Was Erich Kästner in seinem “Fliegenden Klassenzimmer” als Wunschvorstellung verankert hat, lässt sich heute durch Kommunikationstechnik zumindest virtuell umsetzen: “Der Unterricht wird zum Lokaltermin.” Portable Konferenzsysteme gestatten Schülern Einblicke in sonst unzugängliche Bereiche. Ein in dieser Hinsicht viel versprechender Ansatz ist innerhalb des RAFT-Projekts (Remote Accessible Field Trips) der europäischen Kommission entwickelt worden, bei dem zahlreiche Schulen, Hochschulen, Soft- und Hardware-Entwicklungsunternehmen zusammenarbeiten.
Grundsätzlich halte ich viel von diesen Möglichkeiten und mir ist bisher schleierhaft, warum nicht schon viel intensiver von den Möglichkeiten des Internet, Schule respektive Bildung ortsunabhängig zu machen und Lernenden wie Lehrern ein weit größeres und aktuelleres Spektrum an Informationen zur Verfügung zu stellen, als (veraltete) Schulbücher es je könnten.
Doch auf der anderen Seite kann es auch nicht schaden, wenn Lernende nicht nur Informationen aufnehmen, sondern auch die Stimmung eines Ortes.
Deshalb halte ich es für falsch, das Internet und die in dem Heise - Artikel beschriebenen technischen Möglichkeiten als Ersatz für Exkursionen zu sehen. Sie können natürlich genutzt werden, um den Schülern gefährliche Orte vorzuführen, oder auch um Geld zu sparen, welches eine Exkursion kosten würde.
Viel besser fände ich aber, wenn interaktive Lernmedien ganz allgemein ein natürlicher, immer verfügbarer Bestandteil des Unterrichtes wären. Und solche digitalen Exkursionen von den Schülern selbst erstellt werden würden: Klassen können in kleine Lerngruppen unterteilt werden und jede unternimmt eine Exkursion. Wieder im Klassenraum können diese Medien, neben der Diskussion und dem Gespräch zur Vermittlung eines Eindrucks und von Informationen dienen. Und hat man einmal digitale Daten kann man sie auch allgemein der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.
Viele weitere Einsatzgebiete sind denkbar.
mnemo (beta):
June 30th, 2005 at 2:10 pm
Die Konzeption von RAFT umfasst bei den von uns durchgeführten Exkursionen die oben genannten Punkte. Die Medien sind a) kein Ersatz für Exkursionen im klassischen Sinne. Sie sind vielmehr eine Möglichkeit, Résume zu erschließen, die im klassischen Exkursionssinn nicht durchzuführen und erschließbar wären. b) die erfassten Elemente sind in Bild und Ton wiederverwendbar. So können die Lerninhalte bei weiteren Klassen zur Vorbereitung der nächsten Exkursion dienen. Sie können aber auch von den Schülerinnen und Schülern im Anschließenden Stunden nachbereitet werden.
c) Unser ursprüngliches Anliegen lag darin der Schulklasse einen möglichst realitätsnahen Eindruck der Umgebung und der Exponate zu vermitteln. In Wirklichkeit wurde in der tatsächlichen Planung zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern das Sammen von Bildern mit Audiokommentaren, sowie Videokonferenzen mit Experten oder zur Moderation der Umgebung durch die Schülerinnen und Schüler als “pädagogisch sinnvoll und verwertbar” angefragt.
In Zukunft liegt das Erfassen von Messwerten und “harten” Daten auf der Tagesordnung des Projektes.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Auwärter