Es scheint mal wieder an der Zeit für ein dickes “YIEAH!” zu sein. Die neue Version der Virtualisierungssoftware “Parallels” bringt Windows-Applikationen direkt in MacOS X. Ohne sichtbares Windows-Fenster.
Demo-Video
Warum ist das so bemerkenswert? Nun, zum einen stelle ich mir schon seit langem die Frage, wozu ich ein Betriebssystem wirklich brauche? OK, mein Rechner braucht vielleicht eins, aber was hat das mit mir zu tun? Warum muß ich mich damit “herumschlagen”?
Betrachtet man einige aktuelle Innovationen aus etwas Distanz, so fällt das Glaskugelgucken gar nicht so schwer:
Multi-Touch
Im Grunde brauche ich weder ein Betriebssystem noch ein Anwendungsprogramm. Ich brauche eine bestimmte Funktion. Multi-Touch erlaubt die Vision von sehr einfach erschließbarer, haptischer Software.
AJAX OS
AJAX OS steht für eine lange Liste von Beispielen, die zeigen, daß man keine komplexen Anwendungspramme auf irgendeinem Rechner installieren muß, um hochwertige Software nutzen zu können.
iPhone
Das iPhone ist, soweit es bis heute zu beurteilen ist, der Beleg, daß Designer es schaffen können, marktreife Produkte, mit guten Interfaces zu bauen, die, betrachtet man sie genau und versteht man etwas von Interface- und Interaktionsdesign, signifikant den Bedienkomfort und das Verständnis des Interfaces verbessern.
Unsere Hardware sowie die (drahtlose) Netzanbindung ist so gut geworden und wird sich in den nächsten Jahren noch in dem Maße verbessern, daß es kein Wunder mehr ist, auf jedem Digital-Werkzeug ein vollwertiges Betriebssystem und Breitband-Internetzugang zu haben. Doch könnte der Unterschied eben sein, daß uns weder Betriebsstem noch Internetzugang sonderlich interessieren. Sie sind einfach da. So wie der Anlasser im Auto. Der in der Steinzeit ja auch noch von Hand betätigt werden mußte.
Zurück zu Parallels. Aus dieser Perspektive wird klar, warum es einen Artikel in einem Design-Weblog wert ist, wenn eine Software zwei Betriebssysteme verschmilzt. Andere Tools und Technologien geben uns weitere visionäre Ideen.
siehe auch:
- Raskins weise Worte
- Chips und Betriebsssteme werden irrelevant
- NeXt Presentation
- Douglas Adams: Hyperland
- The Knowledge Navigator
- Die Macht der Visualisierung
- Überall Multitouch
- Nuclear Power Process
- Experience Is The Product
- Die nächsten 10 Webtrends
- Session.Four – Die Gesellschaft als offenes Kunstwerk?
- OrangeGamer
- Business AJAX
- Technologische Wahrnehmungslücke?
- Mensch und Maschine verschmelzen
- Nabelschau 2008
- Wissensmanagement-Projekt
- Missverständliche Metapher
- 2. Düsseldorfer WaveWednesday
- Die fünfte Session der Ästhetischen Gesellschaft
- Die "Kybernese der Gesellschaft"
- Symbiotic Web
- Die dritte Session der Ästhetischen Gesellschaft
- Die zweite Session der Ästhetischen Gesellschaft
- Wave Hackathon in Düsseldorf
- Designtheorie?
- Zeitalter
- Oliver Wrede prophezeit: The end of filesystems
- Interblase 2.0
- conquering the world
- Blase 2.0
- Fluxus Infomap
- les trous noirs du web
- Semantische Analyse
- Wissenschaftspreis für Usability-Forschung
- Jimmi Wales beim Elektrischen Reporter
- The Sky is the limit
- Peak Web
- Sind Betriebssysteme wichtig?
- Web Ontology and the Semantic Web
- searchscapes manhattan
- Internet 3D
- Konvergente Technologien

February 28th, 2007 at 2:31 pm
Es ist mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung, dass Apple nun endlich komplett Windows-kompatibel ist. Nicht wenige Leute würden gerne von Windoof auf Apple umsteigen, aber einige Profi-Programme oder Nischen-Anwendungen sind nur für Windows zu haben. Aber das Programm wird dem Apple-Umsatz langfristig sicher gut tun.
May 23rd, 2007 at 6:01 pm
Vorstellbar wäre in einem weiteren Schritt, dass Windows-Programme nicht mehr in einem Fenster geöffnet werden, sondern dass direkt die Applikation gestartet wird. Insofern würde die Betriebssystemfrage tatsächlich unwichtig.
“AJAX OS […], daß man keine komplexen Anwendungspramme auf irgendeinem Rechner installieren muß, um hochwertige Software nutzen zu können.”
Dies ist richtig, jedoch werden vollständig Webbasierte-Programme erst eine echte Alternative, wenn man überall Breitband-Internet-Zugang und auch zu vernünftigen Preisen haben wird (und überall heisst, auch in jedem Eisenbahntunnel etc…)
An die Aussage in http://blog.bruysten.com/2006/04/18/chips-und-betriebssystem-werden-irrelevant
“Leopard und Vista sind die letzten Betriebssysteme, die die Verbraucher noch kennen werden” glaube ich jedoch nicht. Klar, bei Vista könnte das stimmen, weil Microsoft eine Entwicklungszeit von 5 Jahren hat, aber Mac bringt ja im 2-Jahres-Rhytmus neue Versionen raus…
May 23rd, 2007 at 6:35 pm
Genau das macht Parallels.
May 23rd, 2007 at 7:49 pm
Oh, den coherence-mode kannte ich noch nicht. Das nächste mal sollte ich wohl zuerst das Video anschauen. ;)
Somit wird es absehbar, dass das Betriebssystem tatsächlich nicht mehr wichtig sein wird im nächsten Jahrzehnt.
Die Frage ist jetzt wie flüssig die Applikationen darin laufen, bzw. wieviel mehr Systemressourcen das benötigt.
May 23rd, 2007 at 8:12 pm
Nun, mit einem Mac Pro (2 GB RAM) oder einem Mac Book Pro (3GB RAM) läuft das gut und flüssig.
Mit der nächsten oder spätestens der übernächsten Rechnergeneration müßte es möglich sein, Systeme zu bauen, die unabhängig(er) von diesen technischen Fragen werden und wo das Interface- und Interaktionsdesign an allererster Stelle steht.
Mehr Kreativität, mehr Spaß bei Arbeit und Spiel, weniger Technik im Frontend, dafür mehr Möglichkeiten, mehr Freiheit…
July 19th, 2007 at 2:50 pm
Mir sind noch weitere Blog-Einträge zu dem Thema aufgefallen.
Siehe mein Blog-Eintrag zum Thema:
http://www.newsofthefuture.net/index.php?/archives/11-Windows-or-Mac-The-OS-doesnt-matter-in-the-future.html