April 24th, 2005 by Tim Bruysten in der mensch, virtual reality

“Ein «Live-Konzert» zweier toter Pianisten will eine Softwarefirma im US-Staat North Carolina organisieren. Zwar können die Techniker Glenn Gould und Alfred Cortot nicht wieder zum Leben erwecken, wohl aber deren Art, die Tasten anzuschlagen.”

Macht der Mensch sich selbst obsolet? Ich glaube nicht. Diese Geschichte ist sicher ein interessantes und spannendes Technikexperiment, doch zu einem Konzert gehören immer noch Menschen, auf beiden Seiten der Bühne. Wer würde denn in ein Flugzeug steigen, welches ausschließlich von einem Computer gesteuert würde? Wer würde beim Autofahren, das Steuer dem Autopilot überlassen wollen? Wahrscheinlich nur wenige.

Doch wo hier sicher Angst vor dem offensichtlichen Kontrollverlust ursächlich für das Bedürfnis nach einem Menschen als letzte Instanz ist, liegt die Sache bei einem Konzert versteckter. Ein Konzert ist Ausdruck höchster Kultur, es ist damit Ausdruck des Menschlichen; es zeigt uns, daß wir ein bewußtes, intelligentes, soziales und kulturelles Wesen sind; qua archetypischer Bilder wird eine tiefere, emotionale Bindung an den Menschen als Ausführenden geschaffen.

mnemo (beta):

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