“An operating system, even the saccharine Mac or Windows desktop, is the program you have to hassle with before you get to hassle with the application. It does nothing for you, wastes your time, is unnecessary. Some will ask, “How can you run a computer without an operating system?” But newcomers to computers know the answer. When they first see a desktop they ask a much more intelligent question: “What is all this crap? Why can’t I just get about my business?” It takes about 8.2 seconds to make new users feel stupid. Professionals tell them, “That’s the way computers work. That’s the great GUI which makes computers so easy to use.” The clever and correct insight is squashed. But computer interfaces can be designed so that you can just get to work (or play) with no intermediate finagling.”
Gerade habe ich doch erst hier über einen Fall besonderer Entfernung vom Benutzer / Ausführenden geschrieben.
Nach was Raskin verlangte, ist ein Flow Erlebnis, er möchte die Software nicht getrennt von der Hardware begreifen und den Computer nicht getrennt vom Kontext. So wie man einen Hammer als unmittelbares Werkzeug verwendet (nehmen, hauen), soll auch der Computer funktionieren. Raskin erweist sich hier, zumindest in seiner Forderung, als wahrer Interfacedesigner, der sich nicht in visuellen Details wiederfindet, sondern der sich dann freut, wenn er einen Weg findet, ein Hindernis aus dem Weg zu räumen. Ohne die Bedeutung der Ästhetik schmälern zu wollen.
Falsch wäre jedoch die Interpretation, daß es darum ginge, Interfaces so spartanisch wie nur möglich zu gestalten, wobei wir wieder bei der alten Diskussion von Simplicity vs. Clarity wären, sondern darum, Prozess, Kontext und Ausführenden zu begreifen zu suchen.
Sehr interessant in diesem Zusammenhang finde ich die Debatte, die Linus Torvalds gerade auf der gleichen Bühne führt, nur eben 100 Jahre hinter Raskin hinterher: Linus Torvalds empfiehlt KDE statt GNOME. Hier wird der Computer noch als Zweck für sich selbst begriffen und nicht als Möglichkeit, ein gutes Werkzeug zum Lösen auf Aufgaben zu sein. Ob er in dem speziellen Beispiel nun Recht haben mag oder nicht, mag ich gar nicht beurteilen.
Ein Punkt bleibt noch klarzustellen. Es geht dabei nicht darum, alle Abstraktionsstufen, die der Computer bieten kann, abzuschaffen, insofern hinkt der Hammer-Vergleich etwas, doch zeigt er einen guten Kontrast zu dem, was wir heute gewohnt sind, als Arbeitsumgebung hinzunehmen.
mnemo (beta):

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