June 9th, 2005 by Tim Bruysten in Uncategorized

Einen diskussionswürdigen und interessanten Artikel hat Gabriele Gramelsberger auf philart geschrieben.

“…Nach dem “linguistic turn” bietet es sich an, nun vom “iconic turn” zu sprechen oder schlichtweg wie bereits Otto Neurath vom “Century of the Eye”, in dem wir uns Dank der Medien befinden. In der Philosophie haben das Visuelle und deren Bildtheorie wie gesagt Hochkonjunktur. “Was ist ein Bild?” hatte Gottfried Boehm 1994 in seinem gleichnamigen Reader gefragt und darauf hingewiesen, daß ein `zusammenhängendes wissenschaftliches Gepräch noch austehe und daß der Band einen Beitrag dazu leisten möchte´ [Boehm, 1994, 7]. Seither dauert die Phase der Wiederentdeckung des Bildes durch die Theoretiker an und dabei geht es freilich nicht mehr nur um die Malerei (bzw. um deren Ende) und das Tafelbild, sondern um eine breite Domäne der Bildlichkeit - wie sie mit den Medien mittlerweile auch einer ebenso breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Man könnte auch aus theoretischer Sicht von der Befreiung des Bildes als primär ästhetisches Objekt sprechen und damit von der Loslösung der Theorie von bestimmten Diskursen ums Bild. Oder, anders gesprochen: Das Privileg über Bilder sprechen zu dürfen kommt nicht mehr nur der Kunstgeschichte und der Ästhetik zu. Die Bildtheorie wird in der Philosophie zu einer modernen Gegenstandstheorie und modern meint hier, semiotisch motiviert…

siehe auch:
- Politik und Wahrhaftigkeit
- Visperanto-Weblog

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