Lesenswerter Artikel von Erik Spiekermann, doch für meinen Geschmack nicht weit genug gedacht… Der konzeptionelle, der strukturierende Ansatz des Design kommt deutlich zu kurz und er bezieht eben wieder Design nur auf “Werbung” in allen ihren Ausprägungen. Doch wer so denkt, denkt nur 15% des Designfeldes.
“Unter Gestaltern, die meinen, sich und ihre Disziplin ernst nehmen zu müssen, ist der Betriff „Stil“ äußerst verpönt. „Inhalt, nicht Stil,“ ertönt der Kampfruf, als gäbe es das eine ohne das andere. Setzt man Stil mit oberflächlicher Kosmetik gleich, ist die Kritik berechtigt; betrachtet man Stil aber als Ausdruck der Selbstähnlichkeit eines Gestaltungssystems, kann er nur entstehen, wenn Inhalte definiert sind. Eine schwache Marke, deren Identität nicht klar erkennbar ist, kann keinen Stil haben, weil ohne Gestaltungswille kein Stil erkennbar wird. “
Doch zumindest im Ansatz zeigt der Artikel einen Weg, weg vom “Agenturdesign” der 90er:
“Wer sich wirklich darauf einläßt, den Stil eines Unternehmens als komplexes Gestaltsystems zu definieren, in dem Variationen erwünscht, Abweichungen jedoch nicht erlaubt sind, wird sich mit mehr als dem üblichen Werkzeug des Grafikers ausrüsten müssen – Grafikdesign, Typografie und Drucktechnik reichen nicht.”



