June 13th, 2004 by Tim Bruysten in telekratie

In Italien hält sich die Begeisterung für die Europawahl in Grenzen: Die Wahlbeteiligung wird wohl sensationell niedrig liegen. Gleichzeitig könnte es eng werden für Ministerpräsident Silvio Berlusconi und sein Rechtsbündnis. Die jüngsten Umfragen sehen ihn abgestraft für die Beteiligung am Irak-Krieg. Jetzt hat der Medienmulti Millionen Stimmberechtigte per SMS zur Europawahl aufgefordert. Zum Unmut vieler Italiener, die dagegen setzten und in Gegen-SMS dazu aufriefen, Berlusconi zu boykottieren.

berlusconi hat die telefonnummern von millionen stimmberechtigen? wie kommt dies? ein allgemeiner aufruf, wählen zu gehen, ist ohne frage jederzeit angebracht; es ist aber ein gewaltiger unterschied, wenn eine regierungspartei an bürger mit steuergeldern sms versendet. denn wie kommt der datenpool zustande? und wenn für wahl-zwecke direkte steuergelder eingesetzt werden, wie ist dann bei einer solchen aktion (in einer sms mit 160 zeichen) gewährleistet, dass alle politschen kräfte gebührend vertreten sind…

mnemo (beta):

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