Archive for 2005

December 16th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE, accessibility, usability, augmented reality

“VW hat hat eine Technik lizensiert, die Touchscreen-Felder fühlbar macht. Mit TouchSense gibt der Haptik-Spezialist Immersion analog zu richtigen Schaltern eine taktile Rückmeldung während der Berührung von Software-Buttons auf entsprechend ausgestatteten Displays”

Auf der Website von Immersion heißt es dazu:

“With Immersion TouchSense® technology, instead of feeling just the hard touchscreen surface, graphical buttons can seem to depress and release much like physical buttons and switches. This responsive action supplies a more intuitive, natural, multisensory experience for users, and an exciting opportunity for touchscreen manufacturers and system integrators.”

Eine sehr interessante Technologie, die viele Interfaces / Systeme einfacher und leichter zugänglich machen wird, wenn sie denn intelligent eingesetzt wird…

siehe auch:
- TactaPad - See … Touch … Feel
- coeno
- Haptisch-optisches Interface
- “Pentop”-Computer
- The Knowledge Navigator
- The All-Mighty-Mouse
- Apple stellt »Spoken Interface« vor
- Raskins weise Worte
- The tale of the vibrating shoes
- geschichte des user interface

December 14th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

“An operating system, even the saccharine Mac or Windows desktop, is the program you have to hassle with before you get to hassle with the application. It does nothing for you, wastes your time, is unnecessary. Some will ask, “How can you run a computer without an operating system?” But newcomers to computers know the answer. When they first see a desktop they ask a much more intelligent question: “What is all this crap? Why can’t I just get about my business?” It takes about 8.2 seconds to make new users feel stupid. Professionals tell them, “That’s the way computers work. That’s the great GUI which makes computers so easy to use.” The clever and correct insight is squashed. But computer interfaces can be designed so that you can just get to work (or play) with no intermediate finagling.”

Gerade habe ich doch erst hier über einen Fall besonderer Entfernung vom Benutzer / Ausführenden geschrieben.

Nach was Raskin verlangte, ist ein Flow Erlebnis, er möchte die Software nicht getrennt von der Hardware begreifen und den Computer nicht getrennt vom Kontext. So wie man einen Hammer als unmittelbares Werkzeug verwendet (nehmen, hauen), soll auch der Computer funktionieren. Raskin erweist sich hier, zumindest in seiner Forderung, als wahrer Interfacedesigner, der sich nicht in visuellen Details wiederfindet, sondern der sich dann freut, wenn er einen Weg findet, ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. Ohne die Bedeutung der Ästhetik schmälern zu wollen.

Falsch wäre jedoch die Interpretation, daß es darum ginge, Interfaces so spartanisch wie nur möglich zu gestalten, wobei wir wieder bei der alten Diskussion von Simplicity vs. Clarity wären, sondern darum, Prozess, Kontext und Ausführenden zu begreifen zu suchen.

Sehr interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Debatte, die Linus Torvalds gerade auf der gleichen Bühne führt, nur eben 100 Jahre hinter Raskin hinterher: Linus Torvalds empfiehlt KDE statt GNOME. Hier wird der Computer noch als Zweck für sich selbst begriffen und nicht als Möglichkeit, ein gutes Werkzeug zum Lösen auf Aufgaben zu sein. Ob er in dem speziellen Beispiel nun Recht haben mag oder nicht, mag ich gar nicht beurteilen.

Ein Punkt bleibt noch klarzustellen. Es geht dabei nicht darum, alle Abstraktionsstufen, die der Computer bieten kann, abzuschaffen, insofern hinkt der Hammer-Vergleich etwas, doch zeigt er einen guten Kontrast zu dem, was wir heute gewohnt sind, als Arbeitsumgebung hinzunehmen.

December 14th, 2005 by Tim Bruysten in telekratie

“Prinzipiell geht es in Brüssel um die Speicherung der Verbindungs- und Standortdaten, die bei der Abwicklung von Diensten wie Telefonieren, SMS, E-Mailen, Surfen oder Filesharing anfallen. Mit Hilfe der Datenberge sollen Profile vom Kommunikationsverhalten und von den Bewegungen Verdächtiger erstellt werden. Gemäß der Anträge der Christ- und Sozialdemokraten müssten die Daten inklusive IP-Adressen künftig in der Regel eigentlich zwischen sechs und 24 Monaten vorgehalten werden.”

Einfach zu grauselig sich vorzustellen was passiert, wenn solche Daten in die falschen Hände gelangen. Aber nicht dies soll als Argument gegen solche Überwachung dienen, sondern diese Überwachung selbst ist einer offenen und freien Gesellschaft nicht angemessen. Mit anderen Worten, innerhalb eines solchen Systems gibt es genügend Argumente dagegen, doch das System als solches ist auch schon schlecht. Hier sollte über Alternativen nachgedacht werden… Ursachen und Wirkungen werden in der Debatte um Terror, Überwachung und Privatsphäre allzu oft verwechselt.

siehe auch:
- Big Brother is watching you
- Fahndungs-Software
- “Patriot Act” ist verfassungswidrig
- EDEKA setzt auf Fingerabdruck-Bezahlsystem

extern:
- heute.de: EU-Parlament stimmt Speicherung von Telefondaten zu

December 13th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

lg3d-ss-bgmanager.jpg

“What if your desktop were actually a 3D environment? What if your CD or movie database became a 3D jukebox? Project Looking Glass is based on Java technology and explores bringing a richer user experience to the desktop and applications via 3D windowing and visualization capabilities.”

Was wäre, wenn man so etwas jemanden machen lassen würde, der was davon versteht? Gegen metaphorisierende Interfaces, die dem Benutzer ein räumliches Navigieren und damit leichtes Erinnern von “Datenorten” ermöglichen oder auch einfach gegen schöne Gestaltung von Menüs ist wirklich nichts einzuwenden. Aber einfach Sachen zu machen, weil sie technisch möglich sind, ohne erkennbares Konzept… Aber davon gibt’s ja jede Menge ;-)

Gute Beispiele, von denen das oben verlinkte (für mich) ein wenig abgeguckt aussieht, sind zum Beispiel Front Row, das Mac OS Dashboard, der Konfabulator oder das Mac OS X Dock

December 10th, 2005 by Tim Bruysten in typo

“* decodeunicode.org * ist eine unabhängige Online-Plattform für digitale Schriftkultur, welche im Studiengang Design an der Fachhochschule Mainz entwickelt wurde.

Zielsetzung des vom Bundesminsterium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützten Projektes ist es, die Basis für eine typografische Grundlagenforschung zu schaffen und dem Computer-Nutzer einen inhaltlichen Zugang zu den Zeichen dieser Welt zu ermöglichen.”

Nachdem schon alle über das Projekt geschrieben haben, muß ich es einfach auch tun ;-). Surfenswert! Ein Abenteuer. Ein Experiment. Ein Spaß!

siehe auch:
- Bembo’s Zoo
- TYPOlis: Typografie und Schrift
- visperanto seminar

December 10th, 2005 by Tim Bruysten in collaboration

“Die Online-Enzyklopädie Wikipedia gehört wohl zu den populärsten Internetadressen der Welt. Beim Grimme Online Award ist das Projekt in diesem Jahr gleich mit zwei Preisen ausgezeichnet worden und erntete viel Lob. Doch seit kurzem ist eine Diskussion um den Wahrheitsgehalt der Enzyklopädie entbrannt, ausgelöst durch den amerikanischen Journalisten John Seigenthaler.”

Die Qualität der Artikel in der Wikipedia ist allerdings einer allgemeinen Diskussion zu unterziehen, da sie an einigen Stellen die Manifestation emergenter Meinungsbildungsprozesse und latenter Tonalitätstendenzen aus dem öffentlichen Diskurs zu sein scheint. Damit soll die Wikipedia nicht verteufelt werden, sondern nur darauf hingewiesen werden, daß eine gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit dem Phänomen noch aussteht.

siehe auch:
- Die Kondensation des Wissens
- Magie der OpenSource

December 2nd, 2005 by Tim Bruysten in de:sign, interFACE, der mensch, usability

In der aktuellen Interfacedesigndiskussion wird viel über “Flow” und die Abgrenzung dieses Begriffes zum Thema “Usability” gesprochen. Das Folgende ist ein Zwischenstand, eine Zusammenfassung bisheriger Überlegungen. Als Anregung und für Kritik gedacht.

Wikipedia schreibt dazu:

With flow the psychologist Mihaly Csikszentmihalyi names the feeling of complete and energized focus in an activity, with a high level of enjoyment and fulfillment.
As Csikszentmihalyi sees it, the components of a flow producing activity are:
- We are up to the activity (it’s not too hard or too easy).
- We can discern the rules.
- The activity has clear goals.
- The activity has direct feedback.
- We are able to concentrate on the activity.
- We feel that we control the activity.
- Our worries and concerns disappear.
- Our subjective experience of time is altered.
Not all of these components need to be present together for flow to be experienced.

Ich habe nachdedacht, welche Tätigkeit nicht nur den Flow am besten verdeutlicht, sondern auch seine Abgrenzung zu den Themen des “Experience Design” und der Usability. Zur Zeit möchte ich das Tanzen nennen. Denn hier wird besonders deutlich, daß eine Einbeziehung der Umgebung und das richtige Abwägen des Schwierigkeitsgrades besonders wichtig ist, diese Tätigkeit sinnvoll und unfallfrei durchführen zu können. Gleichzeitig entsteht selbiges aber auch aus dem Tanzen selbst heraus.

Auch andere Punkte werden berührt. Die Transformation der Zeit, Feedback, Kontrolle, Konzentration…
Die Usability des Tanzens ist sozusagen die Beschäftigung mit den richtigen Schuhen, dem richtigen Boden und der Sorge, daß nichts im Wege steht. Doch es ist deutlich, daß der Tänzer selbst einen entscheidenden Anteil daran trägt, wie das Ergebnis und wie sein Gefühl beim Tanzen ist.

Beim Experience Design geht es darum, der ingenieurswissenschaftlichen Anmutung (frei nach Oliver Wrede) der Usability-Gemeinde einen Gegenpunkt zu setzen, der anerkennt, daß es mehr gibt, als eine technisch perfekte Nutzenoptimierung. Daß nämlich letztere im Auge des Betrachters, respektive des Benutzers liegt. So beschäftigt sich das Experience Design mit der Frage, welche Erfahrungen der Ausführende bei einer Tätigkeit macht.

So wird der Mensch vom Benutzer zum Ausführenden. Eine Anerkennung seiner Rolle, gerade wenn man von Softwarekonzeption redet. Allzu oft wird an dieser Stelle die Software mit dem Ausführenden verwechselt.

“Experience design is an approach to the design of products, services and environments based on a holistic consideration of the users’ experience. Experience design is therefore driven by consideration of the ‘moments’ of engagement between people and brands, and the memories these moments create. Also known as experiential marketing, customer experience design, experiential design, brand experience.”

Flow braucht beides. Das Innen des Ausführenden und ein sinnvoll und angenehm zu erschließendes Außen. Wobei das Außen das Tanzen (oder den Umgang mit einer Software) genauso enthält, wie Umwelt und Kontext der Tätigkeit, aber auch die technische Möglichkeit, Dinge zu tun. Richtig spannend wird es in dem Augenblick, in dem der Gegenstand des Flow Teil einer Interaktion zwischen mehreren Menschen ist. Paartanz, beispielsweise.

siehe auch:
- Was ist der Flow?
- Interfaces for Staying in the Flow
- Sind 90 % aller Usability-Tests nutzlos?
- When user interfaces fail
- Use Cases and interaction design

extern:
- Continuity-Weblog

December 1st, 2005 by Tim Bruysten in mobile

“Südkorea drückt beim Empfang von Fernsehprogrammen auf Handys und anderen mobilen Endgeräten weiter aufs Tempo. Die drei größten Sender des Landes nahmen am Donnerstag weltweit als erste den Regelbetrieb für die terrestrische Übertragung von Daten und Fernsehbildern auf der Grundlage der DMB-Technologie (Digital Multimedia Broadcasting) auf.”

<werbung>Möchte jemand in Europa mobile Entertainment, iTV, mobile TV oder ähnliche Späße machen, möge er sich hier melden. ;-) </werbung>

siehe auch:
- mobile TV
- TV-Programm im Handy
- CrossMedia in Regensburg
- Mobile eLearning
- The Knowledge Navigator
- educasts: Stanford on iTunes
- Heidelberger Wimax-Netz gestartet
- Der Unterricht wird zum Lokaltermin
- Breitband für Grönland
- TV vs Web oder konvergente Medien? (UPDATE)
- Vodafone bringt RTL-Film vor Fernsehstart auf UMTS-Handys
- HANDY-SOAP

November 29th, 2005 by Tim Bruysten in FUN

Wie jedes Jahr, auch in diesem die ultimative Liste; Weihnachtsgeschenke für Designer. Bei heute.de werden die digitalen Weihnachtseinkäufe besprochen und auch wired bietet einen “GiftGuide” an.

Musik
At First Light, Silje Nergaard
Nightwatch, Silje Nergaard
London Symphony Orchestra, Frank Zappa
Roxy And Elsewhere, Frank Zappa
Second Brain, Underkarl
Miles-Gurtu, Robert Miles & Trilok Gurtu

Books
Kleine Lichter, Roger Willemsen
The ultimate Hitchhiker’s Guide, Douglas Adams
Die Welt der Bücher, Matthew Battles
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera
Sphären, Peter Sloterdijk
Wenn der Schläfer erwacht, Herbert G. Wells
Wir, Jewgenij Samjatin

Technik
PSP
iPod Nano
iPod Video

November 25th, 2005 by Tim Bruysten in interFACE

“Coeno is a toolkit that provides an novel approach for using computers in office environments. The basic concept behind this project is to facilitate collaboration on computers. To achieve this, coeno provides a tabletop display that allows seamless interactions with other computers like laptops.”

siehe auch:
- Haptisch-optisches Interface