August 6th, 2005 by Tim Bruysten in weblog[s], [geschichte der zukunft]

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Im Wahlblog haben sich durch die Initiative von Nico Lumma einige Blogger, Politiker und politische Interessierte zusammen gefunden und schreiben über die eventuell anstehende Bundestagswahl im September diesen Jahres. Ich hatte hier schon darüber geschrieben.

Als Mitautor bin ich natürlich befangen, trotzdem möchte ich hier eine kleine Zwischenbilanz ziehen. Der Autorenkreis ist eine sehr interessante und bunte Mischung unterschiedlichster Vertreter und Interessen geworden. Die Beiträge sind nach einigen ganz anfänglichen Unschärfen gut und repräsentieren einen breiten Querschnitt zwischen Kritik an den unterschiedlichen Protagonisten der anstehenden Wahl und Werbung für sie.

Warum ein Weblog und kein Wiki?
Im Gegensatz zur Wikipedia-Gemeinde geht es bei diesem Projekt nicht darum, möglichst “das gesamte Wissen der Welt”, oder in dem konkreten Fall “das gesamte Wissen zur Bundestagswahl” anzusammeln und vor den gleichen Problemen zu stehen, mit denen sich Wikipedia und andere konfrontiert sehen… Übersichtlichkeit, Transparenz, Konsistenz, Nachvollziehbarkeit und Verantwortlichkeit.

“Wahlblog.de ist der Versuch, den Wahlkampf für die Bundestagswahl kritisch zu begleiten und die Themen aufzugreifen, die uns wichtig sind. Es schreiben hier Blogger mit unterschiedlichsten politischen Meinungen, Themenschwerpunkten und Herangehensweisen.”

Ein Projekt mit Zukunft?
Das bisher latente und unorganisierte, nur durch wenige Protagonisten ans Tageslicht gekommene Potential des Internets zur Demokratisierung und “grasroot”-Globalisierung der Medienlandschaft wird durch Projekte wie das Wahlblog, aber auch ähnliche, zum Beispiel das Bildblog erstmals in einer professionalisierten Form sichtbar.

Gleichzeitig ist es der logische Schluß der vernetzten Welt und die massive Zunahme der Bedeutung von temporären Interessensgemeinschaften wird, wenn den der Umkehrschluß zulässig ist, daß sie zu Gunsten anderer sozialer Bande gewählt werden, das Abflauen des Humanismus in den westlichen Gesellschaften offenbaren. Es könnte, wenn denn diese Theorie zutrifft, zumindest als ein “Projekt der Zukunft” bezeichnet werden.

siehe auch:
- Scheibendenken
- Publikationsstrategien im Wandel
- Die Kondensation des Wissens

im Wahlblog:
- Die Reiter der Apokalypse
- Renaissance der Bürgerrechte?

mnemo (beta):

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