Allerorten werden mit atemberaubender Geschwindigkeit Daten erzeugt. Das geht solange gut, bis mal jemand ernsthaft etwas sucht… Wem bei der Vorstellung der exorbitanten Datenmengen, die wir digitalisierten Menschen in den letzten Jahren erzeugt haben, Angst und Bange wird und sich an diverse Börsenblasen erinnert fühlt, dürfte in der Betrachtung der Problemstellung nicht ganz falsch liegen.
Zu wenig scheint man in Industrie und Wirtschaft, aber auch im Privatleben, bisher auf Transparenz, Langlebigkeit und Datenschutz zu achten (siehe zum Beispiel das Weblogs des Privacy-Seminars an der FH-Aachen).
Die 161 Exabyte, die allein im letzten Jahr, laut einem Wired-Artikel (siehe auch den Artikel von Prof. Oliver Wrede) vermutlich erzeugt wurden, sind weit mehr, als alle geschriebenen Bücher zusammen. Doch wird bei diesem Vergleich auch direkt die andere Seite deutlich. Bücher sind ein gewachsenes Kulturgut, ihr Interface ist über Jahrhunderte des Gebrauchs gewachsen und professioneller geworden, sie sind als Medium von der Gesellschaft assimiliert worden.
Dieser Kulturgebungsprozess fehlt an vielen Stellen im Umgang mit den Medien, die für dieses unübersehbare Wachstum an Informationen verantwortlich zeichnen. Was ist also notwendig, dazu beizutragen, daß Individuen und Gesellschaften sich dieser Informationsfülle nicht nur bewußt werden, sondern auch politisch, moralisch, ökonomisch und ökologisch sinnvoll mit ihr umzugehen lernen?
Natürlich ist dieser Prozess zur Zeit mit gewaltigen Schritten auf dem Vormarsch. Trotzdem bleibt noch viel zu tun. Wichtig ist vor allem, eine gewisse Geduld mit zu bringen. Neue Technologien schaffen, je nach Integrationspotential, neue Gesellschaften. So wie das Auto oder das Feuer jeweils eine neue Gesellschaft(sform) hervorgebracht haben, so werden die vernetzten Medien und Kommunikationsmöglichkeiten dies auch tun. Doch sollte diesem Prozess sicherlich eine Zeit von ein bis zwei Generationen eingeräumt werden, bis er mit der Integrationstiefe und Kulturbildung anderer Technologien, wie z.B. der des Autos vergleichbar wird.
Doch Geduld ist nicht alles. Während ich keine Sorge habe, daß uns die nächsten Jahre mit Technologien ausstatten, die Datenspeicherungsprobleme weitestgehend lösen, ist in der Gestaltung des Zugangs, der Verständlichkeit, der Archivierbarkeit, der Transparenz, der Vergleichbarkeit noch viel Forschungs- und noch mehr Umsetzungsbedarf.
Informationsdesigner, Datensicht’ler sollten sich ihrer Bedeutung bewußt sein und rechtzeitig ihre Domäne abstecken. Denn intelligente Darstellungsmethoden in Verbindung mit einer haptischer erscheinenden Hardware und einem durchdachten Interaktionskonzept können maßgeblich dazu beitragen einen Großteil der auftretenden Probleme zu lösen.
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June 3rd, 2007 at 2:41 pm
[…] siehe auch: - Die Funktion des Design - The Sky is the limit - Die Macht der Visualisierung mnemo (beta): Tags: business, design […]
June 23rd, 2007 at 1:08 pm
[…] siehe auch: - Die Funktion des Design - The Sky is the limit - Die Macht der Visualisierung […]