December 20th, 2003 by Tim Bruysten in culture, AI

Komponieren und Hören im digitalen Zeitalter

… diese sendung hörte ich gerade im deutschlandfunk. es wurden sehr interessante themen rund im die möglichkeiten von computern, intelligent zu agieren angesprochen. kann ein computer aus einer datenbank musikelemente nach eigenem “empfinden” zusammensetzen und harmonische kompositionen erzeugen? er kann! doch beruht dieses können auf der creativität des programmierers oder der des programms? oder entsteht zwischen programmierer und programm, sozusagen an der stelle des interface’, eine “meta-intelligenz” oder “meta-creativität”, die schlußendlich zu den kompositionen der maschine führt; denn den einfluß der maschine auf den programmierer wird man ebensowenig leugnen können, wie seinen einfluß auf sie. an diesem punkt stellt sich die frage nach künstlicher intelligenz. wie intelligent kann ein computer sein und ist der mensch nicht auch blos eine gut programmierte, biologische maschine?

wir menschen stellen uns an die spitze der schöpfung weil wir zum einen die macht dazu haben, zum anderen weil wir ethisches empfinden, kultur und soziale errungenschaften vorweisen können. wenn ein computer komponieren kann, dann ist die vielleicht viel interessantere frage, warum er dazu gebracht wurde. weil ihn ein mensch dazu gebracht hat. warum? unsere welt ist durchzogen von technik und dem glauben an sie. wir zivlisierten menschen können uns ein leben ohne technik, besonders ohne die technik, die uns das komfortable rezepieren aller möglicher medien erlaubt, kaum noch vorstellen, obwohl diese entwicklung im besten fall 100 jahre anhält.

daher kann es wohl ein künstlerischer anspruch sein, dem menschen seine technik-selbstverständlichkeit vorzuführen, in dem man die technik dinge tun läßt, die der mensch in anspruch nahm, allein tun zu können. an diesem punkt fällt uns die technik wieder auf und es erscheint uns unheimlich oder erstaunt uns, an dieser stelle technik vorzufinden, wo wir eigendlich menschen vermutet haben.

mnemo (beta):

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