May 1st, 2004 by Tim Bruysten in de:sign

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allerorts gibt es diskussionen, dass die eu-süd- und -ost-erweiterung [heute.de|europa.eu.int] das sozialniveau der westeuropäer, sowie deren arbeitsplätze gefährden wird, dass dies in einigen branchen, in einem bestimmten maß auch branchen-übergreifend, so sein wird, wird keiner ernsthaft bezweifeln wollen. doch so wie die pessimisten diese wahrheit propagandieren, heben die optimisten die chancen sozialer und kultureller, aber auch wirtschaftlicher und gesellschaftlicher natur hervor.

denn wenn die eu sich mit ihren nun über 400 millionen bürgern konsolidiert und einen vernünftigen, gemeinnützigen weg beschreiten solle, könnte sich mittelfristig die wichtigste und mit abstand größte volkswirtschaft der welt werden. wir dürfen nur nicht den fehler anderer machen, zu glauben, solche chancen können sich aus sich selbst heraus entwickeln und wenn ein solcher stand einmal erreicht ist, würde er sich aus der tatsache, dass er existiert heraus, selbst erhalten. denn asien, afrika und indien bergen jeweils ein weitaus höheres potential an “human ressources”, als es die usa und europa zusammen jemals auf die beine stellen können.

fraglos haben die usa und die europäer einen zeitlichen vorteil, doch langfristige planungen müssen berücksichtigen, dass alle menschen auf der welt einen anspruch haben, oder bald entwickeln werden, ihre kultur, ihre religion und ihren wohlstand zu mehren und für sich selbst nutzbar zu machen.

aus der beobachtung der aktuellen situation, dass eu-intern niedriglohnländer durchaus in der lage sind etablierte sozialstaaten wirtschaftlich herauszufordern könnten diese, wenn sie nicht nur kurzfristig, sondern mittel- und langfristig planen, erkennen, dass gerade in ihrer unmittelbaren historischen, wie geographischen nachbarschaft ebenfalls ein gewaltiges potential schlummert, in einigen jahren das selbge spiel mit ihnen zu spielen. von den oben genannten, weiter entfernten regionen ganz zu schweigen.

die gewaltige politsche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle herausforderung heißt also nicht, wie können wir unseren wohlstand entgegen den eu-neulingen verteidigen, sondern wie können wir diesen vermitteln, dass eine ausnutzung des sozialen gefällen zu kurzfristigen profiten, langfristig in ihrem eigenen nachteil ist, dass es vielmehr gelingen muß, ein konzept zu entwickeln, welches die integration von unterschiedlichen sozialen und wirtschaftlichen standards in einen gemeinsamen markt erlaubt, zum _gemeinsamen_ ziel des fortschritts (siehe das nash-gleichgewicht [1] [2] im gegensatz zu Adam Smith [3]).

und was zum teufel soll all dies mit designern zu tun haben? nun, immer mehr designer verstehen sich als moderatoren -, verstehen sich insoweit selbst als medium, als dass sie katalytisch zwischen zwei polen vermitteln. warum sich dies nicht auch auf politische, religiöse oder kulturelle lebensbereiche beziehen soll, ist längst beantwortet.

doch in den meisten ländern europas, deren einziger wirklicher rohstoff eben jene lebensbereiche sind: wissen und kultur, gerade hier liegen, bei globaler wie individueller betrachtung, die chancen und herausforderungen der eu-erweiterung gerade bei den aufgaben eines designers. gilt es nicht in vielen lebensbereichen wissen, information und kommunikation grenz-, sprach- und kulturübergreifend nutzbar zu machen? kann nicht gerade hier, durch collaboratives denken und arbeiten, forschen und lernen eine unglaubliche chance genutzt werden? und gerade diese dinge zu ermöglichen - auf eine den menschen gerechte weise - ist eine eigendlich schon als klassisch zu definierende designaufgabe.

mnemo (beta):

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