Microblogging ist ein Zungenbrecher, der den Einzug digitaler Kommunikation in die alltägliche Lebenssituation kennzeichnet. Nein, nicht nur digitaler Kommunikation, sondern auch die Sichtbarmachung eines Teiles der Informationswolke um Individuen herum oder zwischen ihnen.
Das Streben nach Aufmerksamkeit, nach kontinuierlicher Autodistribution oder fast masochistischer Aggregation einer schier unendlichen Menge von ebenso unendlich klein scheinenden Informationsfetzen schafft einen neuen Markt.
War das negativ gemeint? Nein. Es spiegelt nur urmenschliche Bedürfnisse wider. Es zeigt uns, was wir wirklich sind: neugieriege, soziale Mustermaschinen. Wir sind das Netzwerk. Und das Liquidum aus dem das Netzwerk gewoben ist, das sind Informationen. Das ist Wissenswertes. Oder Sagenswertes. Oder beides. Da wo diese Sphären sich überlappen kann Kommunikation, kann Beziehung entstehen. Außerhalb der Welt des Microbloggings ist dies ein alter Hut.
Microblogging ist ein Buzzword um Werkzeuge und Methoden, die diese kongruenten Bereiche in der schier unendlichen Welt an Informationen zwischen Menschen sichtbar machen können. Wohl gemerkt können, nicht müssen. Denn was bei allen Medien gilt, gilt auch hier: Solange keine Nutzungskultur besteht, die zumindest vom Großteil der Teilnehmer verstanden und auch gelebt wird, ist der Erfolg eher zweifelhaft.
Doch Twitter & Co. sind gerade so erfolgreich, weil sie schon vorhandene Motivationen bedienen, weil sie sich auf unseren neuen coolen Kommunikationsgeräten wohlfühlen, ja förmlich einschmiegen. Motivationen wie das Jagen und Sammeln von Informationen, das Kontrollieren oder Überwachen von Anderen, das Selbstrepräsentieren, das Kommunizieren, das Pflegen und Ausbauen von sozialen Netzwerken usw…
Cem hat nun die MBC09 organisiert. Ein lebendige uns angenehmes Barcamp. Sogar die Tagesschau fands gut. Impressionen gibt es hier. Gedankenfetzen hier. Die Vorträge am ersten Tag waren “ganz ok”, die Gespräche mit einzelnen anderen Teilnehmern aber hervoragend. Deswegen fährt man ja zu solchen Konferenzen. Weil Menschen nun eben doch Menschen sind – je mehr Sinnesreize eine Bekanntschaft begleiten, desto emotionaler kann sie werden. Und auch fester, langfristiger, intensiver.
Trotzdem, oder gerade deshalb; gut, daß es zahlreiche neue Medien gibt, die es uns erlauben, uns sehr fein abgestimmt, sehr gut zu vernetzen. Und gut, daß es solche Konferenzen gibt, wo man über die Pros und Kons dieser Medien diskutieren kann…
Ist all das wichtig? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es trägt jedenfalls zu einem weiteren Beschleunigungspotential von Kommunikation bei, was einen beschleunigten Ideenaustausch impliziert. Somit sind wir einfach nur weiter auf dem Weg…
mnemo (beta):- Webmontag Report
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- Multimediatreff XXI
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January 24th, 2009 at 2:53 am
Ja… Beschleunigung überall…. da sollte mal nachgedacht werden… ;-) Sonst kommen einige nicht mehr mit und wir müssen nicht mehr nur zwischen Informationsarmut und -reichtum unterscheiden sondern müssen eine neue Kategoriesierung nach Geschwindigkeiten hinzufügen!