Archive for the 'der mensch' Category

April 10th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, der mensch, [geschichte der zukunft]

“Der Playstation-Hersteller Sony hat ein US-Patent errungen, virtuelle Sinneseindrücke ohne operativen Eingriff direkt mit Ultraschall-Impulsen ins Gehirn des Rezipienten zu leiten. Die Pulse, die das Sende-Timing der Nervenzellen im Cortex manipulieren, sollen gleichermaßen zur Vermittlung von Bildern, Klängen oder auch Gerüchen taugen, sogar dann, wenn der Empfänger solche Empfindungen normalerweise gar nicht aufnehmen könnte, etwa weil er blind ist.”

Die Gesellschaft hat noch überhaupt keine, oder zumindest sehr wenige Mechanismen entwickelt, mit Massenmedien reflektiv umzugehen; da wird uns die Matrix angeboten. Zwar fasziniert mich die Technik, regnet es Interface-Ideen in meinen Kopf hinein; doch halte ich es für wichtig, daß eine solch immersive Anwendung nicht nur technisch verstanden, sondern auch “kulturell begriffen” wird.

March 4th, 2005 by Tim Bruysten in telekratie, the social x, der mensch

“Der ganze kapitalistische Markt baut darauf auf, dass der Mensch unbewusst zu bestimmten Handlungen zu verführen ist und sich dabei noch frei fühlt”, meint etwa der Neurobiologe Gerhard Roth. Das Gefühl trügt: Man fühlt sich frei, aber man ist es nicht. In unzähligen Experimenten haben Forscher nachgewiesen, dass Erregungszustände im Gehirn schon eine Handlung ankündigen, noch bevor der Mensch sich bewusst ist, dass er überhaupt handeln will. Der Schuldvorwurf im Strafrecht beruht jedoch auf der Voraussetzung, dass ein Täter, statt rechtswidrig zu handeln, sich unter identischen Bedingungen auch normgemäß hätte verhalten können — wenn er nur gewollt hätte.

[…]
“Die Idee eines freien menschlichen Willens ist mit wissenschaftlichen Überlegungen prinzipiell nicht zu vereinbaren”, meint auch Wolfgang Prinz. Die Vorstellung der Willensfreiheit sei lediglich ein soziales Konstrukt; tatsächlich werde das individuelle Verhalten unbewusst determiniert: “Wir tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun”. Was scheinbar als freie Willensentscheidung daherkommt, sei nichts anderes als das nachträgliche Ratifizieren einer Entscheidung, die das Gehirn in der gegebenen Situation schon längst getroffen hat.”

Zur Erholung erstmal Schiller:
Der Mensch ist frei geschaffen, ist frei,
Und würd’ er in Ketten geboren,
Laßt euch nicht irren des Pöbels Geschrei,
Nicht den Mißbrauch rasender Thoren!
Vor dem Sklaven, wenn er die Kette bricht,
Vor dem freien Menschen erzittert nicht!

mehr davon? hier!

Aber, die Gehirnforschung wird wohl nicht irren. Bleibt die Frage, was mit diesem Wissen anzufangen ist. Falsch wäre, sich dem zu beugen; aber welche Herausforderung, welcher Triumpf, wenn es trotzdem eine freie und offene Weltgesellschaft gäbe, bestehend aus lauter selbstbestimmten Individuen?

Der Mensch ist nicht perfekt, doch er kann sich reflektieren und seine Höhle verlassen, die Schatten zu enttarnen, die wahre Welt zu betrachten. So kann er im Weg sein Ziel finden, in der Erkenntnis nichts zu Wissen, ausser dem.

externe Links:
- MPG: Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Neuro2004: Hirnforschung, Willensfreiheit und Strafrecht
- Hat der Mensch einen freien Willen?
- Gibt es Willensfreiheit?

February 14th, 2005 by Tim Bruysten in der mensch, _ART_

“Was in ihren Filmen zu sehen ist, würden manche eher Pornos zuordnen: Die französische Regisseurin Catherine Breillat ist bekannt für ihre deutlichen Bilder, die nichts weglassen. Mit ihrem Film “Romance” löste sie 1998 weltweit eine heftige Debatte aus. Beim Berlinale Talent Campus erklärte Breillat Nachwuchsfilmern, was ihre Werke von Pornographie unterscheidet.”

Achja, wieder mal die Diskussion “Was ist Kunst”? Jemand sagte einmal, Kunst ist ambivalent. Kann man Sinneslust, welcher Art auch immer, ambivalent darstellen? Warum denn nicht? Muß denn sowas immer zu einem Skandal führen? Wird jemand gezwungen, sich dem Auszusetzen? Die öffentliche Diskussion darüber ist vielerorts genauso falsch und verlogen, wie die, um Videospiele, oder andere “Tabu”-Themen.

October 28th, 2004 by Tim Bruysten in der mensch

“Völker, in deren Sprache bestimmte Ausdrücke nicht auftauchen, leiden an einer gestörten Wahrnehmung: Sie können Konzepte, für die sie keine Wörter kennen, auch nicht verstehen. Offensichtlich bestimmt die Sprache, so eine aktuelle Studie, wie Menschen Realität wahrnehmen.”

October 3rd, 2004 by Tim Bruysten in the social x, der mensch

“Psychotherapeuten beobachten Medienberichten zufolge eine Zunahme an sexsüchtigen Patienten in Deutschland. 75 Prozent davon seien Männer. Hauptursache hierfür sind nach Ansicht der Kongressteilnehmer der 2. Klinischen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung das freie und übermäßige Angebot an Sex-Seiten und -Chats im Internet. Der besondere Reiz gehe von der Anonymität aus.

April 21st, 2004 by Tim Bruysten in der mensch, DAS NETZ

in diesen tagen ist eine karte von gut zwei dritteln des menschlichen genoms im internet öffentlich zugänglich gemacht worden. zu finden unter: http://www.jbirc.aist.go.jp/hinv/index.jsp

April 13th, 2004 by Tim Bruysten in interFACE, der mensch, artificial intelligence

“Die US-Firma Ciberkinetics hat laut New York Times die Genehmigung erhalten, klinische Test mit ihrem Computer-Gehirn-Interface durchführen zu dürfen. Nach dem Bericht will die Firma das Interface an fünf gelähmten Freiwilligen testen. Dabei wird eine Sonde in das Gehirn implantiert. Die von dieser Sonde aufgezeichneten neuronalen Impulse sollen beispielsweise zur Steuerung eines Computers verwendet werden. Mittelfristig will Ciberkinetics mit dem BrainGate genannten Interface gelähmten Menschen ermöglichen, beispielsweise Roboterarme zu steuern.”
[full article at heise.de]

so spannend diese experimente sind, desto größer die risiken für die gesellschaft. die professionalisierung dieser technik beudeutet, einer matrix tür und tor zu öffnen.

March 9th, 2004 by Tim Bruysten in der mensch

“STAFFORDSHIRE University’s Centre for Rehabilitation Robotics has led a European partnership to develop a revolutionary concept to give disabled people greater freedom.

The consortium was awarded 2.3 million euros by the European Commission (EC) to develop the Flexibot project - a unique concept in robotic engineering and the brainchild of Professor Mike Topping.

Professor Topping, head of the Centre for Rehabilitation Robotics, said the innovative device will be able to perform an array of tasks in a disabled person’s home, such as prepare and cook a meal, wash and shave their face, or even vacuum clean carpets.”
mehr informationen

February 25th, 2004 by Tim Bruysten in der mensch

ein neues projekt soll die über 50jährigen mitbürger verstärkt ins netz bringen. immerhin sind rentner und die, die es in kürze werden werden eine kaufkräftige zielgruppe…

“In der Altersgruppe der Menschen ab 50 Jahren nutzen bislang nur 25 Prozent das Internet. Mit zunehmendem Alter und bei abnehmender Mobilität ermöglichen die Online-Angebote gerade der Generation 50plus die Aufrechterhaltung einer eigenständigen Lebensführung. Der Familienzusammenhalt und die gesellschaftliche Beteiligung älterer Menschen wird durch die Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechniken nachhaltig verbessert.”
[full article at 50plus-ans-netz.de]

February 4th, 2004 by Tim Bruysten in information architecture, der mensch

»I tried to connect together bits and pieces from my reading and thinking about knowledge work for the paper I’m writing. Comments are welcome.Model of knowledge work that I can't explain in words yet
See also: earlier thinking about this model in Knowledge worker spaces and other posts on knowledge networker.« [Lilia Efimova (mathemagenic)] [owrede_log]