Die Firma klicksafe stellt sich auf Ihren Internetseiten als “Beschützer” vor:
“Surfen, mailen, chatten, bloggen - das Internet und die neuen Online-Technologien ermöglichen Kommunikation und Information in bislang ungewohntem Ausmaß. Diese Chancen bergen aber auch Gefahren. Viren, Dialer oder illegale und schädliche Inhalte können auf dem eigenen Computer landen, aus anfänglich netten Plaudereien im Chat werden Belästigungen oder persönliche Daten werden ausspioniert und missbraucht. Mit dem Safer Internet Programm stellt sich die Europäische Kommission diesen Problemen und macht es sich zur Aufgabe, die Kompetenzen der Bürger im Umgang mit dem Internet zu stärken. Damit Risiken minimiert und Chancen genutzt werden können.”
Natürlich gibt es “schädliche” Inhalte im Internet. Wo gibt es die auch nicht. Wie klicksafe sich dies vorstellt, kann man sich in einem TV-Spot ansehen. Doch wer entscheidet, was schädlich ist und was nicht? Diese Verantwortung einer Firma, oder Institution zu überlassen halte ich für äußerst gefährlich. Viel gefährlicher, als die meisten “gefährlichen” Inhalte im Internet.
Das Kinder nicht mit Pornographie in Verbindung kommen und vor Leid geschützt werden sollten, ist klar. Das ist aber eine Aufgabe der Eltern, die sicher Zeit und Mühe kostet… Dazu können sich Eltern natürlich auch Software bedienen, die sie dabei unterstützen soll.
Doch der oben verlinkte Spot zeigt ein sehr populistisches Bild. Immerhin bekommt die Firma wohl EU-Mittel. Mein Eindruck ist, daß es nicht um Aufklärung, sondern das Verkaufen eines Produktes geht. Nun wird aber im Fernsehen ein Spot gezeigt, der die Realität stark verzerrt und dem Internet in mehreren Hinsichten unrecht tut. Eine echte Aufklärungskampage würde nicht die guten Seiten, die besonders für Kinder und Jugendliche von exorbitanter Bedeutung sind, weglassen, sondern die negativen Seiten nicht in derart abstruser Art und Weise darstellen.
Viel wichtiger wäre eine Kampagne für flächendeckenden und zeitlich großzügigen Breitbandzugang für Kinder und Jugendliche ins Internet.
siehe auch:
- Kinder und die Bilderflut
- kinder und medien
- Multimedia erobert die Kindergärten
- Diskussion über eLearning
- Eine zukunftsfähige Gesellschaft hat ihre Grundlage in den Lebensmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen
- Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen
- Der Traum von der Gesellschaft der Hochgebildeten
- Schröder fordert “neue Kultur der Wissenschaft”
- PCs für Indien - Innovationsherausforderung für Europa
- Orwellsche Zensurmöglichkeiten durch Trusted Computing


October 27th, 2005 at 10:04 pm
Ist das nicht eine Seite des Bundes?
Ich hatte nicht den Eindruck, dass es sich um eine Firma handelt, schließlich wird ja hauptsächlich auf Bundes-Info-Seiten verwiesen.
“Doch wer entscheidet, was schädlich ist und was nicht? Diese Verantwortung einer Firma, oder Institution zu überlassen halte ich für äußerst gefährlich.”
Ich denke, diesen Anspruch hat die Seite nicht. Sie möchte “awareness” schaffen.
Und das macht sie ganz gut.
Und sie möchte die Informationen verschiedener Projektseiten bündeln und zentral bewerben. Das klappt auch.
Dass das alles etwas reißerisch ausfällt … na ja. Aber schließlich wollen wir ja auch auffallen - bei so einem trockenen Thema.
October 27th, 2005 at 10:11 pm
Ist eine Firma… Was mich halt nervt, ist der TV-Spot. Der hat halt schon gar kein Niveau mehr und wird eher den Effekt haben, daß Eltern ihre Kinder ganz vom Internet fernhalten, was fatal für die Zukunftsfähigkeit der Kinder wäre…