von Google noch fehlt, ist eine Anzeige für die Schöpfungshöhe einer Wave. Ab wann kann man eine Wave als Patent anmelden? Ab wann ist die Gruppe, die via Wave kollaboriert eine GbR? Diese Fragen und viele weitere Fragen haben wir (Siggi Becker, Alexander Benker, Peer Lambertz und ich [richtwert, XING]) vor ein paar Tagen in meinem Office diskutiert…

… what’s next?
Thema: Beschleunigung von Kollaboration und Kooperation. Was genau, verrate ich noch nicht :-)

December 25th, 2008 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Über “2008″ wird zur Zeit viel geschrieben. Dabei wurden Tode und Wiederauferstehungen gleichermaßen verkündet. Und so wie es vor einige Jahren hieß, “das Web ist tot, es lebe das Web” durchläuft auch die Zweinulligkeit gerade eine Reifeprüfung. Eine Reifeprüfung, die schlicht dazu führen wird, daß es sich selbst nicht mehr gar so ernst nimmt, dieses Web2.0.

Aber mal ernsthaft. Es liegt wohl auf der Hand, daß keiner die Innovationen und den Ideenschub der 2.0 Ära missen will. [1, 2, 3] Keiner will mehr öde formularbasierte, unfreundliche, pseudodynamische, unkommunikative und anti-kollaborative Websites akzeptieren. Und das ist gut so. Doch wollten wir unseren Fortentwicklungsdrang, unsere weitere kommunikative Evolution als Menschheit darauf beschränken? Mancherorts scheint es so. “Hey schaut her… nun gibt es uns. Wozu noch Evolution?”. So klingt es häufig zwischen den Zeilen verbaler Stammtische.

Die sozialen Netze als neue Dynamik von sozialer, politischer und wirtschaftlicher Realität… [4, 5, 6] das wurde immer als DIE Innovation des Web2.0 gefeiert. Und ja, ich stehe dazu und voll da drauf. Ich mag sie fast alle und finde einige für mich, fürs Business wie auch für eine moderne Gesellschaft, unverzichtbar. Nicht zwangsläufig als sie selbst, aber den Dienst, den sie anbieten. Diese sozialen Plattformen. Und mobil werden sie auch gerade.

Doch eigentlich war dies, was von vielen als das größte Wunder des Webs gepriesen wird, das am ehesten auf der Hand liegende. Was würde wohl ein extraterrestrischer Beobachter annehmen, was eine Lebensform auf dem Planeten Erde mit neuen Technologien macht? Eine Lebensform, die ihren evolutionären Erfolg vorallem drei Dingen verdankt: Ihrem “Herdentrieb” (neudeutsch “social collaboration”) und ihrer Musterlernfähigkeit und ihrer Neugierde.

Nun, wahrscheinlich würde dieser Beobachter vermuten, daß jene Lebensform versuchen wird, eine neue Technologie zur Vereinfachung, Konsolidierung und Erweiterung dieser erfolgreichen Verhaltensweisen zu nutzen.

Next.

Was für Technologien werden als nächstes gemeinsam mit der aktuellen Gesellschaft zu einer neuen konvergieren [7]? Eine nicht unbedingt in dieser Form, aber trotzdem häufig gestellte Frage. Viel zu häufig auf dem Level von Trendforschung. Für das aktuelle Business in einigen Teilbereichen sicherlich interessant, spannend und manchmal sogar notwendig. Doch Trends sind Symptome. Viel ergiebiger ist es, nach dem übergeordneten Prozess, der Meta-Ebene zu suchen. Warum machen Menschen *etwas*? Als einzelne Individuen, als vertraute Gruppe oder als Gesellschaft?

Und mehr… Was sind die Brüche in der Meta-Ebene? Was sind die Triebfedern hinter den beschleunigenden Momenten der Geschichte? Kann man diese selbst nutzbar – urbar machen? Bedarf es der *gegebenen* Langeweile als Nährboden für Revolutionen? Wie kann man “disruptive Beschleunigungen” oder gar Sprünge heraufbeschwören? Wird Evolution gestaltbar / inszenierbar? [21, 22, 23, 24, …]

Was das mit Design zu tun hat… oder umgekehrt… warum Design hier eine wesentliche Rolle spielen muß, darüber habe ich in diesem Jahr an verschiedenen Stellen nachgedacht [8, 9, 10, 11, …]. Solange Zukunft aber etwas nicht zwangsläufig kausales, sondern etwas gestaltbares bleibt - oder zumindest so verstanden wird, ist die Antwort in der Frage implizit enthalten. Obwohl eigentlich trivial, die Differenzierung zur “Realpolitik” soll hier nicht unerwähnt bleiben. Es ist schlicht ein methodischer Unterschied. Während die Realpolitik nach dem zwangsläufig sinnvollen nächsten Schritt fragt, ein Spielball von als Naturgesetzen verstandenen Kausalitäten ist, darf – nein muß ein designerischer Ansatz diese Ebene verlassen.

Ein designerischer Ansatz fragt nicht nach dem wie. Wie man aus einem gegeben Zustand in einem gegebenen System den nächsten [sinnvollen] Zustand erreichen kann. Ein designerischer Ansatz fragt eben nicht danach, die nächste Mehrheit aus dem Kaffesatz des aktuellen Zustandes herauszuorakeln. Ein designerischer Ansatz sucht nach einem globalen Wozu. Danach steht die Frage nach einem sinnvollen System, mit dem man dieses Wozu erreichbar machen kann. Und schließlich die Detailassemblierung… der Prozess… das Change Management, die Ausgestaltung, die Integration [12, 13, 14, …].

Mehr Utopie wagen also. Was für eine Gesellschaft, was für eine Umwelt, was für ein Leben möchten wir denn haben? Oder zumindest: In welche Richtung soll die Reise gehen? Im Individuellen, im Medizinischen, im Technologischen, im Intellektuellen, im Ökonomischen, im Politischen, im Sozialen, […]? Und mehr Dystopie. Alpträume können ein guter Antrieb sein, Beschleunigung zu beschleunigen. Und Beschleunigung eine Richtung zu geben.

Was möchten wir also für 2009 haben? Mehr Web2.0? Ja. Auf jeden Fall. Ein ubiquitäres, multimediales, konvergentes, mobiles, kontext-erkennendes, adaptives, intelligent gemachtes, inspirierendes, freies, unzensiertes und unzensierendes, offenes, transparentes, atemberaubendes und vor allem schönes Web [15, 16, …]. Ein Web, was die Kontainergeräte mit beeinflußt [17, 18, …], ein Web, sich neue Kontainer sucht [19, 20, …], was die Kontainer verlassen kann. Welches immer neue und weitere Medien und Technologien zum konvergieren, assimilieren, … findet. Welches uns die Arbeit abnimmt, die Menschen vielleicht nicht mehr zu machen brauchen. Etwas, daß Sinn und Spaß macht :-)

Und noch so viel mehr…

February 1st, 2008 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Zugegeben ein trivialer Gedanke, doch trotzdem scheinen seine Konsequenzen nicht allgemein geläufig zu sein: Soziale Systeme, Gesellschaften bilden mit Technologien synthetische Organismen mit einem hohen Grad an Emergenz und Abstraktion; die Herdplatte war aus der Utilisation des Feuers nicht direkt abzuleiten. Versucht man die Technologie wieder aus diesen Gesellschaften zu entfernen, so gleicht dies der Amputation eines wichtigen Organs in einem Organismus.

Doch der evolutionäre Vorteil der techno-sozialen Gesellschaft, mit Technologien und Methoden Symbiosen eingehen zu können, und so den Nachfolgenden schon einen vorgerückten Start zu ermöglichen, stellt sich bei der Selbstreflexion offensichtlich als erschwerende Sichtbehinderung in den Weg.
Techno-Gab, Techno-Recognition-Gab
So entsteht eine Lücke zwischen der wahrgenommenen und der tatsächlichen Technologiedichte, wodurch sich ein etwaiger exponentieller Vektor dem endogenen oder intrasystemischen Betrachter verschließt.

Hinzukommend erschwert eine angenommene psychologische Komponente des durchschnittlichen Betrachters, mit sich selbst zufrieden zu sein und von daher sich selbst eher als Ziel denn als Kettenglied der Evolution einzustufen, eine unvoreingenommene und objektive Betrachtung.

So entsteht ein Problem und eine soziale, ja politische Aufgabe für Designer, hier mittels ihrer Methoden die Transparenz zu erhöhen und den Fortschritt, sowie dessen Extrapolation auf die Zukunft sichtbarer zu machen.

December 19th, 2007 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Seit ihrem Anbeginn integriert die Menschheit Technologie in den sozialen Prozess und man muß kein esoterischer Futurist sein, um eine Beschleunigung in der Gegenwart wahrzunehmen. Nicht erst seit heute ist in unseren Breitengraden die Trennung von Mensch und Maschine nur als vom Fernsehen inszenierter Akt denkbar. Ist nicht langsam ein Ende absehbar? Gibt es eine letzte sinnvolle Sprosse auf der Leiter der durch Technologie induzierten Bequemlichkeit für die Massen?

Oder werden wir eine weitere Beschleunigung erleben? Werden wir in 5 Jahren noch ohne Informationstechnologie überlebensfähig sein? Als Gesellschaft, als Individuen? Wie tief lassen wir Technologie unter unsere Haut?

Zwischen iPhone und 23andme, zwischen Flickr und Vorratsdatenspeicherung, zwischen Cyborg und Platons Höhle; Informationstechnologie dringt in alle Lebensbereiche vor und es stellt sich die Frage, ob “wir” noch ohne Web, ohne Vernetzung, ohne virtuelles Ich leben können? (…) Chancen und Risiken der globalen Vernetzung, der Aggregation von jedem noch so kleinen Informationsknoten…

Am nächsten Düsseldorfer Webmontag wird es eine neue Komponente geben. Eine Diskurs-Provokation in Form einer 1.0 Podiumsdiskussion mit 2.0 Möglichkeiten. Spannende Spezialisten werden das Thema anheizen… Unwahrscheinlich jedoch, daß die Webmontagsgemeinde eine Statistenrollen einnehmen wird. So ist ein spannendes Experiment, hoffentlich ein Hexenkessel der Ideen, Visionen, Utopien und Dystopien, der Chancen- und Risikenabwägung zu erwarten…

28. Januar 2008, Düsseldorf, Airport.

September 6th, 2007 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Normalerweise gehe ich sehr skeptisch mit solchen Listen um und das Thema Trends an sich sehe ich mir sehr vorsichtig an, aber diese hier von Richard MacManus auf readwriteweb.com ist gar nicht schlecht:

  1. Semantic Web
  2. Artificial Intelligence
  3. Virtual Worlds
  4. Mobile
  5. Attention Ecomomy
  6. Websites as Webservices
  7. Online Video / Internet TV
  8. Rich Internet Apps
  9. International Web
  10. Personalization

Natürlich ist das nicht alles neu, wirklich nicht, aber die Ideengrundlage finde ich gut. Vorallem, weil sie mit meinen Ideen ganz gut zusammen passt. Mit unseren Projekten “mnemo” und “lichtmaschine” bewegen wir uns in der Sphäre des Semantic Web, von Internet TV und von Rich Web Apps von daher findet der Autor hier sozusagen aus persönlichen Gründen meine Zustimmung :-).

Der Punkt “International Web” zeugt von einer sehr amerikanischen Sicht des Autors, leider hat er teilweise damit recht, wenn er sagt, daß ein großteil der Web-Innovationen aus den USA kommen. Aber nur teilweise. Denn nicht zuletzt ist das Web selbst eine europäische Erfindung.

Ergänzen möchte ich die obige Liste um den Part “Medizinische Anwendungen”. Ich denke, daß wir in Diagnose, Therapie und natürlich Abrechnung zahlreiche Applikationen über das Internet in den nächsten Jahren sehen werden.

Besonders spannend finde ich noch das Thema “Mobile”. Zu welchem sich hier im Blog unter dem Stichwort “Ubiquitous Computing” zahlreiche Einträge:

- Neuerfindung des Telefons…
- Ubiquitous Web 3.0
- Ubiquitous Computing
- Ubiquitous Hardware
- US-Wissenschaftsstiftung plant Internet des 21. Jahrhunderts
- web ontology and the semantic web
- Location based services

computing visions
- Raskins weise Worte
- Chips und Betriebssystem werden irrelevant
- The end of filesystems
- Ubiquitous Computing
- The Web 2.0 Experience Continuum
- TV vs Web oder konvergente Medien?

Aber immer wenn man über die Zukunft nachdenkt, und sei es in einem kurzen Blog-Artikel, lohnt es, sich die Visionen vergangener Zeiten zur Zukunft anzusehen: Tales of Future Past. Man merkt schnell, wie leicht man der Versuchung anheim fällt, die Zukunft als größere Version der Gegenwart zu denken…

UPDATE, 08.09.2007:
Hierher passt auch ein Verweis auf Adobes Ankündigung, eine Online-Version von Photoshop herauszubringen:
- Adobe kündigt Online-Version von Photoshop an

July 12th, 2007 by Tim Bruysten in [geschichte der zukunft]

Otto Vista 3D Shop
Otto präsentiert einen neuen Shop. Vista-Only. Alles 3D. Tobias bietet eine Video-Führung an, besonders für alle Non-Vistianer interessant.
Das Interface sieht, soweit ich es ohne Vista, also nur aus der Ferne beurteilen kann, ganz gut durchdacht aus. Auf jeden Fall scheint doch nun tatsächlich das Zeitalter des 3D-Webs anzubrechen. Doch Vorsicht, noch zu einfach scheinen mir zahlreiche Konzepte. Und sicherlich wird es ein intensiverer, vielleicht gar längerer Akt werden, 3D-Interfaces umfassend in Arbeits-, Lern-, Spiel und sonstige Prozesse zu integrieren.

Hardware und Bandbreite reichen mit einem aktuellen PC/Mac und einer mittleren DSL-Leitung jedenfalls nun aus. Auch wenn bei Secondlife noch so mancher Rechner ins Schwitzen kommt, gehe ich davon aus, daß alle notwendigen Kapazitäten in den nächsten 6 bis 18 Monaten flächendeckend als Standard vorrausgesetzt werden können.

Ein großes Aber steht jedoch immer da, schon seit dem in den Urzeiten des Webs zum ersten Mal über 3D-Welten nachgedacht wurde. Macht ein 3D-Interface mehr Sinn? Hier kann man nur mit einem ganz klaren und eindeutigen “kommt drauf an” antworten.

Denn weder mag ich SecondLife, schon eher, aber auch nicht so richtig, World of Warcraft als “virtuelle Welt” anerkennen. Da der Begriff einer Lebenswelt impliziert, daß soziale Regeln nicht nur von den Bewohnern dieser Welt (in welchem Prozess auch immer) selbst gestaltet werden, sondern auch jeder weitestgehend frei ist zu entscheiden, ob er sich nun an diese Gesetze hält. Götter oder Programmierer kommen da nicht vor.

Bis zur Erfindung des Holodecks werden virtuelle Welten daher höchstwahrscheinlich pragmatischen Dingen, wie der realistischeren Präsentation von Mode (siehe Otto) vorbehalten sein. Vor allem, wenn man bedenkt, welcher Unfug schon in so manchem “3D-Interface” verbaut wurde.

Doch als Letztes folgt hier noch ein zweites großes Aber: Gerade wenn man die generelle Tendenz bedenkt, daß mit Spielen wie World of Warcraft und SecondLife, mit Dingen wie dem Otto 3D-Shop, mit zunehmender Bandbreite und besserer Technik auf Client-Seite, mit Technologien wie AJAX, Flash, Adobe Air, Microsoft Silverlight, Multi-Touch, QR-Codes und konvergenten Geräten wie dem iPhone, … ein Baukasten entsteht, der danach schreit, daß Designer gute Konzepte entwickeln, gibt es Hoffnung auf Innovation.

Lassen wir uns also überraschen, oder besser noch: Man lasse sich etwas einfallen!

siehe auch:
- Spacetime 3D Search
- 3D Live Stats
- Bumbtop 3D Desktop