Archive for the 'der mensch' Category

November 18th, 2007 by Tim Bruysten in der mensch

Unter dem Claim “2007: 23andMe introduces the first Personal Genome Service” bietet 23andMe Dienstleistungen an, die DNA der Kunden über ein Webinterface verfügbar zu machen und nicht nur das, ganz Web2.0ig - vergleichbar mit den Daten anderer User.

23andMe

23andMe schreibt dazu: “Discover traces of your ancestors in your own DNA with 23andMe’s Ancestry tools. Find out where and how your ancestors lived and learn about the prehistoric events they experienced, from the invention of art to the expansion of agriculture. Compare yourself to more than a thousand people from around the globe to see which present-day populations likely share ancestors with you most recently. You can even use our tools to investigate family tales about Native American ancestry or genealogical links to distant lands.”

Wer ist wie nah mit wem verwandt? Wo liegen die genetischen Wurzeln? Netter Dienst? Denkt man diese Daten zusammen mit der Vorratsdatenspeicherung oder anderen Mißbrauchsmöglichkeiten, eröffnen sich ganz andere Perspektiven…

Trotzdem, eine neue Herausforderung für Google-AdSense: Zum Genom passende Werbeeinblendungen. Werbung 7.0.

April 20th, 2007 by Tim Bruysten in der mensch

Die Wunder der funktionalen Magnet Resonanz Tomographie, kurz fMRI, sind schon seit längerem bekannt und für Designer ein hoch interessanter Forschungsbereich. Heute berichtet Heise aktuell darüber. Im Videoblog des Neurobiologen Manfred Spitzer kann man zahlreiche Beiträge mit auch für Laien verständlichen Hintergrundinformationen finden.

Doch angesichts der aktuell aufgeregten und oft nur wenig weitsichtigen Debatte über Terrorismus und den Umgang mit personenbezogenen Daten und Persönlichkeitsrechten sieht sich diese Forschung einer völlig neuen ethischen Verantwortung gegenüber. Ich bin gespannt, wie sich die öffentliche Debatte hierzu entwickelt.

Aber auch dies wäre eine für Designer spannende Aufgabe, wie im Kontext dieses politischen Minenfeldes und medizinischen Fachinformationen eine fundierte, allgemein verständliche Präsentation der Fakten geschehen könnte.

siehe auch:
- Mensch und Maschine verschmelzen
- Rattenhirn in Petrischalen
- Hochinvasive Hirn-Computer-Schnittstelle erfolgreich am Menschen getestet
- Neurologie und Design
- Neuromarketing
- Freier Wille unter Neuronenfeuer
- your thoughts are your password

December 11th, 2006 by Tim Bruysten in der mensch

Wie jedes Jahr [2005, 2004, …], hier die ultimative Liste, was man Designern zu Weihnachten schenken kann, mir natürlich auch ;-)

Gadgets
- iPod Nano
- Apple iPod Hi-Fi Lautsprecher-System

Bücher
- Leonardo daVinci
- Ideen, von Peter Watson, Yvonne Badal
- Design - Eine Einführung. Entwurf im Sozialen, Kulturellen und Wirtschaftlichen Kontext
- Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeitbewußtsein
- Wahrnehmung und Aufmerksamkeit
- The Long Tail

Musik
- Kristin Hersh - Hips and Makers
- Blonde Redhead - Misery Is a Butterfly

In den nächsten Tagen bis Weihnachten wird diese Liste weiter ausgebaut. Gelegentliches Vorbeisehen lohnt sich also :-)

July 30th, 2006 by Tim Bruysten in der mensch

Gestern auf einer wunderbaren Dachterrasse in Düsseldorf festgelegt: Web2.0 + Grillen = Web3.0. Was sagt das? Nichts; außer, daß die Analyse der Selbstbedürfnisse eine reale soziale Umgebung eindeutig einschließt.

April 16th, 2006 by Tim Bruysten in der mensch

Im Spiegel der letzten Woche findet sich ein interessanter Artikel über die Bedeutung der Emotion als Schlüssel zu den Entscheidungsprozessen im menschlichen Gehirn.

Dies ist für Designer ein hoch spannendes Feld, nicht nur, wenn es um klassische Werbung geht, sondern vielmehr, um Dinge wie den “Flow” oder einfacher, die “Gebrauchsqualität” eines Produktes zu begreifen.

Flow / User Experience
- Welcome to the Age of User Experience
- flow is about dancing
- Was ist der Flow?
- Interfaces for Staying in the Flow
- The truth about Google’s so-called “simplicity”
- Was macht eine Webseite glaubwürdig?

Neurologie / Hirnforschung
- Neuromarketing
- Die Gedanken sind frei…
- Der Sitz des Bösen
- Transhumanismus: Das Hirn im PC
- The Matrix: Von der Playstation direkt ins Hirn
- We are listening to a human being’s thoughts.
- Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Menschenversuch mit Computer-Gehirn-Schnittstelle
- Schnittstelle zum Gehirn

KI / Simulationen
- Die Rechte der Sims.
- Mission to build a simulated brain begins

extern
- continuity-weblog
- manipulation-weblog

March 6th, 2006 by Tim Bruysten in der mensch, [geschichte der zukunft]

“Immer mehr unserer täglichen Aktivitäten finden im Internet oder mit Hilfe anderer vernetzter Geräte statt. Dabei verändert sich auch der Identitätsbegriff – und wie wir der Welt gegenüber beweisen, wer wir sind. Nutzte man in der “realen” Welt vor allem physische Identitätsbeweise wie Führerscheine, Sozialversicherungsausweise oder Geburtsurkunden, verwenden wir heute immer mehr Passwörter oder PINs, um unsere Geschäfte schnell (und unpersönlich) abzuwickeln.”

siehe auch:
- OSCON 2005 Keynote - Identity 2.0

December 2nd, 2005 by Tim Bruysten in de:sign, der mensch, interFACE, usability

In der aktuellen Interfacedesigndiskussion wird viel über “Flow” und die Abgrenzung dieses Begriffes zum Thema “Usability” gesprochen. Das Folgende ist ein Zwischenstand, eine Zusammenfassung bisheriger Überlegungen. Als Anregung und für Kritik gedacht.

Wikipedia schreibt dazu:

With flow the psychologist Mihaly Csikszentmihalyi names the feeling of complete and energized focus in an activity, with a high level of enjoyment and fulfillment.
As Csikszentmihalyi sees it, the components of a flow producing activity are:
- We are up to the activity (it’s not too hard or too easy).
- We can discern the rules.
- The activity has clear goals.
- The activity has direct feedback.
- We are able to concentrate on the activity.
- We feel that we control the activity.
- Our worries and concerns disappear.
- Our subjective experience of time is altered.
Not all of these components need to be present together for flow to be experienced.

Ich habe nachdedacht, welche Tätigkeit nicht nur den Flow am besten verdeutlicht, sondern auch seine Abgrenzung zu den Themen des “Experience Design” und der Usability. Zur Zeit möchte ich das Tanzen nennen. Denn hier wird besonders deutlich, daß eine Einbeziehung der Umgebung und das richtige Abwägen des Schwierigkeitsgrades besonders wichtig ist, diese Tätigkeit sinnvoll und unfallfrei durchführen zu können. Gleichzeitig entsteht selbiges aber auch aus dem Tanzen selbst heraus.

Auch andere Punkte werden berührt. Die Transformation der Zeit, Feedback, Kontrolle, Konzentration…
Die Usability des Tanzens ist sozusagen die Beschäftigung mit den richtigen Schuhen, dem richtigen Boden und der Sorge, daß nichts im Wege steht. Doch es ist deutlich, daß der Tänzer selbst einen entscheidenden Anteil daran trägt, wie das Ergebnis und wie sein Gefühl beim Tanzen ist.

Beim Experience Design geht es darum, der ingenieurswissenschaftlichen Anmutung (frei nach Oliver Wrede) der Usability-Gemeinde einen Gegenpunkt zu setzen, der anerkennt, daß es mehr gibt, als eine technisch perfekte Nutzenoptimierung. Daß nämlich letztere im Auge des Betrachters, respektive des Benutzers liegt. So beschäftigt sich das Experience Design mit der Frage, welche Erfahrungen der Ausführende bei einer Tätigkeit macht.

So wird der Mensch vom Benutzer zum Ausführenden. Eine Anerkennung seiner Rolle, gerade wenn man von Softwarekonzeption redet. Allzu oft wird an dieser Stelle die Software mit dem Ausführenden verwechselt.

“Experience design is an approach to the design of products, services and environments based on a holistic consideration of the users’ experience. Experience design is therefore driven by consideration of the ‘moments’ of engagement between people and brands, and the memories these moments create. Also known as experiential marketing, customer experience design, experiential design, brand experience.”

Flow braucht beides. Das Innen des Ausführenden und ein sinnvoll und angenehm zu erschließendes Außen. Wobei das Außen das Tanzen (oder den Umgang mit einer Software) genauso enthält, wie Umwelt und Kontext der Tätigkeit, aber auch die technische Möglichkeit, Dinge zu tun. Richtig spannend wird es in dem Augenblick, in dem der Gegenstand des Flow Teil einer Interaktion zwischen mehreren Menschen ist. Paartanz, beispielsweise.

siehe auch:
- Was ist der Flow?
- Interfaces for Staying in the Flow
- Sind 90 % aller Usability-Tests nutzlos?
- When user interfaces fail
- Use Cases and interaction design

extern:
- Continuity-Weblog

October 1st, 2005 by Tim Bruysten in der mensch, [geschichte der zukunft]

“An effort to create the first computer simulation of the entire human brain, right down to the molecular level, was launched on Monday.

The %u201CBlue Brain%u201D project, a collaboration between IBM and a Swiss university team, will involve building a custom-made supercomputer based on IBM%u2019s Blue Gene design.

The hope is that the virtual brain will help shed light on some aspects of human cognition, such as perception, memory and perhaps even consciousness.”

siehe auch:
- grus’lig
- Transhumanismus: Das Hirn im PC
- We are listening to a human being’s thoughts.
- Freier Wille unter Neuronenfeuer
- Menschenversuch mit Computer-Gehirn-Schnittstelle
- Schnittstelle zum Gehirn

July 28th, 2005 by Tim Bruysten in der mensch, [geschichte der zukunft]

Schon an anderer Stelle (Diplom, Wahlblog) habe ich über die Problematik geschrieben, die mit dem abklingenden Humanismus einherzugehen scheint, daß es auf der einen Seite Radikale gibt, die unter der Flagge des (Neo-)Liberalismus versuchen, den Posthumanismus in einen Anti-Humanismus zu verwandeln in dem sie Technologie, besonders die Technologie, die die Zwischenmenschlichkeit kontrolliert oder moderiert, im Fokus aller Entwicklung sehen. Auf der anderen Seite stehen ebenfalls Radikale, die ebenfalls Anti-Humanistisch sind, in dem sie die Säkularisierung zurückzudrehen suchen und nicht mehr den Menschen, sondern einen alttestamentarischen Gott in das Zentrum ihres Weltbildes setzen.

Zu letzteren gibt es einen interessanten Artikel bei Telepolis:

“Verfechter der “Intelligent Design”-Bewegung treten in den USA gegen die Prinzipien der Wissenschaft an. Politisch - “wissenschaftlich” - sozio-kulturell. Und mit erschreckendem Erfolg.”

April 24th, 2005 by Tim Bruysten in der mensch, virtual reality

“Ein «Live-Konzert» zweier toter Pianisten will eine Softwarefirma im US-Staat North Carolina organisieren. Zwar können die Techniker Glenn Gould und Alfred Cortot nicht wieder zum Leben erwecken, wohl aber deren Art, die Tasten anzuschlagen.”

Macht der Mensch sich selbst obsolet? Ich glaube nicht. Diese Geschichte ist sicher ein interessantes und spannendes Technikexperiment, doch zu einem Konzert gehören immer noch Menschen, auf beiden Seiten der Bühne. Wer würde denn in ein Flugzeug steigen, welches ausschließlich von einem Computer gesteuert würde? Wer würde beim Autofahren, das Steuer dem Autopilot überlassen wollen? Wahrscheinlich nur wenige.

Doch wo hier sicher Angst vor dem offensichtlichen Kontrollverlust ursächlich für das Bedürfnis nach einem Menschen als letzte Instanz ist, liegt die Sache bei einem Konzert versteckter. Ein Konzert ist Ausdruck höchster Kultur, es ist damit Ausdruck des Menschlichen; es zeigt uns, daß wir ein bewußtes, intelligentes, soziales und kulturelles Wesen sind; qua archetypischer Bilder wird eine tiefere, emotionale Bindung an den Menschen als Ausführenden geschaffen.