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March 23rd, 2008 by Tim Bruysten in tekk

Während auf der einen Seite eine Art konsolidierender Aufbruch, die Wogen der Webaufregungen glättet und zeigt, daß, nimmt man die User als Menschen und Kunden ernst, gutes Geld mit den Phänomenen der Masse zu verdienen ist und das an der Weisheit der Massen zumindest in einfachen Praxismodellen (z.B.: Öffentliches Wissen) durchaus etwas dran ist, findet untergründig eine weitere sehr viel leisere, aber vielleicht um so gewaltigere Technologierevolution statt.

Das primärtypische Merkmal des Web2.0 ist der Integrationsprozess in die lineare Technologiewahrnehmung. Die neuen technologischen Methoden, die das Web2.0 als das “benutzerfreundlichere” Web gestalten lassen und die neuen Konzepte, die die Integration des Webs in alle Lebensbereiche (siehe z.B.: Eine SMS steuert die Stadt, Ubiquitous Computing) zulassen, sind eben genau hiervon ein Ausdruck: Die Idee ist da, nun wird binnenkonsolidiert (Die nächsten 10 Webtrends).

Betrachtet man dies von Innen, so lassen sich die asozialisierenden Einflüsse, die mancherorts von Außen in dieses lineare Mißverständnis hineingepresst werden möchten schon begreifen; die Angst vor der Ersetzbarkeit durch kongruent erscheinende Muster in der “analogen” Welt und innerhalb des Webs in Verbindung mit der fortschreitenden Durchdringung der digitalen Vernetzungstechniken führen zu absonderlichen Kontrollwünschen wie der Vorratsdatenspeicherung (Ich hab doch nichts zu verbergen…). Es könnte ein Tiger sein, wir sollten es in einen Käfig stecken.

Sobald man jedoch das Metafeld betritt und über die Konvergenz von Technologien jenseits des omnipräsenten Internets reflektiert, braucht es starke Nerven und weitreichende Utopien, um mit der Vielzahl der Möglichkeiten noch umgehen zu können und vielleicht eine Chance zu haben, die Gestaltungshoheit zu behalten.

Wie kann eine Welt, in der die fortentwickelten Folgen von Nanotechnologie, synthetischer Biologie, Gentechnik, Kommunikationsvernetzung, Energietechnologien, Medizintechniken, Robotik und gar künstlicher Intelligenz konvergieren aussehen?

Langzeitvorfühler zeichnen schon seit langem ein eher düster geprägtes Bild, exemplarisch ist vielleicht H.G.Wells‘ “Wenn der Schläfer erwacht” zu nennen, das schon vor deutlich über hundert Jahren eine erstaunliche Technologie-Extrapolation darstellte. Roddenberrys utopisches Bild macht aber auch gleichzeitig deutlich, wie viel schwerer es ist, eine positive, eben nicht-dystopische Projektion zu entwickeln.

Die Ethik eines Designers im 21. Jahrhundert könnte nun darin bestehen, die realisierbaren Räume aus dem Reich der Utopien zu extrapolieren, im ersten Schritt verständlich zu kommunizieren und im zweiten auszugestalten, aber natürlich auch auf entdeckte Risiken (die realisierbaren Räume aus dem Reich der Dystopien) aufmerksam zu machen.

siehe auch:
- It’s God!
- Why Design (Philippe Starck)
- Gentechnik goes Web2.0
- Beschleunigung der Unschärfe
- The Sky is the limit

December 30th, 2007 by Tim Bruysten in Uncategorized

Geneigte Leser, ein spannendes Jahr geht zu Ende und das Webwachstum ist auch an diesem, dem meinen Blog nicht vorbei gegangen. Daher hier die üblichen statistichen Daten zum Jahresende, verbunden mit Dank für die Aufmerksamkeit und das Interesse.

Über 890.000 Besucher (Unique Visits) haben mich 2007 beehrt und über 1.650.000 Pageviews erzeugt. Die Besucher kamen dabei, was die Auswertung der Regionalstatistik Deutschland ergibt, bevorzugt aus Aachen, Düsseldorf, Mönchengladbach, Köln, Siegen, Berlin, Bonn, Kaiserslautern und Hamburg.

Die beliebtesten Artikel in 2007 waren:
- Graffiti Taxonomy
- mnemo status
- The Hubble Heritage Image Gallery
- Wie funktioniert Geld?
- Wall-Mounted Multi-Touch
- Web Ontology and the Semantic Web
- Die nächsten 10 Webtrends
- A Bill of Rights for Users of the Social Web
- illustrated idioms
- 2. Düsseldorfer Webmontag

Browser-Statistik:
- Internet Explorer 6 ~10%
- Firefox 2 ~ 8%
- Mozilla 5 ~6%
- Internet Explorer 7 ~5%
- Netscape ~3%
- Safari ~2%
- Firefox 1.5 ~1%
- Firefox 1 ~1%
- (lange Liste…)

Betriebssysteme:
- Windows ~75%
- Linux ~15%
- MacOS ~10%
- BSD <1%
- SunOS <1%
- OS/2 <1%

December 14th, 2007 by Tim Bruysten in visual communication

Oliver hat mich auf ein interessantes Video aufmerksam gemacht, welches die Funktionsweise von Geld und die Methodik von Banken gut erklärt:



Teil 2, Teil 3, Teil 4 und Teil 5.

Siehe auch die Videos von Max von Bock: Wie funktioniert Geld

UPDATE: 23.12.2007
Siggi machte mich gerade auf diesen Artikel des Telegraph aufmerksam.

June 1st, 2007 by Tim Bruysten in web

Heise schreibt über ein Symposium zur Zukunft der Suchmaschinen und fasst in einem kurzen Abriss die aktuelle Situation ganz gut zusammen. Doch halte ich es für unwahrscheinlich, daß eine Konkurrenz zu Google von einem Forschungsinstitut, oder der Europöischen Union im Web “platziert” werden kann, zu viel Geld und zu viele Aquise-Aktivitäten sind zur Zeit bei Google zu verzeichnen.

Eher wahrscheinlich ist wohl, daß die dringend notwendige Konkurrenz ein ebenso unerwartetes Start-up wie eben Google selbst sein wird.

Wenn in diesem Kontext das Schlagwort “Web3.0″ wieder verwendet wird, möchte ich dies als das übliche Steampunk-Phänomen einordnen. Eine Neigung von Menschen, die Zukunft als die vergrößerte Gegenwart zu betrachten, anstatt einen Paradigmenwechsel zu erwarten.

Semantische Suche ist auf der anderen Seite etwas, womit ich mich auch schon länger beschäftige und dem ich große Chancen für die Zukunft einräume. Allerdings ausschließlich unter der Prämisse, daß das Benutzungsgefühl für den Anwender, ebenfalls erheblich verbessert wird. Mindestens 50% der Innovation für eine neue Suchmaschine muß aus dem Bereich Interfacedesign / Workflow-Optimierung kommen. Ganz davon zu schweigen, daß es eine Marke aufzubauen gilt.

February 27th, 2007 by Tim Bruysten in tekk

Das ein gutes Interface- und Interaktionsdesign für Unternehmenssoftware bares Geld wert ist und sich Investitionen in diesen Bereich aus verschiedenen Gründen, nicht zuletzt dem der Effizienzgewinnung, lohnen, spricht sich langsam rum.

Oft wird in diesem Kontext der Einsatz von AJAX als Technologie für Client-Server basierte Software in Unternehmen genannt. Ein interessanter, wenn auch aus meiner Sicht etwas zu pessimistischer Artikel bei IX befasst sich mit diesem Thema.

Doch für viel wichtiger als die Diskussion mit welcher Technologie nun im Endeffekt Interfaces gebaut werden, ist die Diskussion, die sich generell mit dem Thema beschäftigt und ein Bewußtsein für die Vorteile eines Design-getriebenen Interface- und Interaktionsdesigns schafft.

siehe auch:
- NeXt presentation
- AJAX OS
- Wall Mounted Multi Touch
- Bumptop 3D Desktop
- Novell XGL Compiz Presentation

December 2nd, 2006 by Tim Bruysten in visual communication

Max von Bock hat seine Diplomarbeit als Video bei YouTube (wie es sich für ein ordentliches Theater gehört: in drei Akten) veröffentlicht. SEHENSWERT!.




December 1st, 2006 by Tim Bruysten in wissensmanagement

Der Sachverhalt ist bekannt. Das “Google-Copy-Paste-Syndrom”, wie der Salzburger Medienwissenschaftler Stefan Weber es nennt, findet sich mittlerweile überall, an Schulen und Universitäten, bei Wissenschaftlern, Romanschriftstellern, Predigern und auch Politikern und Journalisten. Nicht nur der russische Präsident Putin soll für seine Promotion die Arbeit anderer zu seiner eigenen erklärt haben, auch die britische Regierung hat in Vorbereitung des Irak-Krieges für einen angeblichen Geheimdienstbericht über die imaginären Massenvernichtungswaffen viel und reichlich geklaut.

Schon seit einiger Zeit weise ich hier immer wieder auf dieses Problem hin. Wer einen ernst zu nehmenden Vorschlag macht, dieses Problem zu lösen, wird eine Menge Geld verdienen können… Lesen Investoren mit? Einfach bei mir melden :-D

siehe auch
- Öffentliches Wissen
- Next Step
- Urbane Datenräume
- Daten hin – Daten her
- Power - Law of Participation
- Die Humanisierung des Netzes

December 26th, 2005 by Tim Bruysten in telekratie

“Nutzer von Mobiltelefonen in Südkorea könnten ab dem morgigen Dienstag ein wenig verdutzt dreinschauen, wenn sie eingegangene Textnachrichten auf ihrem Handy-Display studieren. Die südkoreanischen Strafverfolgungsbehörden wollen Bußgeldbescheide, Strafbefehle und Gerichtsanklagen künftig nämlich per SMS verschicken – allerdings nur, wenn man sich vorher für den Dienst angemeldet hat.”

siehe auch:
- eRevolution
- SMS statt Urnengang
- Berlusconi simst um die letzten Wähler
- Sex-Nachhilfe via SMS

November 10th, 2005 by Tim Bruysten in education, wissensmanagement, media, Infotainment

“Fernsehen auf dem Handy wird im Jahre 2010 einer Studie zufolge rund 450 Millionen Euro Umsatz bringen. Viele Kunden seien bereit, für diesen Zweck rund 5 bis 12,50 Euro pro Monatauszugeben. Mobile-TV sei im wesentlichen ein Abo-Service und werde durch Werbung nicht sehr viel Geld erlösen. Das ist das Ergebnis einer Studie.”

Es wird stark von den inhaltlichen Konzepten, wie auch der Aufbereitung der Inhalte abhängen, ob ein solcher Markt wirklich erfolgreich ist. Nicht stimme ich mit der Vermutung überein, daß in einem solchen Markt durch Werbung nicht viel Geld umzusetzen sei, auch dies ist eine Frage des richtigen Konzeptes. Klar ist aber, daß sich ganz andere Businessmodelle anbieten, weil ein ganz anderer Nutzen, als im klassischen TV oder im klassischen PC-Gebrauch geschaffen werden kann. Doch bedarf es dazu frischer Ideen. Alles zu bekommen. Und zwar hier. :-)

Dabei ist das Stichwort der Konvergenz ganz sicher hier an der richtigen Stelle angebracht.

siehe auch:
- educasts: Stanford on iTunes
- Location based services
- The Knowledge Navigator
- Mobile eLearning
- Der Unterricht wird zum Lokaltermin
- Hörbücher aus dem Automaten
- Die Humanisierung des Netzes
- Urbane Datenräume

October 23rd, 2005 by Tim Bruysten in business, DAS NETZ, [geschichte der zukunft]

“Die deutschen Verbraucher geben immer mehr Geld für Informationstechnik aus. So sind die Ausgaben für den Kauf von Computern, Telefonen und Faxgeräten sowie fürs Internet und andere Postdienstleistungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Ein Privathaushalt zahlte 2003 im Schnitt 82 Euro im Monat für Informationstechnik und Kommunikation. Das waren 17 Euro mehr als im Jahr 1998. Das war ein Anstieg von 26 Prozent gegenüber 1998.”

“„Ende 2004 gab es in Deutschland rund 250.000 Mobiltelefone und PC-Karten dieser so genannten dritten Generation, bis zum Jahresende erwarten wir rund 2,5 Millionen“, sagt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Die Geräte seien trotz ihrer wesentlich größeren Leistungsfähigkeit inzwischen ähnlich klein, leicht und gut handhabbar wie Mobiltelefone der Vorgängergeneration GSM. Auch die Preise hätten sich angenähert.”

Egal, ob die Erwartungen an UMTS sich erfüllen, egal, ob die Nachfrage nach IT/TK Produkten weiter so steigt… Was diese beiden Zahlen uns sagen können, ist, daß wir mit einer signifikanten Akzeptanz neuer Technologien rechnen können. Uns erwartet die Einführung von IT/TK-Systemen, deren Zweck sich den Bedürfnissen der Menschen nicht nur unterordnet, sondern die mit selbigen verschmelzen, in ihnen unsichtbar werden.

Neue Technologien bedeutet die Fusion der Visionen, die mit “Location Based Services” verbunden sind, mit neuen Endgeräten (PDAs mit hochauflösenden Displays, Megapixelhandys, …), mit einem neuen Aufleben der “Folksonomy” usw. Magic times :-)

siehe auch:
- Noch mehr Statistikdaten