November 23rd, 2004 by Tim Bruysten in business, multimedia

AOL hat für die nächsten Wochen einen Online-Video-Kanal angekündigt. Ähnlich wie im Fernsehen sollen die übertragenen Filme durch Werbeeinblendungen finanziert werden. Ein Teil der Filme soll dagegen für AOL-Mitglieder reserviert bleiben. Schon jetzt bietet AOL unter movies.channel.aol.com Trailer und Berichte an. Als Tochtergesellschaft des Medienkonzerns TimeWarner hat der Internet-Provider Zugriff auf viele Filmrechte.”

Hoffentlich wird ein solches Projekt diesmal von vorn herein als Web-Projekt gedacht und nicht nur der Fernseher durch den Monitor ausgetauscht. Die Vorzüge, die eine DVD gegenüber herkömmlichem Video bietet kann das Web im ein vielfaches übertreffen. Nicht nur “On-Demand”, “Realtime” Informationen (um mal ein paar alte Schlagworte wieder zu beleben) können Onlinefilme verfügbar sein, auch ihr Inhalt kann interaktiv Verknüpft werden, Inhalte können erklärt werden, zu Handlung, Orten und Produkten können umfangreiche Hintergrundinformationen angeboten werden, Links zu Projekten wie Wikipedia allein schon deswegen integriert werden, weil sie jederzeit aktualisiert werden können.

Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, es hat schon viele Anläufe zu interaktivem Fernsehen gegeben, alle sind mehr oder weniger grandios gescheitert. Das Web bietet sicherlich weitreichende Möglichkeiten, aber Unterhaltung bleibt Unterhaltung. D.h. dass die Masse der Zuschauer nicht selbst aktiv werden will.

Ich glaube auch nicht den Propheten, die das Ende des TV proklamieren. Dazu sind die Menschen viel zu träge und halten viel zu stark am Etablierten fest. Doch werden die Medien zueinander immer durchlässiger werden.

siehe auch:
- Prognose “Web frisst Fernsehen” hat sich nicht erfüllt
- Das Ende der Massenmedien
- Das Fernsehprogramm auf dem Prüfstand
- TV 2010 - Die Digitalisierung des Fernsehens

extern:
- klaus gasteier: “touchscreen

mnemo (beta):

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