Die Sat1 Sendung “Planetopia” berichtete (gerade) über Weblogs mit einem emotional kritischen Unterton implizierend, dass selbige eine Gefahr für die Gesellschaft seien. Begründet wird diese populistische Haltung mit einem Beispiel, in dem der “hochgeschätze Bloggerkollege” Jörg Kantel, der Schockwellenreiter, eine “Falschmeldung” einer Nachrichten-Redaktion übernommen haben soll. Dabei ist diese Darstellung selbst eine stark verkürzte Sicht der Dinge und könnte als “schlecht recherchierte Falschmeldung” bezeichnet werden.
Da hilft es auch nichts, wenn in der Sendung anschließend Weblogs als Hilfe im Kampf gegen die Folgen des Tsunamis in Asien gelobt werden. Beides ist zu stark verkürzt, nicht in den Richtigen Zusammenhang gesetzt und die Kommentare der Sendung scheinen die Rezepienten von Weblogs, oder von Medien allgemein?, als dumme Masse zu degradieren, die selbst keine Verantwortung für ihre eigenen Informationsrezeption zu besitzen scheint.
Nicht erwähnt wird, welche großen Chancen Weblogs für die Mediendemokratie sind, dass eine humane Globalisierung der Medien durch sie, zumindest einfacher möglich ist. Das sie eine völlig neue Form eines kollektiven Gedächtnisses sind, welches eben von den Erinnernden selbst und nicht von selektierenden “Redakteuren” erzeugt wird…
Wer also im Glashaus sitzt, liebe Sat1 - Planetopia - Redaktion, sollte …
Im Spreeblick gibt es weitere Informationen zur Machart der Sendung.
- Weblogs in der Diskussion
- Blogs und RSS - Qualität und Quantität
- Blogs, Kollaboration und soziale Netzwerke
- Weblogs an Universitäten
- Politik in Weblogs?
- Demokratie-Hacks, Weblogs und freie Meinungsäußerung
- Mitarbeiter berichten per Blog
- Medienmanagement im Schulsystem (tut Not)
- E-Learning wird Alltag
- Möglicher Einsatz von Weblogs für Dozenten
- Das Ende der Massenmedien
- Das Internet bleibt ein Medium von unten

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